Der VWA-Fahrplan: Anfang – Arbeit – Abgabe – und manchmal sogar eine Auszeichnung

Doris, in diesen Sphären auch als juhudo bekannt, finalisiert gerade den Jahresbericht unserer Schule. Auch einer der gröberen Kraftakte am Ende eines Schuljahres! Und ich verfasse für diesen Zweck noch ein paar Zusammenschauen, die ich – obwohl nicht unmittelbar für den Blog geschrieben – doch hier veröffentlichen will. Irgendwie erscheint es mir interessant, auch wenn in diesem Forum schon mehrfach über die vorwissenschaftliche Arbeit zu lesen war. Heute also ein Überblick über den VWA-Fahrplan am WRG Salzburg:

Im zweiten Semester der 6. Klasse geht’s los mit der unverbindlichen Übung zum wissenschaftlichen Arbeiten: Was heißt denn überhaupt „wissenschaftlich“? Wie komme ich zu einem machbaren Thema und was will ich mit meiner Arbeit herausfinden? Wie recherchiere ich Literatur und zitiere diese korrekt? Solche und ähnliche Fragen stehen am Anfang der VWA. Mögen sie manchem Schüler zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch ein wenig an einen Trockenschwimmkurs erinnern, erscheint es uns doch notwendig, zuerst ein paar Grundlagen zu vermitteln, bevor wir in der 7. Klasse so richtig durchstarten.

Unser „VWA Kick-off-Tag“ zu Beginn der 7. Klasse lässt dann keinem mehr eine Chance, den Kopf in den Sand zu stecken. Ab diesem Zeitpunkt wird das Thema VWA ein Anliegen aller. Wir haben uns für den Tag ein Konzept gebastelt, das uns selbst Spaß macht – und zumindest ein bisschen davon überträgt sich auf die meisten: Schulbeginn um 9 Uhr, Plenarvortrag mit allen Eckdaten zur VWA, Begegnungszone mit LehrervertreterInnen aller Fächer, Reflexionsphasen, Diskussionen in der Gruppe und am Nachmittag Führungen in verschiedenen Salzburger Universitätsbibliotheken. Am Ende dieses Tages haben wir alle gemeinsam ein bisschen Uni gespielt und die SchülerInnen zumindest eine Idee, worüber und bei wem sie schreiben werden.

Dem Kick-off-Tag folgen im Wintersemester mehrer kleinere bedarfsorientierte Workshops, die über die Gespräche mit den BetreuerInnen hinaus den SiebtklässlerInnen bei sämtlichen Fragen und Problemen helfen sollen: bei der Themenfestlegung, der Arbeit an der Fragestellung, der Formulierung eines Erwartungshorizonts, der Literaturrecherche, der elektronischen Datenverarbeitung und Ähnlichem. Nach dieser Phase (Halbjahr 7. Klasse) muss jeder und jede sein bzw. ihr VWA-Thema beschreiben, das Konzept einreichen und auf einer offiziellen Datenbank hochladen. In weiterer Folge muss das Thema vom jeweiligen Betreuer, dem Direktor und schließlich der Schulaufsicht genehmigt werden. Sodann ist der VWA-Zug so richtig angelaufen.

In den Sommerferien zwischen siebter und achter Klasse liegt es an jedem Einzelnen, seinen ganz persönlichen VWA-Waggon auf Schiene zu halten, denn die achte Klasse vergeht oft schneller, als einem lieb ist. Zur Unterstützung des Schreibprozesses haben wir im letzten Herbst erstmals einen Feedback-Workshop für die AchtklässlerInnen organisiert. Dafür musste jeder eine bereits geschriebene Seite aus der eigenen Arbeit mitbringen. In Kleingruppen wurden diese Texte gemeinsam mit einem/r FachlehrerIn diskutiert. Wir waren begeistert von der Tatsache, dass 98 % der SchülerInnen eine Seite mithatten, die allermeisten SchülerInnen wiederum waren von der Methode des Textfeedbacks angetan. Auf diese Weise halten wir uns gegenseitig bei Laune 😉 – und den Zug am Rollen, bis schließlich im Februar die fertige VWA abgegeben und wiederum auf besagte Datenbank hochgeladen werden muss.

Bis es soweit ist und das – mit allem Drum und Dran: Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Abbildungen, Literaturverzeichnis etc. – meist 30- bis 40-seitige Konvolut abgegeben werden kann, ist es ein langer und anstrengender Weg, der nicht zu unterschätzen ist. Das gilt sowohl für die SchülerInnen als auch für die jeweiligen BetreuerInnen. Denn auch für uns LehrerInnen war bzw. ist die VWA Neuland. Und sie wird jedenfalls auch weiterhin eine intensive und herausfordernde Form der individuellen Lernbegleitung bleiben. Es ist dies eine Form des Arbeitens, die sich für beide Seiten, für SchülerInnen und LehrerInnen, allerdings wirklich lohnen kann. Dann nämlich, wenn Schüler ihr Thema gefunden und so richtig angebissen haben, wenn man sie als LehrerIn begleiten, ja anspornen und den Entstehungsprozess unterstützen kann – und wenn man schließlich eine reife Leistung beurteilen und bei der Präsentation so richtig stolz sein darf.

Damit dies tatsächlich so passieren kann, bedarf es vielfacher Unterstützung: durch die Direktion, die Administration, das Sekretariat und das gesamte LehrerInnen-Kollegium. Nur im Team können Doris und ich als VWA-Zuständige (quasi Fahrdienstleiterinnen) einen sinnvollen VWA-Fahrplan umsetzen. Aber das Schöne an unserer Schule ist: Darauf ist Verlass! Ebenso wie auf unsere SchülerInnen im Übrigen. Stellvertretend für viele hervorragende Arbeiten sei die VWA von Nina Rinnerberger genannt: Fünf Arbeiten aus ganz Österreich, die sich einem literarischen Thema widmeten, wurden vom Magazin Buchkultur prämiert. Ninas Arbeit zum Thema „Lebensverweigerung bei Jugendlichen“, betreut von Andrea Haslauer, ist eine davon. Wir gratulieren! (nemo)

Ein Gedanke zu “Der VWA-Fahrplan: Anfang – Arbeit – Abgabe – und manchmal sogar eine Auszeichnung

  1. doris junghuber schreibt:

    Wow, Monika, auf dich und deine Fabulierkünste ist wirklich Verlass! Nicht todernst und trotzdem alles enthalten. Hat richtig Spaß gemacht, diesen Artikel zu lesen!
    By the way: Was hältst du davon, eine Liste mit Institutionen anzulegen und zu posten, die Preise vergeben? Buchkultur, Institut für Management (IfM) in Salzburg, wen gibts noch? Vielleicht recherchieren wir in den Ferien einmal?

    Liken

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