Kompetenz Kreuzerl Machen

Wir kreuzen an: Unsere SchülerInnen die Multiple-Choice-Antworten bei den Schularbeiten und Kompetenz-Tests und wir auf den Bewertungsbögen des Bifie und denen des BMBF. Wir haken ab, ob die uns Anvertrauten Kompetenzen nicht erfüllt, im Wesentlichen zur Gänze oder nur überwiegend erfüllt, über das Wesentliche hinausgehend oder weit hinausgehend erfüllt haben. Diese Beschreibungen stammen aus der Leistungsbeurteilungsverordnung:

§ 14. (1) Für die Beurteilung der Leistungen der Schüler bestehen folgende Beurteilungsstufen (Noten):

(2) Mit „Sehr gut“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in weit über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, deutliche Eigenständigkeit beziehungsweise die Fähigkeit zur selbständigen Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt.

(3) Mit „Gut“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit beziehungsweise bei entsprechender Anleitung die Fähigkeit zur Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt.

(4) Mit „Befriedigend“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen zur Gänze erfüllt; dabei werden Mängel in der Durchführung durch merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit ausgeglichen.

(5) Mit „Genügend“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt.

(6) Mit „Nicht genügend“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler nicht einmal alle Erfordernisse für die Beurteilung mit „Genügend“ (Abs. 5) erfüllt. 1

Das ist altbekannt und wir benoten Schularbeiten, Mitarbeit und Maturaarbeiten damit. Zwischendurch muss ich mir auch immer wieder einmal die o.a. Definitionen anschauen und mein inneres System justieren.

Bei der zuletzt gerade angestandenen Bewertung der VWAs funktioniert das ganz schlecht. Wie kann ich denn im Bereich Selbstkompetenz ankreuzen, dass meine Schülerin oder mein Schüler „angebotene Hilfestellungen und Korrekturvorschläge des Betreuers/der Betreuerin“ „weit über das geforderte Maß hinaus“ in Anspruch genommen hat? Dann wären sie doch pausenlos an meinem Rockzipfel gehängt.

Oder wie soll ich die inhaltlichen Kompetenzen einordnen? Eigentlich dürfte ich immer nur die mittlere Spalte verwenden, denn wie kann jemand Ergebnisse „weit über das geforderte Maß hinaus“ objektiv darstellen oder wie können Fragestellungen oder Tiefgang so bewertet werden. „Zur Gänze“ passt da viel besser und aus sehr guten, ambitionierten Arbeiten würden ganz schnell nur mehr befriedigende werden.

VWA Inhalt

So sieht es auch in den anderen Teilbereichen auf, aber machen Sie sich selbst ein Bild:VWA Information

VWA Gestaltung Die Arbeiten unserer SchülerInnen bewerten gehört zu unserem Job, nicht immer geliebt, aber eben ein Teil der Arbeit. Die LBVO gibt den gesetzlichen Rahmen vor, innerhalb dessen das, was wir tun, legal ist. Die Notendefinitionen haben vielleicht in eine Zeit gepasst, in der Frontalunterricht die Norm war und die Mitarbeit der SchülerInnen  erst gefördert werden musste. (Das SchUG stammt aus 70-igern des vorigen Jahrhunderts, die Noten gibt es viel länger, aber leider konnte ich das jetzt nicht herausfinden.)

Ziel der teilzentralen Matura ist es, die Leistungen der SchülerInnen Österreichs vergleichbar zu machen. Mit unpassenden Definitionen gelingt das ganz sicher nicht (ganz abgesehen davon, dass die unterrichtenden LehrerInnen auch die PrüferInnen sind!)

Die Bewertungsraster so erstellen, dass wir auch etwas damit anfangen können, ist Teil der Arbeit der Verantwortlichen des Ministeriums. Sonst sollen sie es lieber gleich sein lassen! (juhudo)

1. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009375

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