Bildungsstandards Deutsch: Und weitergeht das fröhliche Messen …

Eine Kompetenzmessung der üppigeren Art stand diese Woche auf dem Programm: die Überprüfung der Bildungsstandards im Fach Deutsch in der 8. Schulstufe (4. Klasse AHS und NMS). Ca. 80.000 SchülerInnen in ganz Österreich nahmen daran teil, etwa dreieinhalb Stunden waren sie damit beschäftigt.

Den Beginn machte die Überprüfung der Schreibkompetenz. In 35 Minuten musste ein Text einer bestimmten Schreibhaltung entsprechend (d.h. erzählen, beschreiben, argumentieren etc.) produziert werden. Danach wurde 20 Minuten lang das Hörverständnis anhand mehrerer und unterschiedlicher mündlicher Beiträge (die auf CD vorgespielt wurden) überprüft. Anschließend wurde ausgiebig die Lesekompetenz (sowohl die Schnelligkeit der Informationsentnahme aus Texten als auch das Leseverständnis mussten unter Beweis gestellt werden) getestet, bevor abschließend das Sprachbewusstsein (Grammatik, Wortschatz, Rechtschreibung, Zeichensetzung) überprüft wurde. In einigen Wochen werden dann noch Stichproben zum mündlichen Ausdrucksvermögen folgen.

Insgesamt ein ordentliches Unterfangen, diese Messung der Bildungsstandards in Deutsch. Eigentlich hätte diese ja schon vor zwei Jahren stattfinden sollen. Damals machte ein Datenleck beim BIFIE der Testung einen Strich durch die Rechnung. Diesmal lief, glaube ich zumindest, alles glatt. Es war beeindruckend, mit welcher Professionalität und Perfektion die Materialien vorbereitet wurden. Da stimmte einfach alles – vom mitgelieferten Stift bis zu den Bearbeitungshinweisen, vom TestleiterInnen-Heft bis zu den Aufgaben.

Keine Ahnung, ob es an anderen Schulstandorten etwas zu bemängeln gab. Bei uns jedenfalls funktionierte die Performance des BIFIE (das ja für die Bildungsstandards ebenso zuständig ist wie für die schriftliche Reifeprüfung) anstands- und reibungslos. Wie gesagt, der Grad an Professionalität, mit der diese Testung formal und inhaltlich aufwarten konnte, ist tatsächlich beeindruckend. Man merkt dem Projekt an, wie intensiv daran gearbeitet wurde. Und man sieht ganz deutlich, wie viel Geld da drinsteckt.

Tja. Was nicht alles möglich ist, wenn man den Bildungsbereich ordentlich und ausreichend dotiert! Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Überprüfung will ich nicht stellen. Wird schon sinnvoll sein. Die empirische Bildungsforschung bekommt auf diese Weise jedenfalls Daten und Forschungsmaterial en masse. Auf die Ergebnisse der Auswertung (und die Schlüsse, die daraus gezogen werden) bin ich schon jetzt gespannt. (nemo)

 

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