Schuljahresfinale

Wie jedes Jahr keucht man um diese Zeit und sehnt die Ferien herbei. Es gibt so vieles, was es abzuschließen, fertig zu machen und daneben auch noch zu tun gibt. Dabei bin ich in diesem Jahr kaum mit der Matura befasst. Trotzdem geht es mit meiner Energie spürbar zu Ende. Wie kann das sein?

Eigentlich lehne ich diese Rede von den leeren Batterien und der Notwendigkeit des Akkuaufladens ja ab. Ich wehre mich nämlich dagegen, Menschen als Maschinen zu betrachten. Auch Metaphern, die eine diesbezügliche Ähnlichkeit nahelegen, gehören für mich dazu. Wir sollten unser Leben und unsere Arbeit meines Erachtens so einrichten können, dass wir ohne solche Bilder von duracellartig laufenden bzw. an Ladestationen angeschlossenen Menschen auskommen. Ein vor einigen Monaten in Der Zeit erschienener Artikel hat mir in dieser Hinsicht aus der Seele gesprochen.

Dennoch gelingt es auch mir nur unzureichend, ein Schuljahr anders zu organisieren, als dass am Ende das Selbstbild eines nassen Fetzens überbleibt (was ja wohl auch nicht besser ist als das der leeren Batterien). Gut, wir haben in Bälde mehrere Wochen Ferien, insofern ist unser Arbeitsrhythmus wohl so intendiert, dass am Ende eines Schuljahres dringend notwendige Erholung steht. Sonst könnte man die langen Sommerferien dem „normalen Arbeitnehmer“ gegenüber ja gar nicht rechtfertigen. Dennoch wünsche ich mir einmal ein Schuljahresfinale, das ohne das Gefühl der Erschöpfung auskommt.

Das diesjährige gehört leider nicht dazu. In den nächsten vier Wochen steht noch an:

  • Die Korrektur der letzten Schularbeit (allerdings: Dieser Tage ließ uns die OECD ausrichten, dass wir in Österreich eh zu kleine Klassen haben – 25 Deutschschularbeiten demzufolge nicht der Rede wert).
  • Die Präsentation des Kulturprojekts am 21. Juni im Literaturhaus und die dafür notwendigen, durchaus noch üppigen Organisations- und Vorbereitungsarbeiten, damit es (hoffentlich!) ein gelungener Abend werden kann. (Das Kulturprojekt selbst braucht mindestens einen eigenen Blogeintrag, heute nur einmal die Ankündigung der Veranstaltung im Programmheft des Literaturhauses).
  • Letzte Prüfungen und Lernzielkontrollen, um danach die Noten gerecht verteilen und eintragen zu können.
  • Die Sportwoche: vom 26. Juni bis zum 1. Juli bin ich mit meiner und den anderen fünften Klasse in Kärnten. Ich freu mich darauf – wissend, dass Sportwoche zwar ein bisschen wie Urlaub klingt, in Wirklichkeit aber wenig damit zu tun hat. Allerdings – und das macht einen gewaltigen Unterschied – bin ich nicht die Organisatorin und Leiterin der Veranstaltung, sondern nur eine Begleiterin. Insofern: Hut ab vor den Sportlehrern, die Sportwochen und Skikurse organisieren, leiten und die Verantwortung für solche Schulveranstaltungen tragen.
  • Happy Days und Übernachtung in der Schule. Das wünscht sich meine Klasse für den KV-Tag in der letzten Schulwoche. Tja.

Daneben gibt es natürlich auch noch den Schulalltag und vieles, was im Einzelnen zu wenig ergibt, um es extra aufzuzählen. Die Summe der vielen Kleinigkeiten trägt aber auch ihr Schäuflein zum Gesamterschöpfungszustand bei.

Und trotzdem: Erschöpfung hin oder her – ein Schuljahresfinale hat schon auch etwas Erhebendes. Es gilt, ein Schuljahr gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, gemeinsam mit den KollegInnen und allen, die in der Schule tätig sind, abzuschließen, und das verleiht – das spüre ich sogar, während ich diese Zeilen schreibe – noch einen kleinen Extra-Energiekick, der einen über diese Wochen trägt. Die nachfolgenden Ferien sind jedenfalls hart verdient und bitter nötig, auch wenn es der gemeine Österreicher nicht glauben mag. Ah ja, und Doris sitzt im Übrigen gerade wieder einmal an der Finalisierung des Jahresberichts … (nemo)

 

 

 

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