Sommersportwoche

Mit 73 Jugendlichen, 6 BegleitlehrerInnen und 2 Reisebussen sind wir letzten Sonntag nach Kärnten aufgebrochen. Sommersportwoche – allein der Name klingt für mich ja wie die ultimative Geschmacksverbindung aus Twinni und Jolly gemeinsam. Das Schuljahr fast um und du fährst mit deinen MitschülerInnen aus der Klasse (und den Parallelklassen) auf Sportwoche: Baden gehen, am See liegen, neue Sportarten ausprobieren, Volleyball spielen bis es dunkel wird, Lagerfeuerromantik und so weiter und so fort … Nostalgische Erinnerungen an die eigene Schulzeit werden wach. Fast jedem, der selbst so eine Woche als Schüler oder Schülerin miterlebt hat, fällt eine Geschichte dazu ein. Das kann kein Zufall sein.

Was aber braucht es aus LehrerInnensicht, damit eine Sommersportwoche ihrem Namen gerecht wird? Nachfolgend die wichtigsten Ingredienzien in 5 Punkten:

  1. einen See und schönes Wetter: Sommersportwoche ohne See und Sonne ginge gar nicht. Der Millstätter See in Oberkärnten aber ist bestens zu diesem Behufe geeignet. Kajak, surfen, segeln und natürlich schwimmen, baden und Tretboot fahren. Viel Sonne und wunderbare Landschaft. DSC03938
  2. eine ordentliche Unterkunft und gutes Essen: Man erinnert sich selbst ja noch an so manches muffige Stockbettzimmer im Landschulheim mit, sagen wir, mittelmäßiger Küche. Mir scheint, früher war das den SchülerInnen nicht so wichtig, heute aber sind die meisten gehobenere Standards gewöhnt. Wir jedenfalls waren im Seehotel Steiner in Seeboden untergebracht und dieses Haus bietet alles, was das Herz begehrt: eine tolle Anlage direkt am See mit großer Terrasse und eigenem Badestrand, freundliches Personal, schöne Zimmer mit Bad und Balkon, richtig gutes Essen. Empfehlung!
  3. ein vielfältiges Sportprogramm mit professionellen Sporttrainern. Ich kann nicht für alle sprechen, aber bei dem, was ich gesehen und wo ich selbst mitgeschwitzt habe, war genau das der Fall. Das gebuchte Sportprogramm und die Uhrzeiten wurden ausgehängt, die Kids konnten selbständig hinmarschieren und kamen jedes Mal rundum zufrieden wieder zurück. Camp Royal X machte es möglich. (Ich war übrigens tanzen und Tennis spielen, falls es jemanden interessiert.) DSC03937
  4. nette KollegInnen: Man verbringt schon viel Zeit miteinander, wenn man von Sonntag bis Freitag gemeinsam auf Sportwoche ist. Da schadet es nicht, wenn man mit den KollegInnen harmoniert, Spaß haben und sich aufeinander verlassen kann. Wir, sechs durchaus unterschiedliche Typen, hatten es fein miteinander: Wir konnten Probleme im Team besprechen und lösen, wir übernahmen verschiedene Aufgaben und Rollen, und wir hatten bei all dem ziemlich viel Spaß miteinander. Die Angelegenheit ist nämlich weniger einfach, als man meinen könnte: Aufgrund eines strengen Aufsichtserlasses steht man ziemlich schnell mit einem Fuß „im Gefängnis“. Beispielsweise muss immer ein Sportlehrer zugegen sein, wenn 15-Jährige mit Allround-Schwimmabzeichen ins Wasser wollen. Zwar gehen dieselben Jugendlichen auch in ihrer Freizeit alleine mit ihren Freunden und ganz ohne elterliche Begleitung baden. Wenn es sich jedoch um eine Schulveranstaltung handelt, sind die Lehrer verantwortlich, sollte etwas passieren. Der Aufsichtspflicht bei 73 Jugendlichen solcherart nachzukommen, dass so eine Woche trotzdem für alle Beteiligten zu einem positiven und außergewöhnlichen Erlebnis wird, ist schon nicht ganz einfach – vor allem, wenn man die Leitung und damit die Gesamtverantwortung innehat. Deshalb: Hut ab vor den SportlehrerInnen, die Sportwochen organisieren, durchführen und diese Verantwortung übernehmen. DSC03943
  5. last but not least – SchülerInnen, wie wir sie haben: Ach, es ist einfach immer wieder eine Freude, wie normal, nett und freundlich unsere SchülerInnen sind. Insbesondere auf Reisen erweist sich das als Non plus ultra, um gemeinsam schöne und lustige Tage zu verbringen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen halten sich alle an die Regeln und rechtfertigen das Vertrauen, das wir ihnen entgegenbringen. Die Sporttrainer ebenso wie die Leute vom Hotel bestätigten uns einmal mehr, was für nette SchülerInnen wir haben. Ich weiß nicht, wie’s anderen geht, aber mich macht das jedes Mal stolz und glücklich. Und als Klassenvorständin genieße ich es ganz besonders, soviel (Frei)-Zeit mit meinen SchülerInnen zu verbringen. Man lernt sich einfach anders kennen, wenn man von morgens bis abends (bzw. nachts) gemeinsam sportelt, redet und zusammen ist. Insgesamt gilt: Kann man echt nur empfehlen so eine Sommersportwoche. Auch aus LehrerInnensicht! (nemo)

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