3 Jahre, 3 Bücher und 4 Filme

bilden einen Teil der Geschichte einer Klasse ab, die mich vor drei Jahren überzeugt hat, dass es wirklich, wirklich wichtig wäre, als Klassenlektüre „Die Tribute von Panem“ zu lesen. Die Kinder waren damals erst in der zweiten Klasse und ich selbst wäre nicht auf die Idee gekommen, dieses Buch vorzuschlagen, vor allem, weil sie mir noch ein bisschen jung dafür vorgekommen sind. Aber aus gedrucktem Text holt sich ja jede/r das heraus, was er oder sie gerade braucht und wir haben es gelesen. (Ich schon ein, zwei Jahre zuvor und es hatte mir ganz gut gefallen.) Die dystopische Geschichte von Katniss und Peeta hat voll eingeschlagen, bei den SchülerInnen wegen der Liebesgeschichte und des Überlebenskampfes und bei mir wegen der darin enthaltenen Medien- und Vermarktungskritik. Und natürlich, weil es spannend und anschaulich geschrieben ist – schon ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen will. Obwohl sich die Vorlieben der Mädchen und Burschen meist sehr unterschieden haben, waren sie sich bei diesem Buch einig – es war toll!

Die weiteren Bände haben viele wohl selbst gelesen, während des Deutschunterrichts wollte ich dafür keine Zeit mehr aufwenden, aber wir haben uns die ersten beiden Verfilmungen immer so am frühen Nachmittag, gleich nach dem Unterricht, angesehen. Und letztes Jahr in der 4. Klasse im Kino Mockingjay 1 – auf Englisch! Ich war wirklich begeistert davon, dass sich die Kinder das gewünscht haben, und hatte ein bisschen Bedenken, ob sie dann auch wirklich etwas von dem Film haben würden. Doch sie kamen völlig zufrieden aus der Vorstellung heraus.

Heuer – ich unterrichte nur mehr ein paar von ihnen im Fach Informatik – meinten einige: „Frau Professor“ (das schaut geschrieben, aber komisch aus, wenn ich das jetzt so sehe ;-)), „können wir uns nicht auch noch den letzten Teil ansehen? Das hat doch schon Tradition!“ Und so waren wir gestern Abend wieder im Kino, 18 Jugendliche, drei davon mittlerweile aus anderen Schulen, die schnell noch gewhatsappt haben, ob sie nicht auch mitgehen könnten, und ich, wieder auf Englisch, war ja keine Frage.

Wir werden nächste Woche noch ein bisschen darüber sprechen müssen. Es haben sich mir viele Assoziationen zur gegenwärtigen Flüchtlingssituation und zu den terroristischen Akten der letzten Tage aufgedrängt. Der Film wirkt gerade fast zu aktuell. Was er zeigt ist, wie Menschen von Ideologien vereinnahmt werden und was Krieg und totalitäre Systeme mit ihnen machen. Katniss und Peeta kommen nur schwer gezeichnet davon – da es sich aber um Bücher und Verfilmungen für Jugendliche handelt, muss es doch sowas wir ein Happy End geben. Ähnlich wie bei Harry Potter wirkt es etwas sehr bemüht und passt nicht recht. Auch zwischendurch ist die eine oder andere Ungereimtheit zu bemerken. Aber insgesamt lässt sich schon einiges damit anfangen, auch für den Unterricht.  Jedenfalls werde ich „Die Tribute von Panem“ wohl immer mit dieser Klasse in Verbindung bringen.
(juhudo)

 

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