The Kids Are All Right – VWA-Feedback-Day

Wir haben ja so unser VWA-Programm, mit dem wir versuchen, unsere SchülerInnen zu interessieren, zu motivieren und zu begleiten. Monika hat den VWA-Fahrplan ja schon einmal beschrieben („Auf diese Weise halten wir uns gegenseitig bei Laune ;-)…“). Der letzte Programmpunkt seitens der Schule für die allgemeine Seite der Betreuung (die Zusammenarbeit mit den jeweiligen FachbetreuerInnen läuft natürlich weiter) ist der von uns so bezeichnete Feedback-Day. Voriges Jahr als Versuchsballon gestartet und ziemlich gut angekommen, fand er am letzten Freitag ein zweites Mal statt. Ebenfalls ein großer Kraftakt für Schulleitung und LehrerInnen, denn um mit Fünfergruppen eine Doppelstunde zu diskutieren und reflektieren, muss Platz geschaffen, Freizeit geopfert und es müssen viele Stunden suppliert werden. Ohne Zustimmung der Basis funktioniert das nicht – aber sie ist bei uns *yee-haw* in hohem Maß vorhanden!

Nach einer Einführungsstunde, in der Fragen geklärt, Feedbackregeln aufgestellt und die SchülerInnen Gruppen zugeteilt wurden, saß ich mit vier Mädchen und einem Burschen, die ich selbst nicht unterrichte, zusammen. Jede/r erklärte Thema und Forschungsinteresse und las aus einer mitgebrachten fertigen Seite vor, die auch jedem weiteren Gruppenmitglied ausgeteilt worden war. In je drei Runden wurde jeder Text von jedem/r mit Hilfe von ca. hundert vorgegebenen, positiven Adjektiven beschrieben, „starke“ Stellen hervorgehoben und sein Inhalt zusammengefasst. Es war großartig zu erleben, wie relevant, wertschätzend und ermutigend die SchülerInnen ihr Feedback abgaben. Meine Aufgabe war es dann eigentlich nur noch, manches genauer zu erklären oder konkreter zu machen.

Es war für alle spannend zu hören, was denn die anderen machen und wie weit sie sind, denn die Klassen waren aufgelöst. Auch die Themen waren unglaublich spannend: Was Plastikmüll für die Tierwelt bedeutet, wie sich die Vorstellungen über den „American Way“ verändern, wie sich „Spanglish“ in Bevölkerungsgruppen Amerikas etabliert und auswirkt, wie die Spanier die Eroberung der Azteken aufgrund der Opferrituale rechtfertigten und wie Bitmaps für Grafikoberflächen anwendbar gemacht werden.

Wenn unsere SchülerInnen Themen suchen, abchecken und auswählen, ist oft viel kindlicher Enthusiasmus dabei, der auch manchmal etwas eingebremst werden muss. Aber alle, mit denen ich bisher gearbeitet habe, wollen IHR Thema erforschen und nicht einfach etwas schon Vorhandenes auswerten. Die fünf vom Freitag haben IHR Thema gefunden oder ein verändertes zu ihrem gemacht. Sie sind jetzt schon Experten und haben sich hineingearbeitet und viel dazugelernt. Sie haben sich ernsthaft und reif mit den Themen anderer auseinandergesetzt und für mich war es beglückend, ein paar unserer manchmal ja doch noch innerhalb einer Klassengruppe recht anstrengenden jungen Frauen und Männer in dieser Situation zu erleben.

Dazwischen – zwischen Stundenplan und Matura – sehe ich, dass wir alle, Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen viel richtig machen. Mit viel Anerkennung und fünf ermunternden Kommentaren pro TeilnehmerIn schritten wir in das verlängerte Wochenende. The kids are all right!

(juhudo)

Ein Gedanke zu “The Kids Are All Right – VWA-Feedback-Day

  1. Monika Neuhofer schreibt:

    Im Übrigen hatten alle anwesenden Schüler eine Seite aus ihrer in Arbeit befindlichen VWA mitgebracht. Allein das fanden wir spitze! (Dass ein paar am Freitag möglicherweise gezielt gefehlt haben, nehmen wir zur Kenntnis.)

    Textfeedback zu geben ist eine feine Sache (und insofern ein Geschenk für jeden, der sich ihm aussetzt). Ein Schüler hatte in der ersten Stunde, als wir ihnen den Ablauf erklärt haben, gefragt, was denn mit schlechten Texten passiere. Ganz spontan habe ich ihm geantwortet, dass sich jeder von ihnen wohl bemüht habe, seinen Text so gut wie möglich zu verfassen. Wir würden einfach davon ausgehen, dass niemand eine absichtlich schlecht geschriebene Seite mitgebracht hat. Und deshalb verdiene es jeder Text, dass wir uns ernsthaft mit ihm auseinander setzen und ihn wohlwollend besprechen würden. Nach reiflicher Überlegung und vor allem nach dem Workshop bin ich immer noch der Ansicht, dass dem so ist.

    Es stimmt, die Kids sind all right. Unsere Schule auch. Aber ohne Doris‘ großartige organisatorische Vorbereitung würde es auch nicht funktionieren.

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