EIDV*

* ist in unserer Schule die verwaltungstechnische Abkürzung für Informatikunterricht als unverbindliche Übung für die ZweitklasslerInnen und steht für Elektronische Informations- und DatenVerarbeitung. Computergrundlagen und ein bisschen Medienbildung also. In den letzten Jahren gibt es relativ wenige Werteinheiten für unverbindliche Übungen (= Schulstunden, in die die SchülerInnen freiwillig, meist am Nachmittag kommen) und ich kann mir aussuchen: Mache ich wenig oder keine Werbung dafür und ich habe so zehn bis zwölf TeilnehmerInnen oder laufe ich durch die Klassen und erzähle, was wir so alles machen werden, dann können es auch zwanzig oder mehr werden, was nicht sooo gut ist, da pro Computerraum nur 16 PCs zur Verfügung stehen. Aber abgelehnt wird niemand und irgendwie geht es immer.

Es gibt pro Gruppe eine Werteinheit, die 14-tägig geblockt abgehalten wird und grundsätzlich etwa an 13 Terminen stattfinden kann (wenn da keine Konferenz stattfindet, kein Schikurs oder eine andere Klassenaktivität und wenn ich da auch nie krank oder auf einer Fortbildung bin). Damit neben dieser UVÜ noch andere abgehalten werden können, werden ein Teil der dafür notwendigen Werteinheiten eingespart und sie werden nur von Oktober bis Mitte Juni angeboten (und bezahlt).

Was machen wir in dieser Zeit?

  • Schulnetzwerk, Programme öffnen und speichern, Lernplattform, Up- und Downloads aus dem Internet und was man da darf und was nicht. (2 Stunden)
  • Die wichtigsten Computerbegriffe, damit wir wissen, wovon wir sprechen. Daten speichern und benennen, sodass sie wieder gefunden werden (Schulnetzwerk!), verschiedene Internetbrowser und was ein Windows-Computer schon so alles mitbringt, zum Beispiel das Zeichenprogramm Paint. (2 Stunden)
  • Sicheres Verhalten im Internet, Recht am eigenen Bild, illegale Downloads, E-Mail-Anhänge…) und im Umgang mit den Handyapps. (2 Stunden)
  • Tastaturschreiben – alle Tasten in vier Doppelstunden mit ein bisschen Üben und der dringenden Bitte an SchülerInnen und Eltern, daheim gelegentlich weiter zu üben ;-). (6 Stunden)
  • Teilnahme am Informatikwettbewerb Biber und davor etwas algorithmisches Denken und Vorbereitung durch Übungsbeispiele. (2 Stunden)
  • Erstes Programmieren mit dem Werkzeug Scratch – am Ende schaut ein kleines Spiel mit Bedingungen, Schleifen und Variablen heraus. (4 Stunden)
  • Powerpoint: Wie man Folien gestalten kann, die einen bei einem Referat unterstützen – und was man mit diesem Programm zeichnen und spielen kann. (2 Stunden)
  • Word: Wie man zum Beispiel eine Zeitung mit Spalten, Bildern, Seitenzahlen, Datum, besonderen Überschriften und Rahmen „zusammenbauen“ kann. ( 4 Stunden)
  • Und wenn alles gut geht: 3D-Zeichen oder eine Audio-Aufnahme. Da darf dann aber wirklich nix ausfallen!

Unverbindliche Übungen haben zwei große Vorteile: freiwillig anwesende SchülerInnen und kein Notendruck. Mir macht Unterrichten sowieso fast immer Spaß, aber diese Stunden sind etwas ganz Besonderes. Die Begeisterung der Kinder ist groß, wir arbeiten intensiv und bemerken kaum, wie die Zeit vergeht. Zu einer Pause kommen wir eher zufällig, das teile ich den Kindern aber gleich zu Beginn mit. Sie sind motiviert (ok, der Computer!) und erleben schnell Bestätigung, wenn etwas funktioniert (oder nicht). Ich kann sie dank der Lernplattform individuell mit Aufgaben versorgen und mich intensiver mit denen beschäftigen, die noch nicht so viel Erfahrung haben. Schon in der zweiten Klasse kann das recht unterschiedlich sein.

Heuer hatte ich eine Gruppe mit 22 SchülerInnen, die ich nicht kannte und mittlere Bedenken, ob ich sie wohl alle zum Arbeiten bringen würde. Kein Problem! Ich hab versucht, ihnen die Situation zu erklären, wir haben teilweise in zwei Computerräumen gleichzeitig gearbeitet (Tür an Tür) und dank der Bereitschaft der Buben und Mädchen hat alles erstaunlich gut funktioniert.

Unsere Idee ist es, eine kritische Masse an SchülerInnen mit so vielen Fähigheiten zu versorgen, dass alle KollegInnen mit allen Kindern möglichst problemlos die Computerräume benutzen können und die Fortgeschritteneren die anderen unterstützen können.

Nächstes Schuljahr müssen wir mehr Werteinheiten sparen, weil wir sonst drei achte Klassen zu zwei zusammenlegen müssten. Das kann keiner wollen (außer dem Landesschulrat). Das heißt kein EIDV für die nächsten zweiten Klassen. Bevor wir das wussten, haben wir uns so etwa 15 einzelne Unterreichtseinheiten für die ersten Klassen vorgenommen, weil uns die digitale Grundbildung schon am Herzen liegt und wir annehmen, dass es einfacher ist, wenn wir schon die Kleinen auf ein gemeinsames Niveau bringen.

Ich hoffe nur, dass dann auch noch Kinder aus der Klasse laufen und „Informatik ist so toll!“ rufen. (juhudo)

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