Geschichten schreiben und veröffentlichen

Ich habe eine Geschichte geschrieben. Ja, eine Geschichte. Das wollte ich schon lange tun, genau genommen, seit es die Internetplattform story.one gibt. Ein Kollege hatte mir letztes Jahr davon erzählt, ich hab’s damals auch gleich meinen SchülerInnen weitererzählt und sie ermutigt, doch einfach einmal eine kurze Geschichte zu schreiben und sie dort zu veröffentlichen.

Nun habe ich in den Salzburger Nachrichten von einem Schreibwettbewerb gelesen. Unter dem Stichwort #salzburglove kann man noch bis zum 15. Dezember auf story.one eine Geschichte mit Salzburgbezug veröffentlichen. Einige davon werden dann auch in der Zeitung abgedruckt. Da habe ich mir gedacht, das wäre doch was für unsere SchülerInnen. Und dann habe ich mir gedacht: Ich könnte ja eigentlich auch selbst. Also habe ich eine Geschichte geschrieben. Sie heißt Aus der Stadt.

Ein bisschen Überwindung hat es mich schon gekostet. Aber, wenn man auf story.one ein bisschen herumschmökert, sieht man, wie viele Menschen einfach so ihre Geschichten erzählen. Die eine spricht einen mehr an, die andere weniger. Jedenfalls aber macht es Spaß, so viele Geschichten von so vielen verschiedenen Menschen zu sehen und zu lesen. Das hat mich ermutigt, auch selbst loszulegen. Vielleicht schreibe ich einfach bald wieder eine Geschichte.

(nemo)

ditact 2018 – reingeschnuppert

Ich weiß jetzt nicht genau, seit wie vielen Jahren die Ditact im Frühling meine Aufmerksamkeit findet, aber heuer war ich mir erstmals sicher, in den Ferien zu der Veranstaltungszeit anwesend zu sein, und habe mich für zwei Workshops angemeldet – vor allem in Hinblick darauf, für das erste „richtige“ Jahr mit der „Digitalen Grundbildung“ neue Ideen mitnehmen zu können.

Die Leiterinnen der Ditact wollen Folgendes:

ditact

Es gibt zwei Wochen lang sehr viele Kurse – wer möchte, kann hier einmal für das Jahr 2018 schnuppern – und die meisten sind nicht für Informatikerinnen, sondern für Informatikinteressierte ausgerichtet. In der zweiten Woche geht es auch um „IT & Didaktik“, und ich habe an den Workshops Informatik aktiv erleben und Fake News & Social Media teilgenommen. Meine Erkenntnisse schreibe ich wieder in Form von Mikroartikeln auf.

Thema Informatik aktiv erleben. Spielerische und interessante Unterrichtsstunden ohne Computer.
Referentin: Petra Nußdorfer
Story Die Aufgaben, die an uns LehrerInnen mit der Digitalen Grundbildung herangetragen werden, gehen weit über Mediendidaktik hinaus. Auch informatisches Grundwissen soll unseren SchülerInnen vermittelt werden. Da dieses Wissen nicht allgemein vorhanden ist, bin ich auf der Suche nach Material, das zum Beispiel auch einfach einmal in Supplierstunden eingesetzt werden kann, und auf so etwas habe ich in in diesem Workshop gehofft.
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Einsicht Folgerung Anschlussfragen
Wie haben ein ganzes Heftchen von Aufgaben mitbekommen und konnten einiges ausprobieren. Die Themen reichten von Binärrechnen und Kryptographie (zB End to End-Verschlüsselungen bei WhatsApp) über Sortieren und verschiedene Algorithmen bis zu Pixelgrafik und analogen Programmiereinstiegsspielen.

Die Übungen auszuprobieren hat viel Spaß gemacht und wir TeilnehmerInnen (es war auch ein Kollege dabei) hatten viel Gelegenheit uns auch untereinander Tipps zu geben.

Informatische Grundbegriffe lassen sich auch ohne Computer vermitteln. Idealerweise werden sie natürlich dann dort umgesetzt, aber einiges kann auch so erkannt werden – und es macht Spaß es gemeinsam umzusetzen. Wie bekomme ich die Aufgaben unter die SchülerInnen?

So etwas wie ein Informatikkofer  gefüllt mit den nötigen Materialien wäre toll. Und dass er in manche Supplierstunden mitgenommen wird!

Die junge Referentin Petra Nußdorfer unterrichtet neben Informatik auch Bildnerische Erziehung und das merkt man auch an ihren kreativen Unterrichtsideen, an denen sie uns teilhaben ließ. Sie wird anscheinend nächstes Jahr wieder bei der Ditact dabeisein und ich kann sie nur weiterempfehlen, man kann bei ihr viel Kreatives lernen!

Einige weitere Quellen:

 

Mein zweiter Workshop:

Thema
Fake News & Social Media. Anregungen für den Unterricht

Referentin: Sonja Messner

Story Der bei uns relativ neue Begriff Fake News ist vom Inhalt her natürlich schon immer ein Thema in der Medienerziehung („Zeitungsente“). Aber wie und warum Falschmeldungen innerhalb der sozialen Medien eine solche Wucht bekommen können, darüber wollte ich mir etwas „wissenschaftlichen“ Input holen.
Einsicht Folgerung Anschlussfragen
Inhaltlich gab es jetzt für mich nicht soooo viel Neues, aber ich erhielt eine gute didaktische Struktur, wie man mit SchülerInnen das Thema besprechen kann. Und den Tipp über das relativ neue Onlineportal Addendum, das Dietrich Mateschitz gehört. Außerdem, dass die Journalisten der Washington Post immer gleich vier verschiedene Überschriften zu ihren Artikeln mitliefern müssen – damit ein zur momentanen Situation passender ausgewählt werden kann ;-). Nix Neues: Meiner Meinung nach eines der wichtigsten demokratiepolitischen Themen! Es muss unbedingt immer wieder mit unseren SchülerInnen besprochen werden! Hier nicht so viele: Es gibt viel Material im Internet. Seiten wie Mimikama oder Kobuk sind hilfreich, Safer Internet und Klicksafe.de auch.

Eine gute Idee: SchülerInnen Fake News selbst produzieren lassen!

Auch für Sonja Messner eine klare Empfehlung. Die Medienpädagogin, die bei Akzente arbeitet, kennt sich aus und hat sich viel mit diesem Thema beschäftigt.

juhudo

Internet raus aus den Schulen? Die Textsorte Erörterung

Meine SiebtklässlerInnen maturieren in gut einem Jahr. Folglich sind wir bereits wieder voll im Modus der Vorbereitung auf die Zentralmatura. Vieles von dem, was vor drei Jahren bei der Einführung dieser Form der Matura aufgeregt diskutiert wurde, hat sich mittlerweile beruhigt oder abgeschwächt. Ich könnte immer noch fundamental dagegen wettern und vielleicht tue ich es auch wieder einmal. Heute aber nicht.

Nach wie vor gilt für das Fach Deutsch: Es gibt 9 Textsorten (ab 2020 dann nur mehr 7), die von den Schülern beherrscht werden müssen. Und auch wenn die für die Zentralmatura verantwortlichen Personen immer wieder darauf hinweisen, dass die Schreibhandlungen (z.B. zusammenfassen, argumentieren, informieren) wichtiger seien als die Textsorten – Faktum bleibt, dass es einen Textsortenkatalog gibt und dass die Vermittlung der jeweiligen Spezifika einer Textsorte ganz schön viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt.

Meines Erachtens würde es reichen, wenn die Erörterung als einzige argumentativ ausgerichtete Textsorte bestehen bliebe. Wenn jemand Sachverhalte ordentlich und nachvollziehbar erörtern kann – und das ist schwierig genug – hat er oder sie etwas Wesentliches gelernt. Das Verfassen eines Leserbriefs, eines offenen Briefs, einer Empfehlung oder eines Kommentars erscheint mir im Kontext der Deutschmatura unsinnig und überflüssig. Aber sei’s drum.

Am letzten Tag der Osterferien habe ich brav die Hausübung gemacht und für meine SchülerInnen eine Modellerörterung geschrieben. Die Aufgabe wurde letztes Jahr beim Maturatermin im Mai gestellt. Inhaltlich geht es um die Frage, ob der Umgang mit dem Internet ein fester Bestandteil des Unterrichts sein sollte oder nicht. Was liegt näher, habe ich mir gedacht, als meine Erörterung gleich einmal im Internet zu posten?

Hier also geht’s zur Aufgabenstellung (Aufgabe 3) und da zu meiner Modellerörterung. Ich habe mich bemüht, den Text in ungefähr eineinhalb Stunden zu schreiben und wenn ich ihn mir jetzt durchlese, klingt er eigentlich mehr nach Kommentar als nach Erörterung. Aber ich habe mich an die Arbeitsaufträge gehalten und versucht, ordentlich zu argumentieren. Insofern müsste der Text auch den gestrengen Augen der DeutschlehrerkollegInnen standhalten. Und, wie gesagt, es kommt eh mehr auf die Schreibhandlung als auf die Textsorte an. 🙂

(nemo)

 

„Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand.“

Endlich bin ich wieder online! Eine kaputte Festplatte hat mich tagelang von der virtuellen Welt isoliert. Es fühlt sich, musste ich feststellen, doch schon recht komisch für mich an, wenn ich von zu Hause aus nicht ins Internet kann. Einige Kolleginnen haben ja gemeint, sie würden noch weitgehend netzfrei arbeiten und leben können (wobei: die haben alle Smartphones und ich nicht!), ich jedoch habe gemerkt, dass ich mich ohne Netzzugang schon eher amputiert fühle. Beispiel Französisch-Schularbeit: Wie soll ich die zusammenstellen, ohne dass ich im Internet nach passenden Materialien suche? Zwar bin ich ein Fan des Aufgaben-selbst-Zusammenstellens, kenne auch keine Scheu vor den neuen Formaten und bastle fröhlich vor mich hin – aber zumindest für Hörbeispiele oder geeignete Lesetexte brauche ich schon das Netz.

Sicher, eine ordentliche Lehrerin hat Ordner voll mit Arbeitsblättern und Unterlagen und sammelt praktisch täglich, was sie für den Unterricht brauchen könnte. Aber erstens bin ich nicht ordentlich (was dazu führt, dass ich häufig länger fürs Suchen als für sonstwas brauche) und zweitens habe ich mir das einfach schon so angewöhnt, dass ich zwar auch andauernd sammle – Zeitungsartikel zum Beispiel – diese dann aber eh verlege und bei Bedarf lieber im Netz suche und ausdrucke.

Welcher Weg schneller ist? Ich weiß es nicht. Denn, ok, ich bin unordentlich und dankbar, dass es virtuelle Suchdienste gibt. Gleichzeitig aber musste ich während meiner internetlosen Tage feststellen, dass ich plötzlich viel mehr (Frei-)Zeit hatte. Rumsurfen ist ein Zeitfresser par excellence, das kann ich nun aus eigener Erfahrung bestätigen.

Mir fiel dieser Tage auch wieder einmal ein, wie es früher so war. Vor zwanzig Jahren habe ich ein Studienjahr in Bordeaux verbracht. Damals hatte so gut wie niemand von meinen FreundInnen einen E-Mail-Account. Internet war für die meisten noch ein Fremdwort. Wenn wir mit den Daheimgebliebenen kommunizieren wollten, schrieben wir Briefe (unzählige!) oder wir telefonierten. Letzteres aber war ganz schön teuer und außerdem konnte man von der WG aus, in der ich wohnte, nicht ins Ausland telefonieren. Um telefonieren zu können, musste ich mich bei den Telefonkabinen anstellen. Gerade abends, zum Spartarif, bildeten sich da oft lange Schlangen.

Aber apropos old style: Meine DrittklässlerInnen haben heute noch einmal ihre Balladen vor zwei anderen Schulklassen aufgeführt. In Gruppen zu fünft oder sechst hatten sie in den vergangenen Unterrichtsstunden eine Ballade auswendig gelernt und inszeniert. „Die Brück‘ am Tay“, „Die Bürgschaft“, „Der Handschuh“, „John Maynard“ und den „Zauberlehrling“ hatten sie sich dafür ausgesucht.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Sie haben sich den Text und die Rollen aufgeteilt, sie haben sich in der Gruppe arrangiert, sie haben sich für die Dramatisierung etwas einfallen lassen. Ausnahmslos alle konnten bereits letzten Freitag den Text, alle haben sich beteiligt und eingebracht, alle waren auf der Bühne. Ich war echt beeindruckt. Manche sind richtig talentiert, andere wachsen über sich hinaus, einigen fällt das Auftreten schwer. Sie haben es trotzdem geschafft, sich zu überwinden.

Ein wirklich schönes Erlebnis für uns alle. Ja, und ich glaube, die Balladen sind ihnen schlussendlich gar nicht mehr so jenseitig vorgekommen, wie es ihnen anfangs aufgrund der für sie so fremd klingenden Sprache erschien. „Das Spielen der Balladen war echt voll cool“, habe ich in ihren Reflexionen lesen dürfen – geschrieben von einem, der so ein Urteil über den Deutschunterricht nicht leichtfertig fällt. Schöne Osterferien! (nemo)