24 Stunden in der Schule

kommen wirklich nicht oft vor. Und direkt plant man das auch nicht so, aber wenn Krankheit und Ferien passieren und man eine Abmachung einhalten muss, werden sie halt durchgezogen. Und das kann dann so aussehen:

  • Vormittags: Unterricht und Bibliotheksdienst von 8:00 bis 13:00.
  • Zwei Stunden Pause bis zum Elternsprechtag, in denen es sich aber nicht auszahlt, die  Schule zu verlassen. Gespräche mit KollegInnen über den einen Schüler oder die andere Schülerin, Pizzalieferanten suchen, Schülerliste besorgen, Videofilme und Beamer testen.
  • 15:00 bis 18:00 Gespräche mit (diesmal nur) 16 Müttern oder Vätern. Abgesehen davon, dass wir uns über die Kinder austauschen, ist unser neues Reservierungssystem ein Thema. Alle, die online Termine bekommen haben, sind sehr zufrieden, alle, die den einen oder anderen nicht bekommen haben, sind sehr unzufrieden und meinen, beim Anstellen hätten sie zwar warten müssen, hätten aber alle LehrerInnen erreichen können, die ihnen wichtig waren. Und sooo schlecht sei die Zeit des Anstellens nicht gewesen, man hätte sich ja mit den anderen Eltern unterhalten können…
    Bin ich froh, dass ich diese Polarisierung nicht lösen muss.
  • Um 19:00 kommt die dritte Klasse, mit der eine Kollegin und ich die Nacht in der Schule verbringen. Alle drei Teile von Herr der Ringe stehen auf dem Programm, Räuber und Gendarm in den in der Nacht noch länger wirkenden Gängen unseres Hauses, sich verstecken, miteinander reden und lachen, Pizza essen und bei den meisten auf gar keinen Fall schlafen – nix Pädagogisches. Etwa die Hälfte hält durch. Draußen schüttet es wie aus Kübeln, die Situation fühlt sich wie in einem Science-Fiction-Film an: Wir reisen auf einem interstellaren Raumschiff durchs All. Rundherum ist nichts. Nur wir wandern durch die unendlichen Weiten des Gebäudes.
    Ab sechs Uhr sind aber wieder alle wach, die Filme sind um halb sieben durch, wir haben etwa elf Stunden in Mittelerde hinter uns, gemeinsam werden noch alle Spuren beseitigt. Um acht Uhr morgens, als die Mädchen und Burschen abgeholt werden, sind sie dann so richtig müde.
    Die Nacht war lustig, die Kinder so, wie wir es erwartet haben, eine liebenswerte Bande, keinerlei Probleme, nur eine Menge Radau. Jetzt kann das Wochenende losgehen. 🙂
    (juhudo)

Ein Gedanke zu “24 Stunden in der Schule

  1. Monika Neuhofer schreibt:

    Ist das ein netter Bericht über eure Nacht in der Schule! Und für die Kinder ist das sicher ein unvergessliches Erlebnis. Wie schön – und gleichzeitig wie anstrengend – das Leben als LehrerIn ist, davon macht sich die Öffentlichkeit keine Vorstellung. In diesem Sinne: Gute Nacht!

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