Verdichtete Zeit oder Ein Highlight jagt das andere

Ein bisschen gar viel ist los in meinem derzeitigen Lehrerinnenleben. Am Dienstag dieser Woche fand unser großer pädagogischer Tag statt. Der erste seit sieben Jahren. Die Vorbereitung desselben war üppig, der Tag selbst schließlich ebenso intensiv wie beflügelnd. Wer sind wir als WRG? Wo wollen wir im Jahr 2025 stehen? Was sind unsere Visionen und wie können wir die in den vorgegebenen Rahmen umsetzen? Das waren die Themen, die uns an diesem Tag begleiteten. Ein Highlight, das mehr als einen ausführlichen Blogbeitrag verdienen würde – allein, es fehlt die Zeit. Bereits gestern, am Tag danach, stand nämlich schon wieder so viel anderes auf der Tagesordnung, dass die nachbereitende Reflexion noch warten muss.

Heute bereits das nächste Highlight, über das es ebenso viel zu erzählen gäbe und das ebenfalls der genaueren schriftlichen Betrachtung harren muss: Seit Anfang März halte ich einmal wöchentlich am Fachbereich Germanistik der Uni Salzburg eine Lehrveranstaltung zum Thema „Interkultureller Deutschunterricht“. Das Thema begeistert mich, die Studierenden gehen mit. Jeden Donnerstag erfreue ich mich an der gemeinsamen Reflexion zu Fragen wie Sprache und Identität, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Identität und Alterität, transkultureller literarischer Bildung, Mehrsprachigkeit und globalem Lernen.

Und das dritte Highlight dieser Tage scharrt schon in den Löchern: Unmittelbar nach Ostern fahre ich mit meiner Klasse nach Wien. Wir kombinieren unser diesjähriges Kulturprojekt – eine fotografische Auseinandersetzung mit öffentlichen Räumen – mit einer Kulturreise in die Hauptstadt. Auf dem Programm stehen Ausstellungs- und Theaterbesuche sowie Projektarbeit an Orten wie dem Prater, verschiedenen Märkten, dem Heldenplatz oder der Mariahilfer Straße. Nicht nur die SchülerInnen freuen sich darauf.

All diese Dinge sind wunderbar, bereichernd und stellen so etwas wie die Würze in einem Lehrerinnenleben dar. Das Problem dabei ist, dass es auch zu würzig werden kann und die allzu schnelle Abfolge von Aktivitäten, Projekten und Veranstaltungen bzw. die Gleichzeitigkeit derselben mitunter überfordert. Ich nehme mir einfach immer wieder zu viel vor und komme dann vor lauter Planung, Terminkoordination, Vor- und Nachbereitung, Informationsweitergabe und all dem anderen, was ja auch noch da ist, ins Trudeln. Ohne es eigentlich zu wollen, leiste ich mit meiner gesteigerten Aktivität der allgemeinen Beschleunigung Vorschub und trage zur kollektiven Erschöpfung, die unsere Gesellschaft kennzeichnet, bei. Das Schuljahr mit seinen Highlights rauscht an mir vorbei und reißt mich mit. Ich glaub, ich sollte bremsen. (nemo)

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