Mikroartikel

Ich habe mich gestern während eines Gesprächs mit Monika wieder einmal daran erinnert, dass ich mich vor ein paar Jahren mit den Möglichkeiten, mein eigenes Wissen und (weil ich so bin wie ich bin) am liebsten auch das ganze Wissen meiner Kolleginnen und Kollegen verwalten möchte. Im Rahmen des eEducation-Lehrgangs an der DonauUni Krems habe ich viele „Wissenswege“ kennengelernt. Die meisten sind aufwändig und benötigen einiges an Zeit, aber eine relativ schnelle Methode ist in meinem Gedächnis hängen geblieben und ich möchte sie hier vorstellen und später in einem weiteren Artikel gleich anwenden: Es handelt sich um den Mikroartikel.

Man kann ihn einsetzen, um Lernerfahrungen kurz und knackig zu dokumentieren und ich stelle mir vor, dass ich ab jetzt (wieder einmal 😉 ) am Ende einer Fortbildung oder am Ende eines Buches oder Artikels meine Erlebnisse und Lernerfahrungen kurz aufschreibe. Ziel ist eine abschließende Reflexion und eine Veröffentlichung in diesem Blog, um die Relevanz eines Themas zu beleuchten und die Qualität der Fortbildung oder des Buches zu beschreiben.

Aber jetzt noch etwas ausführlicher zum Werkzeug Mikroartikel. Gabi Reinmann und Martin Eppler schreiben in ihrem Buch Wissenswege:

Der Mikroartikel […] ist ein Hybrid aus einer Karteikarte und einem wissenschaftlichen oder journalistischen Artikel. Ziel ist es, nach einer persönlichen Lernerfahrung den Kern des neu erworbenen Wissens auf einer Seite oder wenigen Seiten schriftlich festzuhalten und zwar so, dass der Inhalt sowohl zu einem späteren Zeitpunkt für einen selbst als auch für Dritte gut verständlich ist und neu genutzt werden kann.1

Wenn ich daran denke, in welchen Ordnern sich meine eigenen Unterlagen mittlerweile herumtreiben mögen und ich immer nie weiß, welche FachkollegInnen in welchen Fortbildungen waren, fände ich es doch ganz schön, wenn wir es hier zu einer Art Unternehmenskultur brächten. Aber zuerst einmal sollte ich selber daran arbeiten! Der Soziologe Helmut Willke, der das Werkzeug Mikroartikel entwickelt hat, meint, dass seine besondere Bedeutung darin liegt, dass eine Lernerfahrung als kurze persönliche Erzählung, als Erfahrung weitergegeben wird und dadurch die Inhalte leicht für andere nutzbar werden können. Reinmann und Eppler schlagen folgende Struktur vor:

  1. Das Thema und einige Stichworte (zur leichteren Einordnung) nennen.
  2. Das Problem oder den Lernanlass bezeichnen und die dazugehörige Geschichte mit Angaben, wann sich was wo und warum ereignet hat, aufschreiben.
  3. Einsichten, Folgerungen, Erkenntnisse oder Ähnliches stichwortartig aufschreiben.
  4. Anschlussfragen formulieren oder anderweitig das Künftige reflektieren. 2

Mikroartikel können lang oder kurz sein, analog oder digital erstellt werden (digital könnten sie halt viel besser für andere zugänglich sein!), sie können aber auch in der – wie ich finde – sehr übersichtlichen Struktur einer Karteikarte ausgeführt werden. Das erste Beispiel dafür stammt aus dem Buch Wissenswege und handelt von Mikroartikeln und was man bei ihrer Verwendung beachten sollte.3 Das zweite stammt von mir. (Es war mein erster Mikro Art!)

Und falls jemand an ein paar weiteren Beispielen für die Schule interessiert ist, ich habe 2009 eine Seminararbeit darüber geschrieben.
(juhudo)

image

MikroartikelBeispiel

Quellen:

Gabi Reinmann, Martin Eppler: Wissenswege. Methoden für das persönliche Wissensmanagement. Bern 2008. 1 S 96, 2 S 97, 3 S 98.

Helmut Willke: Systemisches Wissensmanagement. Stuttgart 2001.

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