Abschlusskonferenz

Auch schon wieder eine Woche her. Eigentlich wollte ich ja sofort darüber schreiben, aber dann ist mir Christian Schacherreiters Artikel dazwischen gekommen.

Am Ende des Schuljahres gibt es immer viel Bedanken, Pensionierungen (leider, eine großartige Kollegin, ein großartiger Kollege nach dem anderen – alle waren unglaublich wichtig für die Schulgemeinschaft), Zusammenfassungen und – meist – ein gemeinsames Fest nur für uns.

Was kommt da zusammen?

  • Viel mehr SchülerInnen als wir aufnehmen können, wollen zu uns – nebenbei: auch LehrerInnen!  🙂
  • Wir haben ein gutes Lernklima, helfen Kindern bei Problemen, fangen die Unterschiede in den ersten Klassen auf und arbeiten damit . (Wir haben dann ja auch vier Jahre Zeit, in denen einzelne Noten keine so wichtige Rolle spielen.)
  • Die Schulgemeinschaft (Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen) hat in einem großen Kraftakt ein tolles und finanziell auch erfolgreiches Schulfest mit hunderten (tausend?) Besuchern auf die Beine gestellt. Den Erlös verwaltet der Elternverein und unterstützt die Schule und einzelne SchülerInnen damit.
  • Wir haben an die 10.000 Zeugnisnoten vergeben – und keinen einzigen Noteneinspruch.
  • Die Neue Reifeprüfung ist – mit einem unglaublichen Verwaltungs-, Zeit- und Papieraufwand –  gut über die Bühne gegangen. Die Ergebnisse entsprechen in etwa denen der vergangenen Jahre (scheint mir).
  • Die Nachprüfungen halten sich in Grenzen: nur zwei SchülerInnen mit zwei Prüfungen, die anderen über viele Klassen und mehrere Schulfächer verteilt, keine Häufungen erkennbar.
  • Unser Budget wird schon zum zweiten Mal um 12% gekürzt. Notwendige Anschaffungen werden verzögert und kurzfristige Klassenunternehmungen sind fast nur mehr möglich, wenn sie zu Schuljahresbeginn bekannt gegeben werden. Ein spontaner (= vielleicht ein Monat davor) Theater- oder Museumsbesuch ist fast nicht mehr möglich.
  • Durch das neue Korruptionsgesetz scheint in Zukunft unser Sponsor Raika auszufallen, falls nicht noch irgendwas anderes ausgemacht werden kann. Diese Art des Sponsorings gilt jetzt auch als „Anfütterung“. Mit diesem Geld wurden (Kultur-)Projekte unkompliziert unterstützt, es wird sehr fehlen.
  • Die Lehrfächerverteilung für das kommende Schuljahr wird immer konkreter. KollegInnen kommen aus Karenz oder Sabbatical zurück, gehen in Pension oder haben andere Pläne. Einige UnterrichtspraktikantInnen können bleiben, manche der anderen haben einen Job im kommenden Schuljahr, die meisten jedoch nicht. Alles Gute!

Alles in allem sind wir mit unserer Leistung im vergangenen Jahr sehr zufrieden – sehen aber immer wieder, dass mehr und mehr zu tun ist. Viele Arbeiten müssen „freiwillig“ übernommen werden. Manche machen Spaß und passen ins Berufsbild, viele nicht. Bei einem relativ großen Kollegium wie dem unseren lässt sich manches aufteilen, kleinere Schulen haben diese Möglichkeit nicht. Unsere Motivation wird im Herbst wieder vorhanden sein – wenn wir weiter die Unterstützung der Eltern und unseres Direktors haben. Wir arbeiten viel und meistens ganz gerne für unsere und mit unseren SchülerInnen. Wir sind ein gutes Team, das Einzelkämpfertum gehört in den meisten Fällen der Vergangenheit an, wenn man zum Beispiel ein Projekt beginnen möchte, findet man immer jemanden, der mitspielt. Schwieriger werden die Dinge außerhalb des Unterrichts, an die sich die SchülerInnen immer besonders gut erinnern und die Schule auch ausmachen, weil eben immer weniger Geld dafür vorhanden ist.

Vertrauen darin, dass wir unsere Arbeit machen, ist das Wichtigste. Unter laufender Kontrolle könnten wir nicht so arbeiten, wie wir das jetzt tun. Unser letzter Direktor meinte einmal zu einer neuen Idee: „Es soll mir nichts Schlimmeres passieren, als Lehrer, die arbeiten wollen!“ Unser jetziger scheint derselben Meinung zu sein. Wir verlassen uns auf ihn, die Administratorin, die StundenplanerInnen, die tollen Sekretärinnen – und sie sich anscheinend auch auf uns.

(juhudo)

2 Gedanken zu “Abschlusskonferenz

  1. Monika Neuhofer schreibt:

    Aus der Distanz von zwei Wochen fühlt es sich wunderbar an, Teil dieser Schulgemeinschaft zu sein. Es gibt bei mir aktuell eine Mischung von Zufriedenheit, Gewissheit, in dieser Schule am richtigen Ort zu sein, und Vorfreude auf das nächste Schuljahr – wenn ich an die Schule denke. Noch besser aber ist derzeit, gar nicht an die Schule zu denken, die Schule richtiggehend zu vergessen, um danach wieder mit Energie und Lust arbeiten zu können. Wie notwendig Ferien sind, dass diese Wochen viel mehr als nur Nicht-Arbeiten sind, dass sie letztendlich allen – auch der Schule, auch den Schülern – zugute kommen – ja, davon muss ich wahrscheinlich auch noch mal schreiben …

    Vor zwei Jahren habe ich übrigens einmal einen Artikel für den „Standard“ geschrieben, der auch zu dem Thema passt: http://derstandard.at/1376533795026/Welche-Lehrer-will-das-Land

    Liken

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