„Sommer“ in Salzburg

Gut, es gibt Menschen, die gerne ganzjährig mit Kopfbedeckung herumlaufen. Ok, soll sein. Aber das, was ich heute Morgen sehen musste, war etwas anderes: Menschen, sonder Zahl, die mit Haube und Handschuhen auf dem Fahrrad saßen. Am 11. August! Das müsste nicht sein. Aber dieser „Sommer“ bringt solche Erscheinungen hervor. Eben denkst du noch, es wäre schön (z.B. am Montag dieser Woche), schon findest du dich bei 10 Grad im Dauerregen wieder (z.B. am Dienstag dieser Woche). Das Problem dabei ist, dass es zumindest gefühlt mehr Dienstage als Montage zu geben scheint. Heißt konkret: Es pisst andauernd und es ist saukalt.

Und deshalb will ich mich jetzt einmal beschweren. Ich fahre nämlich tagaus, tagein mit dem Fahrrad. Innerstädtisch lege ich fast alle meine Wege mit dem Drahtesel zurück. Angesichts der Verkehrssituation in dieser Stadt scheint mir das ohnehin der bessere Weg zu sein. Und außerdem fahre ich eh viel lieber mit dem Fahrrad als mit dem Auto: Man ist an der frischen Luft, hat ein bisschen Bewegung und kommt zügig voran. Das einzige Problem – und da wären wir wieder beim „Sommer“ – ist das Wetter in dieser Stadt. Gut, ich habe eine wasserdichte Regenbekleidung, neuerdings auch schicke Gummistiefel. So komme ich zumindest meistens trockenen Fußes dort an, wo ich hinwollte.

Zum häufigen Regen kommt aber noch etwas anderes: Es ist in dieser Stadt nämlich mindestens ein halbes Jahr lang ja auch noch, sagen wir, ordentlich frisch. Heißt, ohne Handschuhe und Haube geht gar nichts. Wenn dann irgendwann im Mai die Zeit kommt, wo man diese Utensilien glaubt verräumen zu können, ist das für mich jedes Mal ein Moment der Befreiung. Ich genieße es, wenn mir fortan der Wind sanft durchs Haar streicht. Mögen Finger und Ohren bei der Ankunft mitunter auch ein klein wenig klamm sein, freue ich mich dennoch, endlich eine Zeit lang ohne Haube und Handschuhe ausrücken zu können.

Und dann das. Mitten im „Sommer“ friert es einem schon wieder die Ohren ab, von den Fingern ganz zu schweigen. Die Pragmatischen unter uns bedecken Haupt und Hände und radeln los. Ich aber weigere mich und friere weiter. Ich will keinen „Sommer“ dieser Art und das soll man sehen. Ich kämpfe auch weiterhin für einen August ohne Kopfbedeckung und einen Sommer ohne Anführungszeichen. Und um neue Munition in meinem Kampf zu holen, fahre ich nächste Woche in den Süden. Au revoir! (nemo)

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