Hundestunde

Ich habe mich in den letzten Monaten unter anderem damit beschäftigt, mit meiner Hündin Caramba die Ausbildung zum Therapiehundeteam zu machen. Das hat von April bis Ende November gedauert und falls sich jemand für eine ausführliche Dokumentation interessiert, kann sie hier nachgelesen werden.

Heute war es für uns das erste Mal, dass wir „professionell“ in der Schule gearbeitet haben. In den ersten Klassen stehen Haustiere auf dem Lehrplan und Hunde gehören da natürlich dazu. So wurden wir in die 1D eingeladen, um über Hundesprache zu informieren. Das Thema scheint mir wichtig, da es zu dem einen oder anderen Unfall wohl nicht kommen würde, wenn sich sowohl HundehalterInnen als auch jene, die es nicht sind, besser bei dem Verhalten der Vierbeiner auskennen würden.

Der Freitag ist ein Tag, an dem ich nur zwei Stunden unterrichte, aber weitere zwei Stunden in der Schulbibliothek arbeite. Eine davon wurde zur Hundestunde umgewidmet, die davor verbrachten wir bei den Büchern. Meist ist während der Stunde nicht so viel los (außer, wenn Unterricht stattfindet), aber diesmal schickte eine Kollegin etwa zwölf Kinder während einer Supplierstunde herüber – und die entdeckten ganz schnell meine Hündin und waren in ihrer Freude nicht zu bremsen. Daher wurde spontan gefüttert, getrickst und gestreichelt – Caramba hatte ihren Spaß, aber eigentlich sollte ihr „Job“ ja erst beginnen.

Zu Beginn der nächsten Stunde ging es dann in die 1D. Die Kinder erwarteten uns mit einem weiten Sesselkreis und Caramba stellte sich damit vor, dass sie jede/r füttern (mit der Hand oder mit Hilfe eines Löffels) und streicheln durfte und wir vorzeigten, was wir so an Tricks draufhaben. Anschließend hatte sie Pause und ich zeigte die Fotos zur Hundesprache, zum Erkennen von Stress und Angst und zu den höflichen Beschwichtigungssignalen, die ich (in wirklich vielen Stunden) zusammengesucht und in eine Präsentation verpackt hatte. Die Kinder haben eine gute Beobachtungsgabe und verstanden und spürten ganz schnell, wie es um die Hunde auf den Bildern stand.

Abschließend lief Caramba brav durch zwanzig Kinderbeine durch und machte mit beinahe jedem Kind ihre Kunststücke wie Rolle, Pfote geben, High Five, Nasentouch oder Männchen, was – glaube ich – allen am besten gefiel. Mir hat diese Stunde sehr viel Spaß gemacht und meinem Hundemädel auch.

Danach musste sie noch zwei Stunden im Informatikraum durchhalten, ich hatte ja noch zu unterrichten. Die erste Stunde verschlief sie, aber auch mit den neuen Klassen musste wieder ein bisschen gestreichelt werden. Sie war wieder dabei. Am Nachmittag war dann außer einer Entspannungsrunde nichts mehr los. Die Arbeit eines Therapiehundes ist  so anstrengend, dass geschlafen werden musste. Und auch die nächsten Tage sollte nicht allzuviel passieren, damit Caramba sich richtig erholen und wieder einmal  eingesetzt werden kann.

Aber was mich besonders freut, ist – abgesehen davon, dass das Arbeiten mit meiner Hündin so gut klappt und dass sie ganz offensichtlich Freude an den Kindern hat und ziemlich stressresistent ist -, dass es so viel Lächeln in die Gesichter der SchülerInnen zaubert, wenn sie in der Schule einem Hund begegnen. Einige wenige fürchten sich aber auch und es wäre sehr schön, wenn wir da in Zukunft ein bisschen helfen könnten.

juhudo

 

 

 

 

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