FerienFortBildung II

– denn FerienFortbildungsLust mag ich dann doch nicht schreiben (nicht einmal um „des Reimes willen“), obwohl es zutrifft. Nachdem ich letzte Woche so gemeckert habe, kann ich diesmal geradezu davon schwärmen, wie toll Fortbildungsveranstaltungen sein können. Es handelt sich um den ersten Block des Lehrgangs Kommunikation des PH Salzburg, der sich in insgesamt vier Modulen bis Juli 2016 ersteckt. Der Lehrgang hat schon einige Male stattgefunden und diesmal habe ich endlich Zeit und Gelegenheit daran teilzunehmen. Ich werde mich wieder an einem Mikroartikel versuchen, obwohl der dem Umfang und der Komplexität der Inhalte wahrscheinlich nicht ganz gerecht werden. Aber ich hatte ohnehin keine Zeit zum laufenden Mitschreiben, da ich dauernd in irgendein Geschehen eingebunden war. Es sind als Lernprodukte einen ganze Reihe von Flipcharts und Plakaten entstanden, über die ich noch einmal nachdenken werde.  Also doch FerienFortbildungsLust.
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Thema Sprechen – Zuhören – Informieren (Block A des PH-Lehrgangs Kommunikation) [Fortbildung]
Referent: Hannes Horngacher
Story
  • Zu Beginn konnten wir 14 TeilnehmerInnen uns auf lustige uns abwechslungsreiche Art bekannt machen, indem wir einige Vorstellungsspiele ausprobierten („in welcher Himmelsrichtung habt ihr eueren Urlaub verbracht?“) und immer wieder neu zusammengemischt wurden.Am Ende des ersten Tags gab es nur eine Teilnehmerin, mit der ich noch nicht gesprochen hatte, nach drei Tagen hatten wir uns alle ganz gut kennengelernt. Da wir viel zusammen arbeiteten und voneinander lernten (und das auch noch einige Male tun werden), war es sehr sinnvoll, dafür ein bisschen zeit zu investieren.
  • Am ersten Tag ging es in gut durchdachter Anwechslung mit theoretischen und praktischen Inputs weiter. Der sehr erfahrene und inspirierende Seminarleiter Hannes Horngacher legte großen Wert darauf, uns klarzumachen, wie unser Gehirn arbeitet und wie die neuesten neurobiologischen Erkenntnisse das JOHARI-Fenster und das schon altbekannte Kommunikationsmodell Schulz von Thuns ergänzen und sich mit ihnen in Übereinstimmung bringen lassen.
  • Ein paar Erkenntnisse:
    – In der Kommunikation ist Verständnis die Ausnahme, Missverständnisse sind die Regel.
    – Selbstreflektionskompetenz ist die wichtigste Kompetenz für Lehrer- und LernerInnen.
    – In Beziehung investieren zahlt sich in jeder Situation aus, z.B. mit Smalltalk. Im Gehirn werden dadurch Areale aktiviert, die dann auch mehr Inhalte zulassen.
    – Die Wahrscheinlichkeit, das zwei Menschen gleich denken ist aufgrund der unterschiedlichen Hirnstruktur unmöglich.
    – Das Gehirn baut sich jede Woche im Prozentbereich um.
    – Wir können Einfluss darauf nehmen, wie sich unser Gehirn entwickelt, welche Neuronenverbindungen zu „Autobahnen“ ausgebaut werden und welche nicht.1
    – „Wir sind, was wir erinnern.“ (Eric Kandel)
    – Lernen funktioniert viel besser, wenn wir unser Dopamin aktivieren.
  • Außerdem wurde ich zum zweiten Mal in meinem Leben mit einer Videoanalyse  einer kurzen Rede konfrontiert. Das lzte Mal fand das vor etwa 25 Jahren statt. Das, was damals eher negativ gesehen wurde, nämlich dass ich gerne auch mit den Händen spreche, wird jetzt sehr positiv gesehen. Und die dialektale Färbung mancher meiner KollegInnen ist auch kein Problem mehr. Ich neige immer noch dazu, sehr schnell zu sprechen.
  • Das Wort „Kompetenz“ ist nach diesen Tagen nicht mehr so negativ belegt, wie vorher, ich konnte es schon nicht mehr hören.
  • Wirklich wertschätzendes Feedback ausschließlich als Ich-Botschaft geben ist gar nicht so leicht!
  • Wir haben uns auch Transfers in unseren Arbeitsalltag überlegt. Da ist es toll, dass wir sehr schnell zu einem Team geworden sind, das unkompliziert zusammenarbeiten kann. Wir konnten viele Erfahrungen miteinander teilen. Und es war spannend und völlig unkompliziert mit allen zu lernen, egal on NMS, Volksschule, BHS od AHS.
  • Unser Seminarleiter hat uns einige äußerst lehrreiche, kurzweilige und spannende Fortbildungstage ermöglicht. Eine Veranstaltung mit ihm kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.
Einsicht Folgerung Anschlussfragen
Mein Gehirn mag neuen Input. Und wenn er nicht neu ist, muss es doch immer wieder daran erinnert werden, was es an Theorien, Methoden und Anwendungsmöglichkeiten schon einmal (oder öfter) gehört hat.

Außerdem passiert es mir gelegentlich immer noch, dass ich zu schnell spreche.  😉

Lebenslanges Lernen kann kein bloßes Schlagwort sein, die Neuroplastizität des Gehirns macht es möglich und nötig, weiterzulernen, auch wenn man schon etwas älter ist.

Schlechte Fortbildungen dürfen mich nicht entmutigen, es gibt immer wieder auch sehr gute!

Wie kann ich die neu erworbenen/wieder erinnerten Kenntnisse in meinem Unterricht umsetzen? Was lässt unser System zu, worauf lassen sich die Kinder ein?

Was an weiterführender Literatur ist noch  interessant?

1 Ganz motiviert hab ich mir gleich noch die Lektüre besorgt, die Hannes Horngacher uns besonders empfohlen hat:
Gerhard Roth und Nicole Strüber: Wie das Gehirn die Seele macht. Stuttgart, 2014

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