Cinéfête 2017

Mit den Französisch-SchülerInnen der 7. und 8. Klassen waren wir heute Vormittag im Kino. Wie jedes Jahr um diese Zeit findet im Salzburger Das Kino gerade die Cinéfête, ein kleines Festival des französischsprachigen Films, statt. Mehrere Filme für verschiedene Altersstufen stehen zur Auswahl, darüber hinaus gibt es im Internet pädagogisches Material zur Vor- und Nachbereitung. Feine Sache!

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Der Film, den wir mit den Fortgeschrittenen heute angeschaut haben, heißt im Original Les Héritiers. Im Programmkino lief er vor ungefähr zwei Jahren unter dem Titel Die Schüler der Madame Anne. Er erzählt von einer Schulklasse aus dem Pariser Vorort Créteil, die angeregt und begleitet von ihrer Geschichtelehrerin Madame Gueguen am Concours national de la Résistance et de la Déportation teilnimmt. „Kinder und Jugendliche im System der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager“ lautet das Jahresthema, mit dem sich die SchülerInnen dabei auseinandersetzen sollen.

Die schwierigen und leistungsmäßig schwachen SchülerInnen unterschiedlichster Herkunft scheint zunächst nichts für die Teilnahme an diesem Wettbewerb zu qualifizieren und auch ihr Interesse an dem Thema ist enden wollend. Nach und nach jedoch finden sie – unterstützt und getragen durch das Vertrauen und den Respekt der Lehrerin – Gefallen an der Auseinandersetzung mit der Geschichte. Sie beschäftigen sich mit den Biographien und Schicksalen der deportierten Kinder und beginnen sich mit den jungen Menschen von damals zu identifizieren.

Als wir vor einigen Wochen in der Klasse darüber abgestimmt hatten, welchen Film wir bei der Cinéfête ansehen würden, war ich froh, dass sich die SchülerInnen für diesen Film entschieden. Gerade im Französischunterricht lechzen wir ja immer nach Inhalten jenseits von Familie, Hobbys, Kleidung und Sport. Dass der Film jedoch so gut sein würde, hatten wir nicht erwartet. Es ist nämlich wirklich erstaunlich, wie es diesem Film gelingt, die Realität der Banlieue-Jugendlichen zu vermitteln und gleichzeitig ihr wachsendes Interesse an der Beschäftigung mit der Geschichte der Konzentrationslager glaubhaft und nachvollziehbar zu inszenieren. Die zunehmende Betroffenheit der Jugendlichen angesichts des Schicksals der deportierten Kinder überträgt sich dabei nach und nach auch auf die ZuseherInnen. Es war heute Vormittag mucksmäuschenstill im vollbesetzten Kinosaal, als der Überlebende Léon Zyguel über das von ihm im KZ Miterlebte sprach.

Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und stellt eine Lehrerin in den Mittelpunkt, der es unter wahrlich schwierigen Umständen gelingt, bei ihren Schülern etwas zu bewirken. Diese Frau, ihr Agieren und ihre Haltung, kann man sich zum Vorbild nehmen. Die DVD des Films sollten wir uns für die Schulbibliothek besorgen. (nemo)

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