Unbestätigte Informationen…

…. verbreite ich ja normalerweise nicht. Aber heute habe ich doch einiges gehört, das aus verlässlichen Quellen stammt und worüber ich schreiben möchte. ArgeleiterInnen- und AbteilungsleiterInnentreffen haben in letzter Zeit stattgefunden (AHS- und BHS-Bereich) und ich habe informelle Gespräche geführt und an der GermanistInnenkonferenz unserer Schule teilgenommen.

1.) Semestrierung
Die modulare Oberstufe ist ja kein Thema mehr, wohl aber die Semestrierung (zu der ich heute am 11.11.2015 auf der Seite des BMBF nicht viel finden konnte https://www.bmbf.gv.at/suche/ergebnis.html?searchterm=semestrierung). Für uns, die SchülerInnen und die LehrerInnen, bedeutet das, dass es am Ende des Semesters keine Schulnachricht, sondern ein Zeugnis geben soll. Ein Nicht Genügend soll gleich am Ende des Halbjahres bearbeitet werden und nicht vielleicht erst zu Beginn des neuen Schuljahres bei der Wiederholungsprüfung. So weit so gut.
Was passiert aber, wenn das Nicht Genügend nicht verbessert werden kann? Bis zu drei Stück sollen (Stand jetzt) bis vor die Matura mitgenommen werden können und auch da und nur da gibt es die nächste Gelegenheit zur Abhilfe. Und falls das nicht gelingt, gibt es kein Antreten zur neuen Reifeprüfung. Lerncoaches sollen helfen, aber über deren Ausbildung, Einsatz oder Bezahlung weiß ich auch noch nichts. Es werden vor allem SchülerInnen betroffen sein, denen Selbstorganisation ohnehin eher schwer fällt. Es ist zu befürchten und zu erwarten, dass viele nach acht Schuljahren ohne Abschluss der achten Klasse  der AHS oder der fünften der BHS dastehen. Menschlich und volkswirtschaftlich unverständlich.

2.) Neue Bewertung der zentralen schriftlichen Maturaarbeiten in Deutsch
Schilda lässt grüßen! Über die teilweise unzutreffenden Bewertungsraster mit ihren schwammigen Operatoren (tolle Begriffe, die gut verschleiern, dass kaum Inhalt dahinter steckt) habe ich mich ja schon ausgelassen. Heute Abend um etwa 20:00 – weil wir tagsüber für etwa 14 Leute keinen gemeinsamen Termin finden können – erfahren wir, dass die Operatoren wieder „holistischer“ (hmmm, …?) aufgefasst werden sollen, dafür aber auch wieder verbale Beurteilungen verlangt werden, weil ja sonst aber auch wirklich keine Bewertung mehr nachvollziehbar sein kann.
Nur nebenbei: Das haben wir bis zu den Kompetenzrastern immer so gemacht. Hat jahrzehntelang viel Arbeit gemacht, aber gut funktioniert. Irgendwer verarscht uns da ganz gewaltig. Oder er will uns Böses. Oder ist einfach nur unfähig. Ich muss ja fast sagen, viel spricht für das Letzte.

3.) kam gerade in der ZIB2: „Unterricht für Flüchtlinge. Laut einem Erlass darf an Pflichtschulen niemand unterrichtet werden, der nicht mehr schulpflichtig ist. Das Bildungsministerium will den Erlass nicht aufheben, auch eine Ausnahme bis zum Ende des Schuljahres lehnt man ab.“ (Leider wird man den Beitrag ab 18.11.nicht mehr ansehen können.) Ein niederschwelliges, einfach funktionierendes Projekt, hinter dem LehrerInnen, SchülerInnen, Landesschulrat und Landesrätin stehen, wird kurzerhand abgewürgt, weil „Rechtssicherkeit geschaffen werden muss“, wie Sektionschef Nekula sagt, trotz „großer Wertschätzung“. Da springt einem ja der Taschenfeitel in der Hosentasche auf, wie man auf gut oberösterreichisch sagt.

4.) Und weil ich gerade beim Frust ablassen bin: Dass das, was am 17. November als „Bildungreform“ präsentiert werden soll, höchstens eine Schulorganisationsreform zu werden scheint, ist keine Frage mehr. Man könnte die Dinge ja auch beim richtigen Namen nennen, dann hätte ich vielleicht weniger das Gefühl, dass das eh wieder nix wird.

(juhudo)

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