Zeitung in der Schule

Mit zwei Schulklassen habe ich in diesem Jahr ein Zeitungsprojekt durchgeführt. Nichts Großes, aber trotzdem recht wirkungsvoll. Über die Servicestelle ZiS (Zeitung in der Schule) haben wir die Möglichkeit, verschiedene österreichische Tages-, aber auch Wochenzeitungen und Magazine in Klassenstärke zu bestellen. Die Zeitungen werden uns dann vier Wochen lang kostenlos geliefert. Im Anschluss an die Aktion können sich die SchülerInnen die Zeitung ihrer Wahl gratis für weitere vier Wochen nach Hause bestellen.

Den Viertklässlern (aber auch den Sechstklässlern, mit denen ich das Zeitungsprojekt im Dezember durchgeführt habe) hat die Aktion gut gefallen. Wir haben zunächst Teile des entsprechenden Kapitels im Schulbuch durchgearbeitet. Anhand der aktuellen Ausgaben der Zeitungen konnten die Ausführungen veranschaulicht, konkretisiert und aktualisiert werden. Danach haben die SchülerInnen selbständig mit den Zeitungen gearbeitet und bestimmte Arbeitsaufgaben für eine Art Zeitungsportfolio erledigt.

Besonders der Vergleich verschiedener Zeitungen erschien in diesem Zusammenhang gewinnbringend. Dadurch wurden den SchülerInnen bestehende Unterschiede in Bezug auf Layout, Themen, Schwerpunkte, aber auch hinsichtlich der Qualität der Inhalte vor Augen geführt. Den Unterschied zwischen einer ihrem Anspruch nach „meinungsbildenden“ und einer „meinungsmachenden“ Zeitung haben, glaube ich, wirklich alle verstanden.

Ob die Vierzehnjährigen auch tatsächlich zu künftigen Zeitungslesern werden, ist natürlich trotzdem nicht gesagt. Ebenso wie die Online-Ausgaben zum bloßen Überfliegen, Herumsurfen und Weiterklicken einladen, werden die Print-Ausgaben gerne einfach nur durchgeblättert. Fotos und Schlagzeilen, viel mehr wird meist nicht wahrgenommen. Hängen bleiben die Jungs dann tendenziell beim Sport, die Mädchen bei den Society-Seiten. Und alle gemeinsam lockt in erster Linie das Kleinformat.

Wie so oft ist das richtige Lesen der Knackpunkt. Egal, ob Zeitungsprojekt oder Recherche für Referate bzw. später dann für die VWA – das sinnerfassende Lesen von Zeitungsartikeln (oder Sachbüchern) ist anstrengend und erfordert Zeit. Des Öfteren müsste man dabei unbekannte Begriffe klären, Stellen mitunter zweimal lesen und sich generell über einen längeren Zeitraum konzentrieren. Mir kommt vor, an der Bereitschaft, sich auf längere oder schwierigere Texte einzulassen, mangelt es bisweilen gravierend. Irgendwie will kaum jemand mehr den Inhalten so richtig auf den Grund gehen. (nemo)

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