Salzburg, der Sommer und ich: eine resonante Form der Beziehung

Mit einem Festvortrag des Soziologen Hartmut Rosa ist die diesjährige Salzburger Hochschulwoche zu Ende gegangen. „Öffentlichkeiten“ lautete das Ramenthema, eine Woche lang gab es hierzu Vorträge, Workshops, Diskussionen und Begleitprogramm.

Ich selbst habe eigentlich nicht viel mit den an der theologischen Fakultät der Uni Salzburg angesiedelten Hochschulwochen zu tun, außer dass ich die Gelegenheit jedes Jahr nutze, um in entspannter Atmosphäre inspirierenden philosophischen und/oder gesellschaftskritischen Vorträgen zu lauschen (und mich deshalb jedes Jahr darauf freue). Wenn die Veranstaltung, so wie heuer, in eine so wunderbar sonnige Woche fällt, ist sie für mich umso schöner: Salzburg ist während der Festspielzeit geistig so anregend, es gibt so viel ästhetisch, kulturell und intellektuell eindrucksvolles Programm, und zudem bietet die Natur in und um Salzburg herum so viel Schönheit und Vergnügen, dass man sich richtiggehend beschenkt fühlt. Vormittags ein Vortrag bei den Hochschulwochen, nachmittags Schwimmen in einem kühlen See, abends eine Festspielaufführung in Begleitung netter Menschen – und ich komme mir vor wie der „reichste Mensch“ auf Erden.

Meine Vorstellung von „reich“ hat natürlich nichts mit finanziellem Reichtum zu tun.  Klar, Festspielkarten kosten schon Geld, die von mir erworbenen allerdings viel weniger, als man glauben möchte. Theater geht ab 20 Euro, Konzertkarten kosten unwesentlich mehr, und sogar Opernvorstellungen bekommt man, wenn man Glück hat, ziemlich günstig – und zwar auf Stehplatz. Zudem gibt es gratis Übertragungen auf eine Großbildleinwand, und auch das kann einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Was ich unter „reich“ verstehe, hat mit einer Form von Bereicherung im geistigen Sinn zu tun. Am Ende eines Schuljahres fühle ich mich meistens ausgelaugt, leer und erschöpft. Wenn ich dann so bereichert werde, wie es in diesen ersten Ferienwochen geschehen ist, bedeutet das schlichtweg Glück. Glück, das sich mit Dankbarkeit – Dankbarkeit für das gute Leben, das ich führen darf – paart.

So, jetzt aber genug geschwelgt, ich wollte doch über den gestrigen Vortrag schreiben. 😉

Wobei, der gestrige Vortrag von Hartmut Rosa scheint mir durchaus anschlussfähig an meine ein wenig zum Pathetischen neigende Gedanken. Rosa stellte „resonanztheoretische Überlegungen zum Verhältnis von Öffentlichkeit und Religion“ an und zeigte mit Hilfe der von ihm entwickelten Resonanztheorie, wie Religiosität eine resonante Form des In-der-Welt-Seins sein kann. Das Interessante für mich war dabei weniger der Transfer von Resonanz im Hinblick auf ein religiöses Leben als vielmehr die Frage, was eine resonante Form der Weltbeziehung im Allgemeinen meint. 58626

Hartmut Rosa definiert Resonanz als gelingende Form, mit der Öffentlichkeit, dem öffentlichen Raum, in Beziehung zu treten. Im Gegensatz zur Resonanz stehen Repulsion, also Ablehnung, sowie Indifferenz, Gleichgültigkeit, als entfremdete Formen der Reaktion auf Öffentlichkeit.

Eine resonante Form der Begegnung weise, so Rosa, vier Dimensionen auf: Affizierung, Selbstwirksamkeit, Transformation und Unverfügbarkeit.

Um Resonanz zu verspüren, müsse man zunächst affiziert, d. h. berührt werden. Man müsse das Gefühl haben, dass einen das, was da passiert, etwas angehe. Des Weiteren müsse man selbst darauf reagieren können, in sich etwas hören, irgendwie auf den Impuls antworten können. Dieses Wechselspiel verändere, transformiere einen selbst, ebenso wie sich die andere Seite durch die Form der Begegnung verändere. Allerdings, und diese vierte Dimension darf nicht vergessen werden, könne man Resonanz nicht erzwingen. Zwar gebe es vielerlei Bedingungen, die Resonanz ermöglichen würden, instrumentell herstellbar sei sie jedoch nicht. Und, Resonanz sei nicht zu verwechseln mit Harmonie: Während Harmonie auf das Immergleiche und Bekannte setze und schlussendlich auch die eigene Stimme töte, bedeute Resonanz eine Begegnung mit dem anderen, eine Art von Risiko, eine Form der Bezugnahme, die Lebendigkeit und Offenheit voraussetze und schaffe.

Soweit Rosas Konzeption von Resonanz, wie ich sie im gestrigen Vortrag verstanden habe. Die gewichtige Monographie, die letztes Jahr erschienen ist, werde ich mir hoffentlich noch in diesen Ferien zu Gemüte führen, damit ich noch ein bisschen genauer und differenzierter verstehe, wie Resonanz funktioniert und gemeint ist.

Der Ansatz jedenfalls scheint mir vielversprechend und anschlussfähig für verschiedene Bereiche zu sein. Hartmut Rosa selbst hat ja den Transfer in Richtung Pädagogik bereits gemacht. Die Vorstellung von Resonanzpädagogik gehört für mich zum Überzeugendsten, was ich auf dem Gebiet gelesen habe. Darüber habe ich in diesem Blog eh schon einmal geschrieben. Zeit wird’s, dass ich mich mit der Theorie dahinter genauer befasse. Auf dass mir mein Ferienprogramm weiterhin eine so resonante Form der Beziehung zur Welt in, um und auch außerhalb von Salzburg ermögliche!

(nemo)

 

Pariser Exzerpte

Gleich mehrere meiner alten Ordner landeten gestern im Altpapiercontainer. Literatur und Bürgerkrieg, kulturelles Gedächtnis, französische Gegenwartsautorinnen und mindestens fünf Mappen mit Materialien rund um die Dissertation. Jorge Semprúns literarische Auseinandersetzung mit Buchenwald lautete das Thema der Arbeit. 2004 wurde sie fertiggestellt, 2006 publiziert. Eine im Jahr 2017 notwendig gewordene häusliche Entrümpelungsaktion zum Anlass zu nehmen, um kiloweise solcher Kopien, Exzerpte, Mitschriften, Unterlagen und Artikel zu entsorgen, mag nun nicht gerade als überstürztes Unterfangen durchgehen. Dennoch, die Ratio allein ist eben nicht damit befasst, wenn es um Erinnerung, Vergangenheit und andere identitätsstiftende Faktoren geht. An jedem einzelnen Blatt hängt noch ein bisschen von damals dran, und genau das ist der Grund, warum es mir so schwer fällt, die alten Sachen wegzuwerfen.

Außerdem weiß ich noch genau, wie mühsam und langwierig, allerdings auch befriedigend und aufregend der Prozess des Akquirierens und Zusammentragens war, damals ganz zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Lächerliche anderthalb Jahrzehnte und doch wirkt manches, als entstammte es einer gänzlich anderen Zeit.

Ich hatte damals ein Stipendium, das es mir ermöglichte, ebenso intensiv wie exklusiv an der Dissertation zu arbeiten. Über ein halbes Jahr verbrachte ich in Paris, pilgerte beinahe täglich in die französische Nationalbibliothek, recherchierte, exzerpierte und las. Las und exzerpierte. Die BNF war Anfang 2000 noch nicht lange in ihr neues Domizil nach Tolbiac im Süden von Paris übersiedelt. Der ganze Betrieb in dieser modernen Bibliothek lief natürlich bereits computerisiert, so manches ältere Werk wurde einem schon damals nur mehr auf Mikrofilm ausgehändigt. Die meisten Bücher aber, zumindest die, die ich brauchte, konnte man via Computer bestellen und bekam sie sodann in ihrer physischen Gestalt.

Kurios aus meiner österreichischen Sicht war, dass das Kopieren nicht nur streng limitiert (höchstens 10 % eines Buches!), sondern darüber hinaus auch noch sündteuer war. Außerdem durfte man die Bücher – um ihre Rücken nicht zu beschädigen – nicht einfach aufklappen und auf den Kopierapparat drücken. Man war angehalten Seite für Seite abzulichten, was den Preis noch einmal verdoppelte. Den Kopien haftete somit etwas ebenso Kostbares wie fast Unanständiges an. Was blieb mir also übrig, als zu lesen und zu exzerpieren, zu exzerpieren und zu lesen, mit (oder auch ohne) Laptop tagein, tagaus stundenlang in der Bibliothek zu sitzen und zu arbeiten.

Dutzende, ja hunderte Karteikarten füllte ich auf diese Weise mit Notizen über das Gelesene. Der Informations- und Wissenszuwachs verlief nicht sprunghaft, sondern gleichmäßig, begrenzt, dafür aber stetig. Manchmal sehne ich mich noch heute nach dieser ruhigen und konzentrierten Form des Arbeitens. Wenn ich daran denke, wie aufgeregt viele (auch ich selbst) ständig im Netz herumklicken, anstatt endlich einmal ein Buch (oder auch nur einen Aufsatz) ordentlich zu lesen. Und wie schwierig es geworden ist, zum Beispiel mit der VWA befasste SchülerInnen vom Bücherlesen oder gar vom Sinn des Exzerpierens zu überzeugen!

Vielen Bibliotheksbenutzern begegnete ich bei meiner damaligen Arbeit in der BNF täglich, manchmal ergaben sich in den Kaffeepausen unverbindliche Gespräche oder vereinzelt sogar interessante Kontakte. Ein paarmal verabredete ich mich mit befreundeten DoktorandInnen zu bestimmten Zeiten im Café. Wobei, die Arbeitsatmosphäre im Untergeschoss („Rez-de-Jardin“), dort, wo sich die Forschungsbibliothek befand (im Gegensatz zur öffentlichen Bibliothek im Erdgeschoss, „Haut-de-Jardin“), war so seriös und streng, dass Begriffe wie „Café“ in diesem Zusammenhang schon fast frivol klingen. An jeder Ecke des riesigen rechteckigen Baus fand sich ein kleiner gläserner Kobel, in dem man das im durchsichtigen Plastiksackerl Mitgebrachte verzehren durfte. Mehr an Zerstreuungsangebot gab’s nicht. In einem der vier Glaswürfel konnte man frischen Kaffee und ein paar Kleinigkeiten zum Essen erwerben, in den anderen musste es ein Automat tun. Dass die ganze Angelegenheit nicht zur Unterhaltung gedacht war, sondern es sich beim unteren „Gartensegment“ um eine ernsthafte Forschungseinrichtung handelte, wurde dem Besucher bereits beim Eingang klar gemacht. Mehrere schwere, doppelte Türen und lange, schmale Rolltreppen schleusten die Forschungswilligen mit ihren transparenten Plastikumhängetaschen nach unten. Zum Lachen konnte man in einen anderen Keller gehen. Und zu dem so genannten Garten führte keine Tür hinaus.

Es mag heimeligere oder auch prachtvollere Bibliotheken geben, effizient war mein Forschungsaufenthalt in der BNF jedenfalls. Die ruhige Arbeitsatmosphäre, die zahllosen Bücher, das viele Lesen und die unmittelbare und kontinuierliche Verarbeitung des Gelesenen in Form von Exzerpten ermöglichten es, dass ich gleich nach der Rückkehr aus Paris mit dem Schreiben anfangen konnte und das Geschriebene von Anfang an eine gewisse Substanz aufwies.

Und dass das mit der Effizienz nicht allzu sehr übertrieben wurde, dafür sorgte in meinem Fall schon Paris selbst. Allein das erhebende Gefühl, das mich täglich überkam, nachdem ich die klimatisierte Bibliothek verlassen hatte, ist unbeschreiblich. À nous deux, Paris, und das jeden Tag aufs Neue – bis, ja bis ich wieder nach Hause fuhr, die Monate und Jahre ins Land zogen und bis die gestrige Entrümpelungsaktion die Erinnerung an diese doch schon lange vergangene Zeit wieder aufleben hat lassen. Gut, dass ein paar der Erinnerungen jetzt hier im Blog verewigt sind, sonst müsste ich glatt noch einmal beim Altpapiercontainer vorbeispazieren. 😉

(nemo)

Innovation Leader oder Die Schule der Scouts

Seit ich vor mittlerweile gut zwei Wochen einen Vortrag von Markus Hengstschläger gehört habe, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Österreichs wohl berühmtester Genetiker, nebenbei auch einer der umtriebigsten Bildungsexperten des Landes (Die Durchschnittsfalle), hat den Nachmittag des SQA-Workshops (über den ich kürzlich berichtet habe) mit einem ebenso launigen wie bedenkenswerten Vortrag zum Thema Schule bereichert. Dafür gebührt ihm jedenfalls Dank. So einen intensiven und anregenden SQA-Workshop hatten wir bis dato noch nicht!

Inhaltlich weiß ich bis heute noch nicht ganz, was ich von den dargebotenen Ideen halten soll. Angesichts der Herausforderungen, die auf uns zukommen und der damit verbundenen Notwendigkeit für Österreich, ein „Innovation Leader“ zu werden, propagierte Hengstschläger ein Modell von Schule, in dem neben LehrerInnen insbesondere auch „Scouts“ gefragt seien. Diesen ExpertInnen auf ihrem Gebiet käme die wichtige Aufgabe zu, Talente zu entdecken, um Österreich fit für die Zukunft zu machen. Während LehrerInnen in diesem Modell nur mehr für die Vermittlung und Sicherung eines Mindeststandards zuständig wären, würden „Scouts“ gezielt auf die jeweiligen Stärken der Kinder und Jugendlichen abgestellt, auf dass jedes Talent in Österreich die Chance habe, entdeckt und gefördert zu werden.

Hm. Das klingt interessant. Tatsächlich gibt es Kinder, die besondere Stärken oder Talente aufweisen und die in unserem Schulsystem nicht entsprechend gefördert werden. Unser System ist ja im Wesentlichen darauf ausgerichtet, dass alle alles können müssen. Ist ein Schüler, sagen wir, in Mathematik weniger begabt, muss er sich – will er die Matura schaffen – auf dieses Fach konzentrieren, um seine Schwächen zu eliminieren. Dass dabei möglicherweise sein Talent für Sprachen ins Hintertreffen gerät, weil er neben der Mathepaukerei gar keine Zeit hat, dieses entsprechend zu fördern, muss er in Kauf nehmen. Die gegenwärtige Zentralmatura hat in dieser Hinsicht übrigens noch ein gutes Schäuflein in Richtung Gleichschaltung draufgetan. Der allgemeine Mindeststandard hingegen, den Hengstschläger fordert, müsste, wenn ich ihn richtig verstanden habe, um einiges tiefer als die Latte der Zentralmatura liegen.

Was sicher auch stimmt, ist, dass wir LehrerInnen mitunter Stärken und Talente unserer SchülerInnen erkennen, diese aber nicht entsprechend fördern können. Weil uns die Möglichkeiten zur wirklichen Individualisierung fehlen, weil wir viel zu viele Klassen und SchülerInnen unterrichten müssen, weil wir zu sehr mit dem Vermitteln und Einüben des Stoffes bzw. des Standards beschäftigt sind. Da käme der eine oder andere „Scout“, der den SchülerInnen wirkliche Angebote machen kann, sicher nicht ungelegen.

Allerdings, und an dieser Stelle regt sich meine Skepsis, frage ich mich schon, wie man sich so ein „Scout“-System konkret vorstellen soll. Scouts sollten ExpertInnen auf ihrem Gebiet sein, ok. Wie im Fußball, ok. Aber von welchen Gebieten sprechen wir da eigentlich? Wohl von jenen, denen klar abgrenzbare Leistungen und überdurchschnittlichen Einzelbegabungen zugrundeliegen. Oder wären tatsächlich auch Scouts für soziale Kompetenz oder Empathie vorstellbar? Oder zählt das eh nicht als Begabung (und somit auch nicht für Österreichs Zukunft)? Gäbe es dann eine Scout-Hierarchie gemäß dem gesellschaftlichen Prestige einzelner Berufe oder Sportarten? Ganz oben die Schifahrer, Fußballer und Naturwissenschaftler, vielleicht noch ein paar Opernsänger, ganz unten die Sozialberufe. Ich weiß, so hat es Hengstschläger nicht gemeint, er plädiert explizit dafür, nicht zu werten. Aber kommen die Wertungen in so einem System, weil Schule eben Teil der Gesellschaft ist, nicht ungefragt durch die Hintertür herein?

Hinzu kommt, dass viele unserer SchülerInnen, ebenso wie wohl die meisten Menschen, vielleicht gar keine besonders ausgeprägte Einzelbegabung aufweisen. Viele von uns sind in mehreren Bereichen mehr oder weniger talentiert. Mancherlei Zufälle und Begegnungen kommen mitunter zusammen, damit einer im Leben dieses oder jenes verstärkt betreibt und dann auf diesem oder jenem Gebiet einigermaßen gut wird. Was ist mit diesen Menschen? Sind die dann weniger wert, weil sie von keinem Scout auserkoren werden? Und was ist überhaupt mit jenen, deren Talent dem Scout gar nicht auffällt? Oder kommt das nicht vor, weil – einmal Experte, immer Experte – der Scout unfehlbar ist und einfach weiß, worauf es ankommt?

Hm. Je konkreter ich mir das System vorstelle, desto fragwürdiger scheint es. Vielleicht ist es ja nicht zufällig, dass es von einem Genetiker stammt. Von einem Naturwissenschaftler, der von sich selbst sagt, mit Geschichte und Vergangenheit nichts anfangen zu können. Zweifellos hätte Markus Hengstschläger auf meine Einwände gute und überzeugende Antworten parat, dennoch, selbst wenn ich seine Ideen möglicherweise nur unzureichend verstanden habe, scheint mir, dass dieses Scout-System gesellschaftliche Machtverhältnisse und Diskurse ausblendet und dadurch nolens volens massiv stützt. Bildungsziel kritisches Denken eh nur schwer mit der Talenteschau vereinbar, daher am besten gleich abgeschafft?

Schule sollte meines Erachtens viel mehr als bloß Talenteschmiede sein, ebenso wie Lehrer meines Erachtens viel mehr sein sollten als bloß Vermittler von Bildungsstandards. Aber von Bildung als Persönlichkeitsentfaltung, von Bildung als Menschwerdung des Menschen war weder im Vortrag noch in der anschließenden Diskussion die Rede. Für „Innovation Leader“ sind das offenbar keine zukunftsfähigen Konzepte. (nemo)

Die gute Nachricht

„Zurück in den ganz normalen Wahnsinn“, meinte gestern einer unserer NMS-Kollegen, der zwar bei uns seine Stammschule hat, aber bis auf eine Klasse alle Stunden in einer NMS abhält. Damit meinte er keinesfalls die NMS an sich, aber dass in dieser Schule mittlerweile über 40 Flüchtlingskinder mit entsprechenden Lücken in der Unterrichtssprache aufgenommen worden seien. Leider sehe ich ihn nur zwischen Tür uns Angel – ich würde seine Situation und die seiner SchülerInnen gern einmal genauer kennen lernen. Vielleicht nimmt er mich einmal mit.

Angesichts dieser Situation muss ich über unsere Schule nachdenken. Wir haben da Glück. Am WRG ist das anders. Wie wahrscheinlich auch in den meisten anderen Gymnasien. Wir können in eine Klasse gehen und zu unterrichten beginnen – unser Fach, das wir lieben und in dem wir uns gut auskennen. Natürlich muss das eine oder andere Mal auch eine Krise besprochen und entschärft werden, aber das betrifft mich normalerweise nur in meiner Eigenschaft als Klassenleiterin. Dadurch, dass ich unverbindliche Übungen in der zweiten, sechsten und siebten Klasse habe und in der fünften Informatik unterrichte, kann ich die Entwicklung vieler SchülerInnen verfolgen. In Deutsch kann ich sie bisher immer wenigstens vier Jahre lang begleiten. Im Moment sind es Erst- und ZweitklässlerInnen, die mich mit ihrer Kreativität und ihrer Freude am Schreiben und Vorlesen immer wieder erstaunen. Da lassen sich „Baustellen“ wie Rechtschreibung gut angehen.

Wenn sie älter und cooler werden, wird manches anstrengender – für beide Seiten – aber meistens machen auch die Jugendlichen immer noch mit und auch die hartnäckigeren Fälle spätestens dann ab der siebten Klasse. Einige sind immer zielorientiert, normal ehrgeizig, andere tasten sich an der imaginären Grenze entlang, an der man möglichst wenig für die Schule arbeiten muss (was manchmal auch nicht gut geht). Ende der sechsten und in der siebten Klasse begegnen mir viele bei den Grundlagen des vorwissenschaftlichen Arbeitens wieder.

Bestandsaufnahme:

  • Sie haben Jahre damit verbracht, sich mit unterschiedlichen Charakteren auseinanderzusetzen, anzufreunden oder ihre Grenzen auszuloten.
  • Sie haben viele Stunden in Teams an Projekten gearbeitet.
  • Sie mussten herausfinden, was für sie im Unterricht wichtig war und was nicht.
  • Sie haben Lernwege entdeckt – im Unterricht und sicher viele mehr davon noch außerhalb.
  • Sie wurden ermuntert, kritisch zu denken und ihre Meinung zu sagen.
  • Sie haben viele Stunden kreativ gearbeitet.
  • Sie kennen sich mit digitalen Medien aus.
  • Sie kommen mit einem strukturierten Arbeitsalltag zurecht.
  • Sie können gute Fragen stellen.
  • Sie hinterfragen ihre Situation kritisch.
  • Sie können ihre Ressourcen einschätzen.
  • Sie präsentieren ihre Ergbnisse oft sensationell gut.
  • Sie haben unzählige Prüfungssituationen bewältigt (wahrscheinlich an die 80 Schularbeiten und 100 Tests oder mündliche Prüfungen) und auf jeden Fall den weitaus größten Teil davon bestanden.

Einschränkung: Die Euphorie ist gerade etwas mit mir durchgegangen – natürlich gibt es da eine gewisse Bandbreite zwischen den SchülerInnen, vor allem, was ihre Arbeitshaltung betrifft, aber hallo! Pubertät und Selbstfindung verschlingt auch einiges an Ressourcen. Dafür muss Platz in einem jugendlichen Leben sein! Man weiß auch nicht immer, was sie lernen, aber man kann ja nicht nicht lernen (frei nach Paul Watzlawick).

Sie lernen noch:

  • Ein Thema so einzugrenzen, dass es für eine VWA taugt.
  • Mit einer wissenschaftlichen Fragestellung an ein Thema heranzugehen, nicht einfach ein Referat zu schreiben.
  • Quellen zu finden und auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen.
  • Mit der Arbeit zu einem bestimmten Termin fertig zu werden und wenn alle freien Ressourcen in den letzten Monat fließen. Doch erstaunlich viele schaffen es sehr zeitig.
  • Auf den Punkt für die Präsentation vorbereitet sein.
  • Zur Reifeprüfung anzutreten in dem Wissen, nicht alles zu können.

Ich schreibe über den VWA-Zeitpunkt, weil ich mich da mit vielen SchülerInnen und LehrerInnen über Themen, Absichten und Erkenntnisse unterhalte. Dabei ertappe ich mich immer wieder, wie ich mich über die Herangewachsenen freue und darüber, dass ich einen Teil ihres Weges miterleben darf. Und ich denke darüber nach, dass unsere Schulform ein Erfolgsmodell ist. Nein, wir haben keine fertig ausgebildeten Menschen nach der Matura. Aber sehr wohl solche, die den Herausforderungen, die das Leben an sie stellt, gewachsen sein sollten. Was die „Skills“ betrifft – aber sie bringen auch einiges an Wissen mit – Netzwerke im Gehirn UND Kompetenzen, wo und wie man sich das noch Fehlende beschaffen kann.

UND DAS IST DIE GUTE NACHRICHT.
(zum Nationalfeiertag) 😉

Bildung muss immer wieder neu gedacht werden, das ist klar und das mag ich auch an meinem Beruf.  Aber das, was gut läuft, sollten wir schon behalten. (juhudo)

Ferienfortbildung Juli 2016

Vom 11. – 13. Juli – den ersten drei Ferientagen – fand das vierte und vorläufig letzte Modul des Kommunikationslehrgangs der PH Salzburg statt. Wie die ersten drei ein Highlight unter allen Fortbildungen, an denen ich bisher teilgenommen habe (und das waren schon viele!).

Definitiv: Fortbildungsempfehlung!

Thema Argumentation – Diskussion – Überzeugen [Fortbildung]
Referentin: Angelika Falkner
Story

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  • Modul 4 eines über ein ganzes Schuljahr laufendes Lehrgangs. Wir sind schon eine verschworene Truppe von 14 Leuten, die sich jedesmal auf das Treffen freuen. Wir müssen aber mit dem Start auf mehrere Teilnehmerinnen warten, die wegen eines Verkehrsunfalls im Lieferinger Tunnel eineinhalb Stunden im Stau stehen. Wir nutzen die Zeit, um uns mit unserer diesmaligen Trainerin anzufreunden. Spiel: Vornamen mit einem Essen, das man mag kombinieren. Mir sind nur Datteln eingefallen. Mögen tu ich sie aber nicht.
  • Natürlich sind die Themen nicht mehr neu für uns, in Variationen haben wir uns schon in den vorangegangenen Modulen mit ihnen auseinandergesetzt. So wurden unsere Erwartungen abgefragt und das erste Mal eigentlich wurden wir dafür gelobt, keine besonderen zu haben. Aber wir messen halt unseren Erkenntniszuwachs nicht direkt am Output des Seminars – die Skills, die wir erwerden, können erst mit der Zeit geprüft, eingebaut oder verworden werden. Und wir möchten sehr gern für Neues offen sein.
  • Dann gab’s eine kleine Aktivierungübung im Kreis: Zack – Wusch – Stopp: Zack für die Gegenüber, Wusch für die Nachbarn und Stopp, wenn man die Bewegung nicht weitergeben will.
  • In den folgenden Tagen hielten wir „Brandreden“, interviewten oder ließen uns interviewen (das hieß Kreuzfeuer) und debattierten nach amerikanischem (einer nach dem anderen) oder parlamentrischem Modell (ohne bestimmte  Reihenfolge).
  • Diesmal wurde besonders viel mit Videoanalysen gearbeitet. Die Besprechung der Statements (Brandreden) dauerte mir etwas zu lange. Zuerst  das Feedback der Gruppe, dann sahen wir uns die Aufnahmen an, zwölfmal, etwa drei Stunden lang. Aber ich lernte, wieder einmal genauer hinzuschauen und meine Wahrnehmung zu verfeinern.
  • Während des Interviews, die schärfer geführt werden sollten,  lernte ich, dass ich nur von meiner Linie abgebracht werden kann, wenn ich emotional berührt werde. Sonst geht gar nichts!
  • Die abschließende Debatte nach amerikanischem Vorbild, d.h. alle Teilnehmer geben ihre Statements hintereinander ab (siehe Grafik links), werde ich sicher auch im Unterricht anwenden. Jede/r kommt dran, die Gruppe braucht eine Strategie und man muss sich auf die anderen verlassen.
Einsicht Folgerung Anschlussfragen
Diesmal wurden die Basics der letzten Module vorausgesetzt, was ich toll finde. Wir konnten von den Grundlagen aus weiter vordringen und ich lernte vor allem, dass man auf seinen Körper hören muss. Damit ist zum Beispiel gemeint, dass man vielleicht besser nicht stehen bleibt, wenn einen ein Thema „bewegt“, auch wenn man es schon oft so gehört hat.

Ohne emotional beteiligt zu sein, funktioniert eine Rede oder ein Statement ohnehin nicht. Also: Wenn man nichts zu sagen hat, hält man besser den Mund! Das lässt sich leider in Übungssituationen (Schule!) nicht vermeiden.

Bisher habe ich immer gehört, dass sich versuchen  soll, langsamer zu sprechen: Angelika Falkner meinte, dass das nur sehr schwer gelingen könnte (ja, ich versuche es ja schon ziemlich lange ;-)), aber dass ich es schaffen könnte, bewusstere, längere Pausen zu machen. Darauf werde ich jetzt meinen Fokus legen!

 

 

Spaß haben

  • am Thema
  • an der Situation

Emotionen

Blickkontakt

  • nicht nur um höflich zu sein.
  • wir brauchen den Kontakt, um weiterreden zu können, sonst „gegen einem die Worte aus“.

Fragen

  • statt Antworten vorgeben

Sesselkreis

  • offen lassen
  • U statt O, damit sich niemand gefangen vorkommt.

Körper

  • zeigt, was er will/braucht: Bewegung?
  • mit und nicht gegen den Körper arbeiten
  • Stehen oder sitzen?

Visualisierungen

  • durch richtiges Deuten/Hinstellen betonen
  • keine Bilder (Text ist auch Bild) „stehen lassen“, wenn sie gerade nicht Thema sind – lenkt ab.
  • Fremdwörter und Namen aufschreiben

Gut planen!

Üben, üben üben!

 

 

Etwas Literatur:

Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation51cr6nxr5pl-_sx353_bo1204203200_

 

 

 

Die Begriffe Sympathie – Empathie – Antipathie genauer betrachten. Geht anscheinend bei Petra Fercher gut.514zj5miiwl-_ac_us160_

(juhudo)

Schulentwicklungsfrühstück

Ja, wir treffen uns auch in den Ferien. Und dann reden wir u. a. über – die Schule! Eh klar. Wir teilen in diesem Bereich Interesse und Leidenschaft und wir sind uns seeehr einig darin, dass wir unseren Arbeitsplatz besser machen wollen. Im Lauf des Gedankenhin- und herwerfens entstehen so mehr oder weniger genaue Ideen und Pläne. Je länger, desto konkreter wird es. Auf diese Weise ist heute Vormittag Folgendes entstanden:

  • Wir wollen die Ergebnisse einer Dienststellenversammlung von vor Weihnachten, in der viel Frustration thematisiert werden konnte, weiter bearbeiten. Zuerst einmal in der DeutschlehrerInnengruppe, danach mit allen. (He, he, ich kommentiere jetzt in Blau dazu.) Also: Es geht darum, noch genauer nachzufragen, was genau wir als belastend, einschränkend, frustrierend, demotivierend empfinden und warum. Anschließend würde ich gerne Vorstellungen sammeln, was Abhilfe schaffen könnte. Also, was bräuchte es, damit diese Belastungen etc. geringer würden? Einfach einmal sammeln und schauen, was da kommt. Wichtig erscheint mir, dass es nicht nur im Problemewälzen verhaftet bleibt, sondern in Richtung Lösungsmöglichkeiten weitergedacht wird.

     

  • Visionen, Visionen. Ein Problem ist, dass uns immer gleich einfällt (leider nicht grundlos), was wahrscheinlich alles nicht geht. Da will Monika endlich einmal drüber hinaus. Und recht hat sie! Wir werden zwar an allen Ecken und Enden eingebremst, aber ETWAS kriegen wir ja vielleicht doch hin, von dem unsere Kids und wir profitieren können. Mir fällt da immer ein, dass ich selbst in der Schule einmal eine Erörterung zum Thema „Die Idealisten, nicht die Realisten treiben die Welt“ schreiben durfte. Mittlerweile bin ich nicht mehr ganz so idealistisch veranlagt wie früher, aber Visionen, Möglichkeitsräume, Denk- und Versuchsanordnungen haben’s mir schon immer noch angetan.
  • Wir wollen uns an Freiräumen zurückholen, was geht. Eine intelligente Anwendung der Neuen Oberstufe, Teamteaching, Wissensmanagement, die Lehrpläne bis aufs Allernotwendigste entrümpeln – Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben und nix. Und dann wieder aufbauen. Ja, wirkliche Freiräume nämlich. Man müsste die Überzeugung und das Zutrauen haben, dass daraus schon etwas entstehen würde. Hundertprozentige Sicherheit gibt’s keine. Aber höchstwahrscheinlich ergäbe es schon was, wenn man KlassenlehrerInnen gemeinsam nachdenken ließe. Wenn man sich in Ruhe zusammensetzen und überlegen würde: Was machen wir in diesem Schuljahr? Was soll unser Jahresthema sein und wie könnten wir es gemeinsam, alle Fächer zusammen, angehen? Mich würde das so reizen. Wenn ich mir vorstelle, wir hätten in diesem Jahr z. B. das Thema Flucht und Migration gemeinsam angepackt. Für Deutsch, die Fremdsprachen, Geschichte, Geographie, Religion/Ethik, Informatik, Psychologie, BE, Musik würde mir schon ohne viel nachzudenken und ganz alleine genug einfallen. Was könnte da erst in der Gruppe entstehen! Und ich bin davon überzeugt, dass alle Fächer etwas beizutragen hätten. Auch in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik würden sich Anknüpfungsmöglichkeiten finden. Und was spräche dagegen, im Jahr darauf ein stärker naturwissenschaftlich ausgerichtetes Jahresthema (z. B. Klima) zu beackern?
  • Ach, und wenn dann auch noch endlich diese blödsinnigen 50-Minuten-Einheiten wegfielen und dieser Standardisierungs- und Überprüfungswahn, und – ok, ich höre jetzt wieder auf.

Und ich hab gleich gesagt, ich schreib das Wichtigste auf. Die Katze hat mitgeholfen ;-). Danke fürs sofortige Zusammenschreiben! (nemo)

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Digitale (Un)Ordnung

61z7khxtz-l-_sx302_bo1204203200_Diesen Artikel wollte ich schon seit Jahren einmal schreiben, aber so wird es eine Antwort auf Monikas Text von gestern. Vor sechs (!) Jahren habe ich David Weinbergers Buch Das Ende der Schublade. Die Macht der neuen digitalen Bildung, 2008 (Everything is miscellaneous, 2007) regelrecht verschlungen.

Seine wichtigste These lautet: In der digitalen Welt „… die Lösung für das Übermaß an Informationen sind noch mehr Informationen.“1 Für LehrerInnen wie uns bedeutet das, eben KEINE Ordner mit dem Material vieler Unterrichtsjahre im Regal stehen zu haben und nach irgendeinem Zeitungsartikel oder Arbeitsblatt zu suchen, von dem man irgendwann einmal geglaubt hat, ihn oder es verwenden zu können.

Weinberger unterscheidet drei Ordnungen der Ordnung:

  • In der ersten Ordnung der Ordnung sortieren wir physische Dinge, Gabeln zu Gabeln, Bücher nach dem Nachnamen der AutorInnen, Fotos in Fotoalben.
  • In der zweiten Ordnung, wenn die Anzahl der Items zu groß wird, legen wir Karteien an, drucken Kataloge und können so riesige Sammlungen auf relativ kleinem Ort durchsuchbar machen. Oft können sie nur Fachleute wirklich effizient verwenden.

Naturgemäß können in diesen beiden Systemen Dinge immer nur an EINEM Platz bestehen. Ein Buch kann entweder nach Kaufdatum oder nach Größe oder nach Farbe oder ach Alphabet oder was weiß ich noch geordnet werden.

  • Wenn Inhalte digitalisiert werden, können die Beschränkungen der ersten und zweiten Ordnung aufgehoben werden. Es können so viele Metadaten zu einem Ding gespeichert werden, wie man will. Eigentlich kann zum Beispiel der gesamte Inhalt eines Buches plus Rezensionen auf der „digitalen Karteikarte“ aufgeführt sein. Was analog sinnlos ist, funktioniert in der Welt der Bits und Bytes. Die Idee dabei ist, dass neben wohl überlegten Kategorien und ausgefeilten Schlagwörtern einfach viel mehr Schlagwörter zu den „Dingen“ dazugefügt werden können, den Computern ist es egal, ob Einzahl, Mehrzahl, ob drei oder dreihundert Suchbegriffe und wir registrieren keinen zeitlichen Unterschied bei Recherchen. Jede/r fügt anarchisch ihre/seine Tags dazu und es entstehen Schlagwortwolken, wie auch auf der rechten Seite unseres Blogs. Damit wird die zweite Ordnung umgangen. „Wir können uns selbst – und, was noch wichtiger ist, gemeinsam – überlegen, welche Anordnungen für uns im Augenblick sinnvoll sind und welche Anordnungen eine Minute später. So können wir schneller finden, was wir brauchen…“2

Unser Blog funktioniert auch nach diesem System. Wir suchen UND FINDEN unsere Artikel wieder, indem wir Schlagworte eingeben. Bei bald hundert Postings ist das schon nötig. Und am besten machen wir das auch mit unserem Unterrichtsmaterial so. Für einzelne Personen ist ein Blog ein passendes, einfach zu bedienendes Werkzeug. Etwas aufwändiger – vielleicht für das Wissensmanagement einer Schule oder eines Unterrichtsfaches – wäre eine Datenbank. Anarchisches „Tagging“ funktioniert bei beiden. Und ob man ordentlich oder unordentlich ist, spielt kaum mehr eine Rolle. (juhudo)

 

1 David Weinberger, Das Ende der Schublade. Die Macht der neuen digitalen Unordnung. München 2007, S 15
2 Weinberger, S 27