Sommer. Sonne. Schulfest

Bei Gluthitze fand gestern von 16 bis 23 Uhr unser großes Schulfest statt. Seit vielen Wochen und ganz intensiv am Montag und Dienstagvormittag wurde vorbereitet, geschmückt, ausgeschildert, geprobt, dekoriert und aufgebaut. Die ganze Schule war auf den Beinen. Wie jedes Mal fragt man sich zuerst ein bisschen, ob es denn wirklich sein müsse, jetzt, wo wir eh alle schon aus dem letzten Loch pfeifen. Wenn man dann allerdings sieht, wie unser Schulhaus auch aussehen kann, mit wie viel Eifer, Ausdauer,  Akribie und Kreativität die SchülerInnen bei der Sache sind (gut, manche nicht – Wunderschule sind auch wir keine!), wie sich die Eltern ins Zeug legen, um das Schulfest kulinarisch auszurichten, wie sich KollegInnen bemühen, mit einem Minibudget Großes zu vollbringen – dann kann man nicht anders, als sich zu freuen.

Ich selbst habe, gemeinsam mit einer Kollegin, am Vormittag mit Erstklässlerinnen Theater gespielt. Wir haben Märchenszenen einstudiert – „Schneewittchen – leicht verändert“ hieß das Ergebnis. Es war so schön zu sehen, wie viel Spaß und Spiellust die Schülerinnen hatten. „Warum war die Pause so lang?“, wurden wir gefragt, kaum dass wir unseren Kaffee geleert hatten. Und natürlich wollten sie ihr Stück gleich am Abend im Art Café – einer Art Kleinkunstbühne – aufführen. Das Programm für das Art Café stand bereits fest, aber so viel Feuereifer musste belohnt werden. Und klaro fand sich ein Plätzchen im Programmablauf …

Pünktlich um 16 Uhr eröffnete dann – neben vielem anderen – unsere Crêperie auf dem Schulfest. Und auch hier fanden sich Schülerinnen aus den Französischgruppen, die mit Begeisterung dabei waren und Crêpe um Crêpe produzierten.

Was soll man sagen? Unser Schulfest ist ein Event, bei dem hunderte SchülerInnen den LehrerInnen bei der Lehrereinlage zujubeln, bei dem ehemalige SchülerInnen ihre alte Schule und ihre ehemaligen LehrerInnen besuchen kommen, bei dem Eltern, Schüler, Lehrer gemeinsam feiern und lachen. Irgendwie wurde einem warm ums Herz, wenn man das miterlebte. Und das lag nicht nur an den Temperaturen.

Manager und Banker erhalten Boni zur Belohnung, wir bekommen ehrlichen Dank, Herzlichkeit und menschliche Wärme. Zwei Fragen drängen sich auf: 1. Welches der beiden Belohnungssysteme ist schöner und warum erscheint vielen Menschen nur Ersteres als wirklich erstrebenswert? 2. Wieso dringt diese gelebte Form von (Schul-)Gemeinschaft, die ich bei uns an der Schule erlebe, eigentlich kaum nach außen? Wenn ich Menschen, die nichts mit Schule zu tun habe, davon erzähle, schauen sie mich meist ganz ungläubig an. Und selbst Menschen, die mit Schule zu tun haben, wischen solche Erlebnisse gerne weg und sprechen lieber von ganz anderen Schulseiten. Irgendetwas stimmt da nicht!

PS¹: Meine halbe Klasse war gestern auf dem Schulfest zugegen. Wie habe ich mich gefreut, sie, die keine SchülerInnen mehr sind, zu sehen. Wie haben sie sich gefreut, nunmehr „maturiert“ und vom Lerndruck befreit, ihre alte Schule zu besuchen, mich, uns zu treffen. 🙂

PS²: Als Kommentar zur Choreographie der Lehrereinlage habe ich einen Text verfasst, den wir im Anschluss ausgeteilt haben. Die Intention dahinter war, eine kurze Stellungnahme zu unserem Selbstverständnis abzugeben. Wer mag, kann hier nachlesen: Eltern-Info-Schulfest

(nemo)

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