Das Stinktier oder die Verwegenheit der deutschen Sprache

Mir ist ein kleines Bilderbuch zufällig in die Hände gefallen. (Ich liebe Bilderbücher und nenne eine erkleckliche Anzahl davon mein eigen.) Der Text stammt von Mac Barnett, die Bilder von Patrick McDonnel und die Übersetzung von Barbara Küper.

Es handelt sich um eine kleine Parabel, in der ein ganz durchschnittliches Männchen  von einem Stinktier verfolgt wird. Wir erfahren nichts darüber, warum das passiert, aber wir erleben die kreativen Versuche mit, das kleine Raubtier wieder loszuwerden. Ein Konzertbesuch, Riesenrad fahren oder die Flucht durch die Kanalisation bleiben erfolglos und erst der Kauf eines neuen Hauses mit dazugehörigem Umzug hilft. Doch dann: Das namenlose Männchen vermisst seinen Verfolger und macht sich selbst auf die Suche. Als er das Stinktier endlich findet, beschließt er: „Ich glaube, ich werde es im Auge behalten, um sicherzugehen, damit es mir nicht noch mal folgt.“

Ich mache mich gern auf die Suche nach dem englischen Original, wenn mir ein Buch so gut gefällt. Die Kindle-Vorschau macht es möglich, zumindest ein paar Seiten zu vergleichen und oft ist es so, dass mir die Ursprungssprache besser gefällt. Hier nicht. Es ist doch unvergleichlich einfallsreicher von „ich trödelte“ als von „I slowed“ oder „Ich schlug viele verwegene Haken“ als von „I took many wild turns“ zu lesen. Die „verwegenen Haken“ haben es mir besonders angetan!

Für mich ist das ein tolles Beispiel, was eine einfühlsame und kreative Übersetzung aus einer ohnehin schon sehr liebenswerten Geschichte herausholen kann. Die Illustrationen im Stil der 50-er Jahre tragen ihren Teil dazu bei. Das Büchlein läuft unter dem Genre Bilderbuch oder Kinderbuch, doch es ist auf jeden Fall eines, an dem auch Erwachsene Gefallen finden können.

Geschenktipp!

(juhudo)

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