Gastbeitrag: Tatsächlich. Sie fehlen mir

Tatsächlich. Da ist es. Das Gefühl, dass ich meine Schüler*innen vermisse. Wenn ich Hannahs Text lese oder Lea per Mail Fragen beantworte, dann sehe ich sie und all die anderen vor mir. Und ja, es wäre doch schön, jetzt mit ihnen in der Klasse zu sein.

Manche von ihnen sah ich fast täglich, und das seit Jahren. So viel Kontakt, rein zeitlich, habe ich nicht mit meinen besten Freund*innen. Sie gehören zu meinem Alltag. Und ja, eigentlich eine schöne Erkenntnis: Sie fehlen mir … Ich bin wirklich – tagaus tagein – gerne mit diesen jungen Menschen zusammen.

Sabine Helmberger
(AHS-Lehrerin für Spanisch und Geschichte)

E-Learning Blues

Ich weiß ja nicht, wie’s anderen geht. Mir jedenfalls reicht’s nach einer Woche E-Learning, Distance Teaching, Homeschooling – oder wie auch immer man das bezeichnen will, was wir derzeit betreiben – auch schon wieder. Wir haben bewiesen, dass wir’s können. Die Bereitstellung von Lernunterlagen funktioniert, die Tools, Plattformen und die Einsatzmöglichkeiten des Internets sind gigantisch. Trotzdem: Der digitale Hype, den ich letzte Woche noch verspürt habe, ist übers Wochenende verflogen.  Mit dem, was Schule eigentlich ausmacht, hat das alles kaum etwas zu tun.

Auf den SN-Leitartikel von letzter Woche, in dem das Ende der schulischen Kreidezeit gefeiert wurde, habe ich am Freitag noch einen Leserbrief geschrieben. Den drucke ich nachfolgend ab – und dann verlasse ich das digitale „Corona-Kaffeekammerl“ auch schon wieder. Adieu!

(nemo)

Schule lebt von Beziehung, nicht von Technik
Ja, er funktioniert, der digitale Unterricht. Ich unterrichte am WRG, wir benutzen seit Montag die Lernplattform „Moodle“ und es klappt besser als gedacht. Unsere Informatik-KollegInnen leisten Großartiges und wir – LehrerInnen und SchülerInnen – lernen, experimentieren, kommunizieren und versuchen alle, das Beste aus der Situation zu machen. Aber: Bitte hören Sie mit dem Unfug der „schulischen Kreidezeit“ auf. Er suggeriert, dass wir in der Schule normalerweise vollkommen veraltet herumhantieren wie die Neandertaler. Ich darf Ihnen versichern, das ist nicht der Fall – und zwar, passen Sie auf: Es ist nicht der Fall, obwohl viele von uns, auch ich, gerne mit Kreide auf der Tafel schreiben.
Ja, auch ich gehöre zu den von Ihnen geringgeschätzten LehrerInnen, die dem digitalen Unterricht skeptisch gegenüberstehen. Unterricht wird nämlich mitnichten automatisch besser, wenn er digital stattfindet. Ganz zu schweigen davon, dass es, selbst wenn es so wäre, wohl nicht das Ziel sein kann, unsere Kinder und Jugendlichen dazu anzuhalten, den ganzen Tag auf einen Bildschirm zu starren. Wollen Sie dem wirklich das Wort reden?
Derzeit bleibt uns nichts anderes übrig, als digital zu unterrichten. Es funktioniert, es macht für eine Weile auch Spaß, aber ich hoffe doch sehr, dass zumindest einige von uns auch nach dieser Zeit wieder so wie bisher unterrichten werden – mitunter sogar mittels Frontalunterricht. Denn auch der hat seine Berechtigung und seinen Sinn; daneben aber gibt es natürlich eine Vielzahl von Unterrichtsmethoden, die ganz ohne technische Hilfsmittel auskommen und in der Schule zum Einsatz kommen.
Schule lebt von Beziehung, nicht von moderner Technik. Schulunterricht tatsächlich vollständig zu digitalisieren, so wie Sie sich das offenbar wünschen, ist meiner Ansicht nach eine pädagogische Verantwortungslosigkeit, gegen die ich mich wehre – als Lehrerin und auch als Mutter.

Gastbeitrag: Lehramtsstudium in Zeiten von Corona: Projekt #DistantTeaching für Schulen

Eine ehemalige Schülerin hat Interessantes aus der Sicht einer Lehramtsstudentin zu berichten. Am Ende des Beitrags finden sich nützliche Links zum „Distant Teaching“, denen ich gleich hier noch einen weiteren zum Thema Herausforderung Homeschooling für Familien hinzufügen will.

Dienstag, 10. März 2020. Zweite Woche des neuen Semesters. Es ist kurz nach halb eins. Um viertel nach eins beginnt die erste Lehrveranstaltung des heutigen Tages. Ich befinde mich schon im Bus auf dem Weg zur Uni – wohlwissend, dass bereits gemunkelt wird, die Hochschulen in Österreich aufgrund des ersten Corona-Falls an der Uni Innsbruck zu schließen, aber die offizielle Bestätigung ist noch ausständig. Die erste diesbezügliche Mail trudelt plötzlich ein: Die Präsenzlehrveranstaltungen an der Universität werden ab sofort bis auf Weiteres eingestellt und auf digitale Lehrformate umgestellt. Maßnahmen der soeben stattgefundenen Pressekonferenz. Na toll, denke ich mir im ersten Moment – das bedeutet bestimmt zusätzliche Arbeitsaufträge zu der sonst schon recht dichten To-Do-Liste für dieses Semester. (Wohl manch einer möchte denken, Studenten leisten eh nichts während dem Semester.) Wenige Minuten später: Die für heute Abend geplante Vorbesprechung für Exkursionen werden abgesagt. Und die Frage, was ich jetzt, bereits im Bus auf dem Weg in die Uni sitzend, mache und ob die Lehrveranstaltung, die in einer Dreiviertelstunde beginnen sollte, nun auch nicht mehr stattfindet. Nach kurzem Beraten mit Kollegen, die ebenfalls bereits auf dem Weg sind, entscheiden wir uns dazu, trotzdem kurz in die Uni zu gehen und mit den Professoren zu sprechen. Im Hinterkopf wissend, dass wir unbedingt noch vor nächster Woche Masterstudierende für unser laufendes Forschungsprojekt brauchen, die uns einen Fragebogen ausfüllen – und an die wir sonst in den nächsten Tagen nicht mehr face-to-face kommen. Ich bin noch nicht einmal im Gebäude, als ich schon Massen flüchtender Studenten sehe – ich schwimme trotzdem gegen den Strom und begebe mich ins Gebäude: reges Chaos, hysterische und aufgelöste Studierende – als ob sich bereits hunderte Infizierte in unmittelbarer Nähe befänden. Übertrieben, denke ich im ersten Moment. Ich kämpfe mich weiter in den dritten Stock des Uniparks, wo die Romanistik haust. Und siehe da, kaum Aufregung, eher Humor – wir sind es ja auch gewohnt, so manche Situationen nicht allzu ernst zu nehmen 😉. Etwas Chaos natürlich – aber wir nehmen es (noch) mit Humor und witzeln über die Situation im Foyer. Uniprofessoren, die die Mail selbst soeben erhalten haben, wissen auch nicht, wie es weitergeht und fragen erstmal nach, ob die – mittlerweile in 15 Minuten beginnende – Lehrveranstaltung doch noch schnell abgehalten werden darf. Alle Teilnehmer aus unserem Kurs sind ohnehin schon anwesend. Währenddessen lassen wir unsere Fragebogen ausfüllen – als gäbe es gerade nichts Wichtigeres. Der Ernst der Situation ist uns noch nicht bewusst. 30 Minuten später sitze ich wieder im Bus – diesmal aber auf dem Weg nach Hause. Das „Beunruhigende“ daran war unter anderem, dass unser Lehrveranstaltungsleiter, der sonst NIE mit uns auf Deutsch, sondern nur auf Französisch spricht – und wenn ich nie sage, dann meine ich auch nie – uns auf Deutsch die aktuelle Lage schildert und uns auf unbestimmte Zeit nach Hause schickt. Spaß beiseite – ein wenig beängstigend war die ganze Situation dann auf einmal schon. Noch nicht wissend, dass ich dort für die nächsten Tage und Wochen quasi „eingesperrt“ sein werde, fahre ich also nach Hause.

Freitag, 20. März 2020. Heute, etwas mehr als eine Woche später, hat sich das anfängliche Chaos ziemlich gut eingependelt und das Distant Learning funktioniert überwiegend einwandfrei. Ja – auch wir Studierende können uns jetzt nicht auf die faule Haut legen, nur weil der Präsenz-Hochschulbetrieb eingestellt wurde. Wir studieren „fröhlich“ weiter und schnuppern etwas Fernstudiumluft. Ich muss zwar ehrlich zugeben, dass wir jetzt (noch) nicht mit Aufgaben überhäuft werden – so wie wir es vermutet hätten – aber es gibt trotzdem immer etwas zu tun. Wir werden sehen, ob sich das noch ändert, wenn die Situation noch länger andauert. Manches scheint sinnlos, anderes wiederum sehr sinnvoll. Gestern zum Beispiel fand unser erstes Web-Seminar der Lehrveranstaltung „Digitale Grundbildung“ statt. Digitale Grundbildung ist mittlerweile eine Unterrichtsprinzip im österreichischen Schulwesen – und findet daher auch in der Lehrerausbildung an der Universität Berücksichtigung. Unsere Lehrveranstaltungsleiterin hatte die Idee, im Hinblick auf die aktuelle Situation in den Schulen, wo der Einsatz von digitalen Medien und Lernplattformen gerade unabdingbar ist, das Projekt „Home Teaching“ bzw. „Distant Teaching“ zu starten. Die Intention dieses Projekts ist, für bereits im Dienst stehende Lehrpersonen (sowie für uns angehende Lehrpersonen) eine Art Plattform mit Übungen zu den Kernbereichen der Digitalen Grundbildung zu gestalten, die die Schülerinnen und Schüler von zu Hause aus durchführen können. Wir Studierende haben also in Kleingruppen Übungen und Methoden zusammengesucht sowie selbst erstellt, die in den unterschiedlichsten Schulfächern und Schulstufen (hauptsächlich für Sekundarstufe 1 und 2, aber auch für die Volksschule) zum Einsatz kommen können, beispielsweise das Führen eines Medientagebuchs. Unser Ziel ist es, Lehrpersonen das Distant/Home – Teaching zu erleichtern bzw. methodische Anreize zu schaffen. Wir wurden von unserer Lehrveranstaltungsleiterin gebeten, unser Projekt zu verbreiten. Den Link füge ich hier ein: https://padlet.com/AnnaEder/DistantTeaching. 

Weitere Tools findet man beispielsweise auch unter den folgenden Links:

 

Nina Rinnerberger
(Studierende für Französisch- und Biologie-Lehramt)

 

 

Der Helpdesk in den Zeiten der Corona

Drei Menschen sind wir in der IT-Crowd des WRG. So bezeichnen wir uns seit ein paar Tagen, aber auch die Kolleginnen und Kollegen schreiben uns so an, weil unsere Arbeit seit dieser Woche auch anders läuft als sonst.

Heute vor einer Woche, am Freitag, dem 13.(!), schleusten wir noch alle OberstufenschülerInnen durch unsere beiden Computerräume und frischten ihre „Moodle“-Kenntnisse auf. „Moodle“ ist der Name unserer Lernplattform, die wir seit 2008 oder länger betreiben. Im Informatikunterricht der 5. Klassen und in den entsprechenden Wahlpflichtfächern stellt sie das „Schulübungsheft“ dar. Und seit drei Jahren haben wir eine unverbindliche Übung zur digitalen Grundbildung, auch da kommt Moodle zum Einsatz. Unser Vorteil: fast alle SchülerInnen finden sich damit zurecht.

Also Freitag, 8:00 bis 14:00, jede halbe Stunde eine neue Klasse, aber die Großen kennen sich ja aus. Überrascht haben mich zum Abschluss noch eine dritte und eine vierte Klasse, die mehr als fit waren – alles funktionierte beinahe noch schneller. Und ich war fix und foxi am Ende – Konzentration finito. Aber dann war ja Wochenende.

Als am Samstag klar war, dass wir am Montag das nicht noch in größerem Umfang mit den UnterstufenschülerInnen und den KollegInnen durchziehen müssen, war ich einerseits erleichtert, andererseits doch etwas besorgt, ob unser Vorhaben gelingen könnte. Ok, nur ein ganz kleines bisschen, wir sind nämlich ein tolles Team in unserer Schule.

Alle SchülerInnen waren mit Schul-Email-Adressen versorgt, die Eltern und die KollegInnen informiert und wir haben beraten, unterstützt, ein Tutorial geschrieben, E-Mails abgearbeitet, Telefonanrufe beantwortet, erkannt, was andere von Moodle brauchen, ein neues Design installiert, das allen Bedürfnissen gerechter wird und besser aussieht, getestet, eine neues Tutorial geschrieben usw.

Die ersten drei Tage waren ganz schön lang, ich hab wesentlich mehr gearbeitet als an einem normalen Schultag. Aber alle Anfragen waren geduldig und freundlich und wir haben versucht, so schnell wie möglich zu antworten. Und siehe da: Seit gestern (dem vierten Tag) wird es ruhiger, die Anfragen werden spezieller, es wird erkundet, was die Lernplattform kann (vieles).

Meine zwei Kollegen, die unsere Schulserver administrieren, haben im virtuellen Hinterhof viele Probleme gelöst, die hoffentlich nach außen gar nicht ersichtlich wurden, und sie tun es immer noch.

Wie alle, LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern lernen gemeinsam, wie ein so breit aufgestelltes Distance Learning funktioniert. Anscheinend geben wir momentan eher zu viele Aufgaben und die Eltern der Jüngeren sind sicher ganz schön gefordert, ihren Kindern bei der Verwaltung der Aufgaben zu helfen.

Noch sind alle besonders motiviert. Es wird sich regeln. Und wir sind gut aufgestellt, auch wenn nach den Osterferien noch keine Normalität eintritt. Und außer Moodle haben wir noch die virtuellen Treffen in der Hinterhand. Aber jetzt ist es erst einmal gut, dass wieder Wochenende ist und ich zu meinen Aufgeben als Deutsch- und Informatiklehrerin komme.

(juhudo)

 

Gastbeitrag: Was heißt schon normal? 4 Tage mit Corona

Eine Schülerin hat mir diesen persönlichen Text geschickt. Wir DeutschlehrerInnen am WRG sind gerade dabei, ein Forum aufzubauen, in dem unsere SchülerInnen ihre „Corona-Texte“ veröffentlichen können. Bis es soweit ist, darf ich schon einmal als kleinen Vorgeschmack diesen Text hier im Blog veröffentlichen. 🙂

Sonntag, 15. März 2020

Ich weiß nicht, wann diese scheinbar unbedeutende Nachrichtensendung ausgestrahlt wurde. Fast keiner weiß das. Täglich werden wir mit Informationen zugedröhnt, wer hätte schon wissen können, dass genau diese eine Information der Anfang von etwas Großem sein würde. Ein Mann in China habe eine Fledermaus gegessen und sei an einem Virus erkrankt, so hieß es. Da habe ich schon Spektakuläreres gehört. Und China ist so ungreifbar weit weg. Wie hätte ich ahnen sollen, dass dieses Ereignis einen Ausnahmezustand in Österreich, ach eigentlich überall auf der Welt verursachen würde.

Heute ist Sonntag und meine Schultasche liegt ungepackt im Esszimmer. Ich muss keine Hausaufgaben für morgen erledigen und darf lange aufbleiben. Würde mich jemand fragen, warum morgen kein Kind in die Schule muss, kein Student auf die Uni und kaum ein Erwachsener in die Arbeit, würde ich diesen Jemand auslachen. Jeder würde das tun. Und es gibt nicht einmal so einen Jemand. Denn alle wissen Bescheid. „Corona“ heißt das Virus, welches sich so unglaublich schnell ausbreitet. Viel zu schnell.

Es hat in China angefangen. Zuerst konnte man die Infizierten noch an einer Hand abzählen. Dann haben Urlauber das Virus auch nach Europa gebracht. Seitdem spielt die Welt verrückt. Meine Einstellung zu diesem Thema hat sich im Laufe der Zeit zigmal geändert. Am Anfang konnte ich die Aufregung nicht verstehen, das Coronavirus ist doch nicht einmal annähernd in unserer Nähe. Selbst als es die ersten Coronakranken in Österreich gab, war mir noch nicht bewusst, wie sehr sich die Lage zuspitzt. Seitdem haben sich die Ereignisse überschlagen. Spanien, Italien und China sind nur ein paar von vielen Ländern, die fast vollständig unter Quarantäne stehen. Auch in Österreich soll eine Ausgangssperre in Kraft treten. Wie streng das Ganze gehandhabt werden wird, kann ich mir bis jetzt nur ausmalen. Das Haus soll nur unter besonders dringenden Umständen verlassen werden, dazu gehört der Kontakt mit Bekannten wohl in dieser Situation nicht. Obwohl ich gerade jetzt gerne mit Freunden über diese unbekannte Lage reden würde. Aber das geht ab jetzt wohl nur mehr über das Handy und soziale Medien. Ursprünglich war die Sperre der öffentlichen Orte wie Schulen bis zu den Osterferien angesetzt gewesen, aber daran glaube ich inzwischen nicht mehr. Ich denke, dass das Ganze noch mindestens ein paar Wochen länger dauern wird. Hoffen tue ich das natürlich nicht. Inzwischen bin ich der Meinung, dass dieses Virus unbedingt ernstgenommen werden sollte. Es ist sehr wichtig, die Entscheidungen der Regierung  zu akzeptieren. Die Situation ist nicht zu unterschätzen, allerdings hilft Hysterie und Panik auch keinem weiter. Es gilt einen kühlen Kopf zu bewahren und alle Anweisungen zu befolgen. Alles andere kann man ohnehin nicht beeinflussen. Niemand weiß genau wie es weitergehen wird. Man kann nur abwarten.

Donnerstag, 19. März 2020

Inzwischen hat sich alles „normalisiert“, sofern man das so bezeichnen kann. Wir bekommen von unseren Lehrern/Lehrerinnen Aufgaben, um uns irgendwie die Zeit zu vertreiben. Aber wirklicher Unterricht ist das nicht. Es fehlt einfach etwas in unserem Tagesablauf. Wenn ich in der Früh aufwache, habe ich ein ganz eigenartiges Gefühl. Mir fehlen die Möglichkeiten, meinen Tag zu gestalten, ich fühle mich eingesperrt. Täglich wäge ich die guten und die schlechten Seiten dieses ständigen Zuhauseseins ab. Gewiss, es ist angenehm, ausschlafen zu können und im Kalender keine Unmengen an Terminen eingetragen zu haben. Aber ist das wirklich besser als ein Tag, den man nicht ins kleinste Detail planen kann? Besser als ein Tag, an dem man nicht immer genau weiß, was einen erwartet? Besser als ein Tag, an dem man liebe Menschen trifft? Ich denke nicht. Ich vermisse das lebhafte Treiben in der Schule. Diese vier Tage, in denen ein Spaziergang so gut wie die einzige Abwechslung war, kommen mir schier endlos vor. Ich zweifle nicht an der Wichtigkeit dieser Maßnahme, trotzdem ist für mich dieses eintönige Leben schwer zu ertragen. Und ich bin mir sicher, dass das einigen anderen genauso geht. Aber alles Übel hat auch gute Seiten. Man sieht, wie alle in solchen Zeiten zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen. Viele Freiwillige erledigen für ältere Menschen Einkäufe und es werden Balkonkonzerte veranstaltet. Gerade in einer solchen Krise ist es wichtig, sich gegenseitig Mut zu machen und das wird, finde ich, sehr schön gelöst. Auf jeden Fall gilt: Man muss das Beste aus allem machen!

Selina Hausmaninger
(Schülerin der 4. Klasse des WRG Salzburg)

Auch das „Kaffeekammerl“ wird digital

Die Coronakrise bringt neue Bloggerinnen und nachdenklich-amüsante Texte hervor. Zwei meiner Kolleginnen haben mir Texte geschickt, die ich hier im Blog veröffentlichen darf.

Zum einen eine umfassend kritische Betrachtung exzessiven Handykonsums – etwas, das sich im Zuge der aktuellen Situation und dessen, was uns da noch bevorsteht, aber auch in einer Zeit nach Corona gewiss noch einmal verschärft darstellen wird …

Und zum anderen eine persönliche Betrachtung über die – nun ja – multiplen Vorzüge des guten alten Buches in Zeiten grassierender Klopapierraffgier …

Viel Freude beim Lesen!

(nemo)

 

E-Learning mit Bravour

Na, wer sagt’s denn: Wir kriegen das mit dem E-Learning schon hin. Seit gestern läuft der Betrieb über die Lernplattform – und ja, es funktioniert. Beziehungsweise: Es klappt nicht nur so irgendwie, nein, es funktioniert viel besser als gedacht. Gestern Nachmittag war für einige Stunden kein Hineinkommen, weil das System überlastet war. Ansonsten aber läuft’s wie geschmiert.

Unsere SchülerInnen sind super: Sie sind versiert im Umgang mit den elektronischen Medien, sie sind fix und sie sind motiviert. Ich merke es in der Kommunikation mit den SchülerInnen via E-Mail und „Nachrichtendienst“, ich sehe es auch an meiner eigenen Tochter: Ja, die jungen Menschen, die können das.

Und wir LehrerInnen? Auch wir schaffen es. Einige meiner KollegInnen sind ohnehin bereits richtige Füchse im Nutzen von Lernplattformen, aber auch Menschen wie ich, die bisher kaum mit „Moodle“ gearbeitet hatten, waren bereits gestern Vormittag in der Lage, das Tool zu verwenden. Tja, ich habe nichts anderes erwartet. Denn: Erstens macht es Spaß, etwas Neues auszuprobieren, und zweitens sind wir es gewöhnt, flexibel zu sein. Schule funktioniert ja nie so perfekt, effizient und exakt planbar, wie sich das manche „ExpertInnen“ vielleicht wünschen. Man sieht aber in Zeiten wie diesen, dass Anpassungsvermögen gepaart mit schneller Auffassungsgabe (hej, sonst wären wir nicht LehrerInnen geworden!) sowie der über Jahre trainierte Umgang mit ständig sich verändernden komplexen Situationen schon ihren Wert haben. Hinzu kommt: Die enge Beziehung, die wir zu unseren SchülerInnen haben, trägt auch jetzt. Ja, ich bin davon überzeugt, dass das neue Lernen auch deshalb so gut funktioniert, weil wir einander gut kennen, weil wir unsere SchülerInnen mögen und sie uns – zumindest im Grunde 😉 – auch.

Nur aufgrund der tragfähigen Beziehung funktioniert das Lernen via Lernplattform aber auch nicht: Wer im schulischen Rahmen wahrlich Großes leistet in diesen Tagen, das sind unsere KollegInnen von der IT. Binnen kürzester Zeit haben sie für uns alle eine übersichtliche Struktur geschaffen, Zugänge aktiviert, Tutorials erstellt. Sie beantworten all unsere Fragen (die klugen, die weniger klugen und sogar die saublöden) in Windeseile und ermöglichen uns – die wir zu Hause sitzen -, dass wir arbeiten, lernen, experimentieren, uns austauschen und kommunizieren können.

Apropos großartig: Eine Mutter hat sich via E-Mail heute bei unserem Direktor, den IT-KollegInnen und bei uns allen für unsere Arbeit bedankt. Ich zitiere:

„Das soll Ihnen und Ihren KollegInnen einmal jemand nachmachen: binnen weniger Tage und Stunden heißt es ein online-Lernprogramm für den häuslichen Unterricht auf die Beine zu stellen und sicherzustellen, dass auch ohne regulären Unterricht Lernstoff vermittelt werden kann: das gelingt mit Bravour!

Herzlichen Dank für diese rasche und unglaublich professionelle Umsetzung!!

Ein ganz großes Danke an alle Lehrerinnen und Lehrer, die in dieser Ausnahmesituation bestens vorbereitet, geduldig und hilfsbereit die Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern gestalten und ohne großes Aufheben diese schwierige Situation wunderbar meistern.

Dafür haben Sie sich eigentlich einen Preis verdient, denn das ist einfach nur prima!“

🙂

(nemo)