April, April!

Gleich zweimal haben meine Schüler gestern versucht, mich in den April zu schicken. Beide Male ist es ihnen gelungen. Zielsicher haben sowohl die Drittklässler als auch die Fünftklässler meine latente Schwäche ausgenutzt. Gnadenlos haben sie die mich immer ein wenig umgebende Verwirrung benutzt, um mich reinzulegen. Ich bin aber auch echt ein dankbares Opfer!

Um acht in der Früh öffne ich die Tür jener Klasse, in der es normalerweise rundgeht – und finde: niemanden! Oh, hab ich jetzt doch nicht Deutsch? Bin ich (wieder einmal) in der falschen Klasse? Verwirrt geh ich wieder raus, betrachte den Raumplan an der Tür. Nein, ich habe jetzt schon diese Klasse. Aber wo sind die Schüler? Habe ich einen Termin verschwitzt? Suchend blicke ich mich in der Klasse um, kein Hinweis, oder doch? An der Tafel erkenne ich ein kleines „Im Schulhof“. Ich schaue aus dem Fenster – und ja, da stehen sie vollzählig im Schulhof und grinsen. April, April!

Mehrere Klassen und Stunden später das gleiche Spiel: Natürlich denke ich mittlerweile nicht mehr an den ersten April, und überhaupt, Fünftklässler haben mit Aprilscherzen soundso nichts mehr im Sinn. Denkste!

Ich öffne die Klassentür und erschrecke. Mit gezücktem Stift sitzen sie in Reih und Glied, die Sitzordnung für eine Schularbeit oder einen Test umgebaut und schon die Trennwände aufgestellt. Mich reißt es ordentlich. Habe ich ihnen eine Lernzielkontrolle angekündigt? Das habe ich ganz vergessen! Fragend schaue ich meine Schüler an. „Ja, Schularbeit!“, schallt es mir ungeduldig entgegen. Kurz wird mir heiß und kalt gleichzeitig. Kann das sein, dass wir heute tatsächlich Schularbeit haben?? Da blicke ich in ein Gesicht, das nur mehr mühsam das Lachen unterdrücken kann. Erleichtert stelle ich fest, dass ich nunmehr zum zweiten Mal und um nichts weniger erfolgreich als beim ersten Mal in den April geschickt worden bin. Na, bravo!

Übrigens, durch das Schulgebäude zu irren und die zu unterrichtende Klasse nicht zu finden, ist ein recht häufig vorkommender Lehrer(alb)traum. So manche Kollegin wird davon bis weit in die Pension hinein heimgesucht. Ich fürchte, ich werde auch einmal so eine! (nemo)

 

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