Unterwegs mit Groß und Klein. Ein Wandertag der extrafeinen Sorte

Mit 29 coolen 16-Jährigen und 24 lieben 10-Jährigen begaben wir uns heute Vormittag auf die große Wiese nach Hellbrunn. Der Grund für unseren Ausflug war, dass sich meine sechste Klasse eine erste Klasse als Patenklasse gewünscht hatte. Und die Erstklässlerinnen (in diesem Fall ist es eine reine Mädchenklasse) wollten ein paar der ganz großen SchülerInnen kennenlernen, auf dass sie neben uns LehrerInnen noch jemanden an der Schule haben, dem sie Löcher in den Bauch fragen können.img_1832

Wir machten uns also auf den Weg und erlebten einen dieser Tage, an denen ich felsenfest davon überzeugt bin, dass es auf der ganzen Welt keinen schöneren Beruf geben kann als den meinigen. Nicht, dass unser Ausflugsziel so spektakulär gewesen wäre. Auch nicht, dass unser Ausflugsprogramm so einzigartig gewesen wäre. Aber die Freude, die gute Laune, der Spaß, das Zwischenmenschliche, die gelungenen Kontaktaufnahmen, das gemeinsame Spielen und das alles bei prächtigem Herbstwetter in einer wunderbaren Umgebung – LehrerInnenherz, was willst du mehr?

Mit zwei einander unbekannten Klassen zogen wir los, mit einer gemeinsamen Gruppe kehrten wir zurück. Dazwischen ereignete sich folgendes: 1. Wir jausneten zusammen. 2. Wir erkundeten den Spielplatz. 3. Wir ließen die SchülerInnen zwei Kreise bilden, die Kleinen innen, die Großen außen. Dann sollten sie sich ihrem Gegenüber vorstellen und sich z.B. über ihr Lieblingsessen, ihr Lieblingskinderbuch oder das Coolste am WRG austauschen. Immer wenn wir klatschten, rückten die Großen um einen Schritt nach rechts und das Austauschen begann von neuem. 4. Wir bildeten gemischte 4er- bzw. 5er-Teams und ließen sie in der Natur verschiedene Dinge suchen: Etwas, das weich ist; etwas, das ein Geräusch macht; etwas, das ganz gerade ist; etwas, das gut riecht. Etcetera. 10 Dinge sollte jede Gruppe finden und danach aus diesen Dingen ein Bild legen. 5. Wir machten einen „Ausstellungsrundgang“ und schauten uns die Bilder an. Jede Gruppe erklärte kurz ihr Bild und alle erhielten für ihr Bemühen und ihre Kreativität Applaus. img_1821

Dann war der Vormittag auch schon wieder fast vorbei und wir wanderten zurück. Was ich da auf dem Heimweg in der Hellbrunner Allee mitansehen durfte, ließ mein Lehrerinnenherz gleich mehrmals hüpfen: Große und Kleine einträchtig nebeneinander, sie schwatzten und lachten, sie fragten sich aus und erzählten, über den Größenunterschied von bis zu zwei Köpfen hinweg, dass es eine wahre Freude war.

Welche Argumente auch immer für eine gemeinsame Schule der 6-bis 14-Jährigen existieren mögen, ich bin und bleibe ein Fan der Langform des Gymnasiums, bei der 10- bis 18-Jährige gemeinsam unterrichtet werden! (nemo)

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3 Gedanken zu “Unterwegs mit Groß und Klein. Ein Wandertag der extrafeinen Sorte

  1. 8B schreibt:

    Wien, am 19.10. um 0:02 und da fällt mir ein: Da gab’s doch diesen Blog. Sogar einfach mit Blog Monika Neuhofer gefunden (beeindruckend). Schon unmittelbar nach dem ersten Absatz befindet sich der Geist wieder im Klassenzimmer Raum 108. Der Größte. Äußerst wichtig – selbstverständlicherweise. Ein Gefühl der Ruhe tritt ein. Ja, mein Kompass hat wieder ein Norden, der Weg ist klar und nicht überwuchert mit etwaigen Unkraut.
    Vermisse ich die Zeit der markierten Pfade? Ein wenig. Ist die neu gewonnene Freiheit umso besser? Tja, irgendwie schon. Werde ich gerne daran zurückerinnert wie es mal war? Auf jeden Fall.

    Und daher: Vielen Dank für Ihre Arbeit, die einem selbst jetzt noch – Jahre später – in Form dieses Blogs irgendwie weiterhilft.
    Liebe Grüße
    Vielleicht haben Sie ja an den Rechtschreib- und Grammatikfehlern erkannt welcher Ihrer ehemaligen Schüler das geschrieben hat.

    Gefällt 1 Person

  2. Monika Neuhofer schreibt:

    Lieber ehemaliger Schüler!

    Ehrlich gestanden wäre ich wohl nicht draufgekommen, wer der Verfasser des Kommentars ist. Nicht nur, weil so wenig Rechtschreib- und Grammatikfehler drinnen sind. 😉 (Woran ich übrigens nie und nimmer meine SchülerInnen, gegenwärtige, ehemalige oder auch zukünftige, erkennen kann und will!) Eher schien mir der Stil darauf hinzudeuten, wer von der früheren 8B das sein könnte. Trotzdem wäre ich nicht auf dich gekommen, hab’s dann aber über die E-Mail-Adresse, die ich ja auch sehen kann, erfahren (und kann jetzt auch die Anspielung auf die Wichtigkeit der Klassenraumgröße verstehen 🙂 ).

    DANKE für dieses Geschenk, das du mir mit deinem Kommentar heute gemacht hast! Ja, es ist dieser Weg, den wir ein paar Jahre gemeinsam gegangen sind, und das, was davon bleibt und weiterwirkt, ich glaube auch, darauf kommt’s an in der Schule.

    Dir alles Gute und lass doch wieder einmal von dir hören!

    Monika

    PS: Im Übrigen wollten wir uns duzen, wollt ich nur noch mal gesagt haben. 😉

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