Klassenvorstand 1. KLasse

Nach neun Jahren bin ich wieder Klassenvorstand (KV) einer ersten Klasse – und nebenbei Deutschlehrerin. So kommt es mir zumindest nach den letzten drei Schulwochen vor. 25 Mädchen und Buben, die mich in den ersten Stunden neugierig, fragend, manche vielleicht auch ein wenig skeptisch betrachtet haben, sind aufgetaut, fragen und berichten, was ihnen komisch vorkommt. Gar nicht so wenige sagen „du“ zu mir. Ein bisschen zwiespältig habe ich die neue Aufgabe schon aufgenommen, weil ich mit der vielen Verwaltung, die mit der KV-Tätigkeit einhergeht, so gar keine Freude habe und meine eigenen Kinder mittlerweise der Schule entwachsen sind. Letztes Mal hat das noch ziemlich gut zusammen gepasst.

Aber die mühsame Anfangsphase ist überwunden und wir konnten uns den wichtigen Problemen stellen:

  1. KlassensprecherInnenwahl
  2. Wandertag
  3. Wer darf wann Papierflieger werfen und sie zerreißen oder eben doch nicht?

Ersteres konnten wir nach eMausplakatinem kurzen Wahlkampf erledigen, obwohl Punkt drei damit heftig kollidierte. Da müssen wir in der kommenden Woche an den Regeln arbeiten. Den Klassensprecher- und -stellvertreterjob entschieden die Mädchen für sich, da sie sich auf eine Kandidatin einigten und die Burschen zum großen Teil sich selbst wählten. So nach dem eigentlich abschreckenden Beispiel aus dem passenden Bilderbuch „Ich bin für mich. Der Wahlkampf der Tiere“.1  Aber wir haben dann auch noch einen Stellvertreter für die Boys gewählt und die wollten, dass die Mädels mitwählen! 🙂

Der Wandertag gestern fand bei wunderschönem Wetter mit der sehr netten Mathelehrerin der Klasse und in Begleitung meiner Tochter plus Hütehund statt. Wir wanderten eine Stunde, stiegen – ein bisschen – abenteuerlich durch eine (sehr) kleine Höhle, kletterten zehn Meter einen steilen Hang hinauf (fast alle), die Teamarbeit dabei funktionierte ganz von selber. Nach Jausnen und einem längeren Natursuchspiel ging es mit Kastanien sammeln und Unterhalten sehr viel langsamer und sehr viel schmutziger wieder zurück. Ein Erfolg!

Thema drei harrt noch seiner Lösung. Das wird sicher ein bisschen dauern, geht es dabei doch um die grundlegende Frage, was Mädchen und Buben dürfen und was nicht. The Clash of Genders!  😉

Geschichten erzählen

(juhudo)

1 Martin Baltscheit und Christine Schwarz: Ich bin für mich. Der Wahlkampf der Tiere, Zürich 2005

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