Neugierig auf Bücher…

…sind noch die jüngeren SchülerInnen. Ich sorge dafür, dass meine Klassen ziemlich durchgehend mit Lektüre eingedeckt sind. Sie dürfen natürlich zumindest zum größeren Teil in ihrem eigenen Tempo lesen und meckern nur selten, und wenn dann oft darüber, dass sie für ihre eigenen Bücher keine Zeit haben. Auf jeden Fall freuen sie sich noch, wenn zwei oder drei mit in den Raum mit den Klassenlektüren dürfen, schauen können, was es noch alles gibt und dann einen Stapel in die Hände gedrückt bekommen und auf dem Weg in die Klasse einen ersten Blick darauf werden können – noch vor den anderen.

Dann werden die inneliegenden Karteikarten ausgefüllt (trotzdem gelingt es nicht immer, alle Exemplare zurückzubekommen), das Cover betrachtet, der Klappentext geprüft und erste Vermutungen über den Inhalt angestellt. Wenn ich viel Glück habe, kennt das Buch noch niemand, wenn ich noch mehr Glück habe, einer oder zwei, denen es gefallen hat oder wenn es ein Geschwisterkind unserer Schule in früheren Jahren schon positiv bewertet hat. Toll ist es auch, wenn auf den Karteikarten bekannte Namen von VorgängerInnen entdeckt werden.

Heuer habe ich in der letzten Ferienwoche schon drei Werke „auf die Seite geräumt“, damit ich auch sicher mit dem gewünschten anfangen kann. Sollte das nicht klappen, ist es auch nicht so schlimm, wir haben genügend andere vorrätig. Ein Schatz, auf den wir DeutschlehrerInnen gern zurückgreifen, da mittlerweile manches Buch schon vergriffen ist und wir auch den Familien die eine oder andere Ausgabe damit ersparen.

Meine Erstlektüren heuer:

  • 51dvvt3oe4l-_ac_us327_ql65_2. Klasse
    Der 7. Sonntag im August von Sabine Ludwig.
    Der Roman spielt damit, dass ein Tag immer wieder neu beginnt, diesmal der letzte Feriensonntag von Freddy, die sich natürlich wünscht, dass die Ferien noch länger dauern würden. Es ist spannend mitzuerleben, was die Protagonistin mit ihrem Wissen, was sich nacheinander abspielen wird, anfängt und wie sie bessere, aber auch wesentlich schlechtere Lösungen für ihre Probleme und die ihrer Familie findet. Passt so kurz nach den Ferien auch besonders gut.
    Ich möchte gerne mit meinen SchülerInnen im Anschluss zu vier Klassengruppenerzählungen kommen, in denen sie auch versuchen, von solchen „Murmeltiertagen“ zu erzählen.
  • 3. Klassecache_10842090
    Krabat von Otfried Preussler. Ein Klassiker, der aber auch wirklich immer ankommt. Seit Harry Potter und der Verfilmung von 2008 mit düsteren Bildern, die fantasyfilmgewohnte Sehgewohnheiten berücksichtigt, hat die Jugendbuchvariante einer Sage gut mit in die Gegenwart genommen. Abgesehen von Krabats Schicksal kann man auch das Thema Teufelspakt (und wie er durch Liebe überwunden werden kann) anprechen und einen ersten Blick auf den Fauststoff werfen. Die kurzen Kapitel eignen sich gut dazu, Inhaltsangaben zu verfassen und vielleicht ein eigenes, neues zu schreiben.
  • 5. Klasse978-3-87134-710-8
    In die Oberstufe komme ich ja nicht sooo oft. Daher beginne ich beinahe immer mit einem anderen Werk, weil sich bisher kein richtiger „Hit“ herauskristallisiert hat. Und beim ersten Buch, ich treffe bisher immer auf eine neue Klasse, öchte ich ja gern einen guten Eindruck hinterlassen. Bisher waren die Erstlingswerke Crazy von Benjamin Lebert, Wildwasser von Paulus Hochgatterer und Dich schlafen sehen von Anne-Sophie Brasme (Das war eine Empfehlung des damaligen Schulbuchs.) Ausschließlich Coming of Age-Romane, von Jugendlichen mit mehr oder weniger großen Problemen. Heuer versuche ich es einmal mit Tschick von Wolfgang Herrndorf. Dieses Buch hat den Vorteil, einfach witziger angelegt zu sein, es handelt sich um ein richtiges „Roadmovie“ – und es gibt mittlerweile auch eine ansprechende Verfilmung.

Was folgt danach? Nennt mich nicht Ismael von Michael Gerard Bauer, Der Herr der Diebe von Cornelia Funke und Nichts von Janne Teller. Bücher, die ich schon früher für mich selbst entdeckt habe, die mich amüsierten, faszinierten oder auch bewegt haben. Tja, ohne Bücher geht es nicht, auch wenn nicht alle SchülerInnen ihre Freude daran haben. Aber ich tu mein Bestes, um zumindest den Bezug dazu nicht ganz abreißen zu lassen ;-).

 

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