Was täglich in der Schule so passiert …

ist jedenfalls eine ganze Menge.  Ja, die Tage und Wochen sind wieder einmal so dicht, dass ich nicht und nicht dazukomme, über all das zu schreiben, worüber ich gerne schreiben würde. Ok, möglicherweise ist nicht alles von dem, was täglich so passiert, unbedingt mitteilenswert, trotzdem, zumindest ein paar Dinge will ich kurz erwähnen bzw. auflisten:

  • unsere große Reise im Rahmen des Kulturprojekts steht vor der Tür. Am Sonntag fliegen wir nach Brüssel, am Donnerstag geht’s weiter nach Amsterdam. In Brüssel stehen in erster Linie Besuche bei verschiedenen EU-Institutionen auf dem Programm, in Amsterdam der Besuch mehrerer Museen und natürlich die Stadt selbst. Zudem haben die SchülerInnen verschiedene Schreibaufgaben zu erledigen. Unser Projekt trägt ja den Titel „Europa schreiben“.
  • Apropos „Europa schreiben“: Die Schreibwerkstätten, die eine Schriftstellerin mit den SchülerInnen bereits durchgeführt hat und noch durchführen wird, sind großartig. Es ist beeindruckend, was für schöne, interessante, lustige, poetische und ungewöhnliche Texte beim kreativen Schreiben herauskommen – auch von Schülern, die sich mit dem informierend-analytisch-argumentativen Schreiben im Deutschunterricht wahnsinnig plagen.
  • Apropos Reise: Eine Exkursion nach Brüssel wird erfreulicherweise vom Land gefördert. Nicht nur, dass mich das Verbindungsbüro des Landes zur EU bei der Programmerstellung unterstützt und sämtliche Termine für uns vereinbart hat. Wir bekommen auch noch eine finanzielle Förderung! Informationen finden sich auf der Homepage des Landes Salzburg.
  • Es herrscht Schularbeitenhochsaison. Die SiebtklässlerInnen hatten letzte Woche eine Erörterung zu schreiben, die ZweitklässlerInnen durften heute eine Eulenspiegel-Geschichte in einen Bericht umformulieren. Das letzte Wochenende war wieder einmal ein reines Korrigierwochenende.
  • Die SchülerInnen der achten Klassen müssen bis Ende dieser Woche beurteilt werden. Danach ist der normale Unterricht für sie vorbei, sie arbeiten ohnehin nur mehr auf die Matura hin. Vom Französischunterricht bleibt denjenigen, die in Französisch nicht zur Matura antreten, kaum etwas. Ihre Sprachkompetenz hat bereits in den letzten Wochen spür- und messbar abgenommen. Zu viel anderes hat sie permanent beschäftigt (nicht zuletzt die VWA), der normale Unterricht erscheint zunehmend unwichtig. Seit Weihnachten fokussiert sich alles auf die Matura, der Regelunterricht in der achten Klasse kommt mir schon eher wie eine Farce vor.
  • Apropos normaler Unterricht: Was mich ebenfalls stört, sind die dauernden Abwesenheiten der Schüler. Nicht nur, dass viele wirklich häufig krank sind, sie haben auch unglaublich viele Arzttermine. Außerdem fällt mir auf, dass immer mehr Familien um Freistellung ihrer Kinder bitten, damit sie bereits einen Tag früher auf Urlaub fahren bzw. später zurückkommen können. (Ähnliches war kürzlich auch in einem Artikel („Womit Lehrer kämpfen“) im Standard zu lesen.) Neulich hat mir eine Schülerin gesagt, sie habe nicht zum Nachmittagsunterricht erscheinen können, weil sie arbeiten musste, und eine andere hatte eine Fahrstunde, die sich keinesfalls verschieben ließ. Ok, wenn Schularbeit ist, sind sie da (sonst müssen sie nämlich nachschreiben), der normale Unterricht aber erscheint ihnen offenbar entbehrlich. Und wenn ich darauf beharre, dass es in der Schule Anwesenheitspflicht gebe, reagieren sie verständnislos.
  • Mit den ZweitklässlerInnen habe ich das Buch Als mein Vater ein Busch wurde gelesen. Vom Verlag gibt es recht brauchbares Unterrichtsmaterial frei im Netz verfügbar. Wir spielen zudem einige Szenen nach. Noch ist die Dramatisierung nicht aufführungsreif, man kann jedoch bereits erkennen, wie berührend viele Szenen wirken, wenn man sie nachspielen lässt.
  • Und über meine Lehrveranstaltung zum Thema „Flucht und Migration in Literatur, Filmen und Comics“, die ich in diesem Semester an der Uni halte, will ich irgendwann auch einmal berichten.

(nemo)

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