Maturafeier

Gestern fand die Maturafeier meiner Klasse statt. Ein emotionaler und beglückender Abend, der mich heute nur „draufschauen“ lässt. („Hinhören“ war gestern, „nachdenken“ geht heute noch nicht.)

  • Es war eine riesige Feier: 25 SchülerInnen mit ihren Eltern, Geschwistern, dazu einige Großeltern, Tanten und Onkeln. Außerdem ein großer Lehrertisch.
  • Der offizielle Teil der Feier wurde auf Wunsch der MaturantInnen von Gesang gerahmt. Gemeinsam mit dem Musiklehrer (und seinem Klavier) stellten sie sich auf und sangen: lautstark, fröhlich und begeistert. Ich durfte mich dazustellen und mitsingen.
  • Der Direktor hielt eine Rede, danach folgten Grußworte der Obfrau des Elternvereins, anschließend meine Rede. Die Aufmerksamkeit, während ich sprach, flößte mir Respekt ein und ich fühlte mich geehrt. Das Schreiben der Maturarede war eine hochemotionale und mir extrem wichtige Angelegenheit gewesen, die mich viele Stunden beschäftigte (und gedanklich über Monate begleitete). Wer mag, kann die Maturarede nachlesen.
  • Bei der Zeugnisverteilung wurden vier ausgezeichnete Erfolge, elf gute Erfolge und neun Bestanden übergeben. Zwei Schülerinnen müssen Teile ihrer Matura nachholen, eine Schülerin muss vor der Matura noch eine Wiederholungsprüfung in einem Fach absolvieren, ein Schüler wiederholt die achte Klasse.
  • Eine Schülerin fehlte krankheitsbedingt bei der Maturafeier. Sie musste am letzten Prüfungstag vor Erschöpfung k.o. geben und fuhr tags darauf nach Wien zur zentralen achtstündigen Aufnahmeprüfung fürs Medizinstudium. Für diesen Aufnahmetest hatten sich laut gestriger „Presse“ 14.041 Personen beworben, erschienen sind 11.408, aufgenommen werden 1.560. Wir als Schule wurden angehalten, bei der Planung unserer Matura auf diesen Termin Rücksicht zu nehmen.
  • Nach der Zeugnisverteilung wurden wir LehrerInnen von den MaturantInnen beschenkt: Für alle gab es einen kunstvoll gebundenen Strauß mit Sonnenblumen, eine Lehrerin erhielt zudem einen selbstgebackenen Schokokuchen, ich als Klassenvorständin bekam: Ein orangefarbenes Armband, eine exquisite Füllfeder mit Gravur („Klassenmama Moni“), ein T-Shirt mit dem Jahresmotto der Klasse „Abgang zur Primetime“, einem Klassenfoto und Unterschriften aller SchülerInnen darauf, sowie ein Fotoalbum mit persönlicher Widmung aller MaturantInnen. Da stehen Sachen wie: „Danke für die unvergesslichen Jahre.“, „Danke für alles, was du uns außerhalb des Lehrstoffs beigebracht hast.“, „Danke für die schönste Zeit unseres Lebens.“, „Auch wenn die Tage in der Schule oft an bittere Märchen erinnerten, / Durchzogen von Stress, rechtschreibfelern und Graus, / So glichen sie noch viel öfter Mondnächten, in denen Sterne schimmerten, / Mit Momenten, die meiner Seele das Gefühl gaben, als flöge sie nach Haus.“
  • Fast alle Eltern bedankten sich persönlich und eindringlich für die vier Jahre und beteuerten, wie sehr sie unsere Arbeit in den vier Jahren geschätzt haben.
  • Nach der eigentlichen Feier machten wir bis spät nachts bei lauter Musik in einem Innenstadtlokal Party. Der Abschied wurde durch das Versprechen, dass wir uns am Dienstag beim Schulfest wiedersehen würden, erleichtert.
  • Heute habe ich ein bisschen Kopfweh. Glück, Wehmut, Zufriedenheit, Müdigkeit vermischen sich. (nemo)

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