KW 2. Chronik des ganz normalen Schulwahnsinns

Mit besten Vorsätzen bin ich in die Woche gestartet. Schließlich hatte erst kürzlich ein neues Jahr begonnen.

Beim Betreten der Schule umgibt mich der feste Wille, diesmal nicht bereits nach wenigen Minuten wieder in den „Schulstressmodus“ zu verfallen. Gelassenheit, Abstand, Ruhe. Weniger ist mehr lautet mein neues Motto.

Wie schwierig es ist, in der Schule Distanz zu wahren, wird einem schon vor Unterrichtsbeginn vor Augen geführt. Es wuselt vor lauter Kindern. Viele treten in Interaktion, sie grüßen, sie lachen einen an, sie wollen etwas wissen, sie brauchen etwas. So vieles spielt sich bereits am Gang ab, lange bevor man einen Klassenraum betritt. Ich bin froh und dankbar, dass das bei uns so ist und uns die SchülerInnen wahrnehmen (ebenso wie wir sie auch). Gleichzeitig stellen all diese kleinen Interaktionen zwischenmenschliche Begegnungen dar, die sich summieren und bereits nach wenigen Stunden dazu beitragen, dass man wieder ganz schön k.o. ist.

Auch im Konferenzzimmer wuselt es. Wir sind gut hundert Lehrpersonen an der Schule, wenn nur die Hälfte davon in der Pause zugegen ist, geht es ordentlich zu. Während man mit einer Kollegin spricht, sieht man aus dem Augenwinkel eine andere, mit der man auch dringend etwas besprechen muss, bevor man bemerkt, dass sich von der anderen Seite bereits jemand anpirscht, der wohl etwas von einem braucht. Was wir innerhalb von ein paar Minuten alles austauschen, besprechen, klären und uns gegenseitig mitteilen, ist manchmal der helle Wahnsinn. Aber gleich beginnt ja schon wieder der Unterricht und ob man den Kollegen, dem man unbedingt noch eine Information über den einen Schüler zukommen lassen muss, später noch trifft, ist ungewiss. Auch mit der anderen Kollegin muss man unbedingt heute noch einen Termin vereinbaren, denn sonst geht sich das mit dem Projekt nicht mehr aus. Und beim Direktor ist die Erlaubnis einzuholen, um mit der anderen Klasse ins Kino/auf Wandertag/ins Theater gehen zu können. Ah ja, reservieren sollte man, hoffentlich klappt es überhaupt noch, und die betroffenen LehrerInnen, denen wegen der Aktivität eine Stunde entfällt, müssen rechtzeitig informiert werden. Wo ich allerdings die Mappe mit den Entschuldigungsformularen meiner Klasse hingelegt habe, weiß ich jetzt auch nicht. Wahrscheinlich ist sie in dem Bücher- und Heftestapel verschwunden, der sich schon wieder auf meinem 50 x 30 cm-Arbeitsplatz türmt.

Schule ist super anstrengend, und da haben wir noch gar nicht vom Unterrichten gesprochen. Mitunter erscheinen mir die Schulstunden sogar weniger fordernd als all die Begegnungen, Besprechungen und Vereinbarungen zwischen Tür und Angel, die unseren Arbeitsalltag prägen. Na ja, manchmal zumindest. Denn die ErstklässlerInnen sind an diesem Montag in der fünften Stunde schon ziemlich zappelig und benötigen höchste Präsenz. Dass die SechstklässlerInnen im Gegenzug in der ersten Stunde noch verschlafen und lethargisch waren, diente auch nicht unbedingt der Erholung. Nur gut, dass dazwischen die pubertierenden ViertklässlerInnen zu beaufsichtigen waren. Sie interessieren sich derzeit nämlich deutlich mehr für ihre MitschülerInnen des jeweils anderen Geschlechts als für meinen Unterricht. Aus ihrer Sicht müssten wir sie echt nicht dauernd stören kommen, nahende Schularbeit oder Semesterabschluss hin oder her. (nemo)

Unterwegs mit Groß und Klein. Ein Wandertag der extrafeinen Sorte

Mit 29 coolen 16-Jährigen und 24 lieben 10-Jährigen begaben wir uns heute Vormittag auf die große Wiese nach Hellbrunn. Der Grund für unseren Ausflug war, dass sich meine sechste Klasse eine erste Klasse als Patenklasse gewünscht hatte. Und die Erstklässlerinnen (in diesem Fall ist es eine reine Mädchenklasse) wollten ein paar der ganz großen SchülerInnen kennenlernen, auf dass sie neben uns LehrerInnen noch jemanden an der Schule haben, dem sie Löcher in den Bauch fragen können.img_1832

Wir machten uns also auf den Weg und erlebten einen dieser Tage, an denen ich felsenfest davon überzeugt bin, dass es auf der ganzen Welt keinen schöneren Beruf geben kann als den meinigen. Nicht, dass unser Ausflugsziel so spektakulär gewesen wäre. Auch nicht, dass unser Ausflugsprogramm so einzigartig gewesen wäre. Aber die Freude, die gute Laune, der Spaß, das Zwischenmenschliche, die gelungenen Kontaktaufnahmen, das gemeinsame Spielen und das alles bei prächtigem Herbstwetter in einer wunderbaren Umgebung – LehrerInnenherz, was willst du mehr?

Mit zwei einander unbekannten Klassen zogen wir los, mit einer gemeinsamen Gruppe kehrten wir zurück. Dazwischen ereignete sich folgendes: 1. Wir jausneten zusammen. 2. Wir erkundeten den Spielplatz. 3. Wir ließen die SchülerInnen zwei Kreise bilden, die Kleinen innen, die Großen außen. Dann sollten sie sich ihrem Gegenüber vorstellen und sich z.B. über ihr Lieblingsessen, ihr Lieblingskinderbuch oder das Coolste am WRG austauschen. Immer wenn wir klatschten, rückten die Großen um einen Schritt nach rechts und das Austauschen begann von neuem. 4. Wir bildeten gemischte 4er- bzw. 5er-Teams und ließen sie in der Natur verschiedene Dinge suchen: Etwas, das weich ist; etwas, das ein Geräusch macht; etwas, das ganz gerade ist; etwas, das gut riecht. Etcetera. 10 Dinge sollte jede Gruppe finden und danach aus diesen Dingen ein Bild legen. 5. Wir machten einen „Ausstellungsrundgang“ und schauten uns die Bilder an. Jede Gruppe erklärte kurz ihr Bild und alle erhielten für ihr Bemühen und ihre Kreativität Applaus. img_1821

Dann war der Vormittag auch schon wieder fast vorbei und wir wanderten zurück. Was ich da auf dem Heimweg in der Hellbrunner Allee mitansehen durfte, ließ mein Lehrerinnenherz gleich mehrmals hüpfen: Große und Kleine einträchtig nebeneinander, sie schwatzten und lachten, sie fragten sich aus und erzählten, über den Größenunterschied von bis zu zwei Köpfen hinweg, dass es eine wahre Freude war.

Welche Argumente auch immer für eine gemeinsame Schule der 6-bis 14-Jährigen existieren mögen, ich bin und bleibe ein Fan der Langform des Gymnasiums, bei der 10- bis 18-Jährige gemeinsam unterrichtet werden! (nemo)

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Die OECD und wir. Wider die totale Ökonomisierung der Bildung

Meine nunmehrige sechste Klasse ist auf stolze 28 Schülerinnen und Schüler angewachsen. Im letzten Jahr hatte ich 26. Bin ich froh, dass ich nun zwei mehr habe! Gerade gestern hat uns die OECD ja wieder einmal ausrichten lassen, dass unsere Klassen eh alle zu klein sind. Außerdem haben wir vernehmen dürfen, dass Lehrer in Österreich allesamt zu viel verdienen. Danke auch dafür! Alleine wär’s uns gar nicht aufgefallen.

Informationen wie diese braucht man zu Schulbeginn ungefähr genauso dringend wie einen Kropf. Aber die OECD scheint ja mittlerweile der Bildungsexperte schlechthin zu sein. Ja, ja, ich weiß schon, mit den zu kleinen Klassen sind in erster Linie die kleinen Volksschulklassen auf dem Land gemeint, und daran, dass Lehrer, die kurz vor der Pensionierung stehen recht gut verdienen ist auch was dran. (Ich gehe einfach einmal davon aus, dass z.B. ich mit meinen knapp über 2000 Euro im Monat nicht gemeint bin.) Trotzdem frage ich mich, warum die „Organisation for Economic Co-operation and Development“, also die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eigentlich so eine starke Definitions- und Verfügungsgewalt im Bereich Bildung innehat.

Der OECD geht es in erster Linie um den ökonomischen Nutzen von Bildung. Das ist für eine Organisation, die sich um wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kümmert, nachvollziehbar. Wie allerdings der ökonomische Nutzen von Bildung  in unserer Gesellschaft eine solche Bedeutung erlangen konnte, dass daneben kaum mehr Platz für anderes ist, ist für mich immer noch ebenso erstaunlich wie befremdlich.

Nicht, dass der wirtschaftliche Nutzen von Bildung unerheblich wäre. Ganz und gar nicht. Aber das kann doch nicht das Einzige sein, was relevant ist. Anders gesagt: Den Erfolg von Bildung alleine über Effizienzkriterien in wirtschaftlicher Hinsicht zu definieren, mag für die OECD angehen, für eine Gesellschaft erscheint es mir regelrecht gefährlich. Irgendjemand müsste das meiner Ansicht nach der OECD einmal ausrichten. Wieviel beispielsweise kleine Volksschulen auf dem Land zum Wohlbefinden der Bevölkerung bzw. zur Identifikation mit dem Wohnort beitragen oder wie sehr eine kleinere Klasse im Gymnasium oder in der Neuen Mittelschule zur Zufriedenheit und zu einer guten Beziehung von Schülern und Lehrern beiträgt, lässt sich nämlich weder zahlenmäßig erfassen noch ist das Kriterium der Effizienz in diesen Bereichen überhaupt das maßgebliche. Und da haben wir noch gar nicht von der Dimension von Bildung als Menschwerdung des Menschen gesprochen! Insofern kann es doch eigentlich nicht sein, dass wir ständig versuchen, in puncto Bildung den Vorstellungen der OECD zu folgen. Oder zählt wirklich nur mehr die ökonomische Effizienz?

Indessen versuche ich weiterhin, die 28 bereits ziemlich riesigen Halbwüchsigen in meiner Klasse, die übrigens alle in diesem Schuljahr das gesetzliche Wahlalter erreichen, im Rahmen meiner beschränkten Möglichkeiten als Deutschlehrerin zu halbwegs kritischen und mündigen BürgerInnen zu erziehen. Ein paar der anderen überbezahlten Lehrerinnen und Lehrer, die in meiner Klasse unterrichten, werden hoffentlich in die gleiche Richtung zu wirken versuchen. Bereits das gegenwärtige Bildungssystem in Österreich hilft uns nur sehr bedingt dabei, bürdet uns immer mehr administrative Aufgaben auf und konfrontiert uns zunehmend mit Ideen, die einem humanistischen Bildungsgedanken diametral entgegenstehen (Standardisierung, Kompetenzorientierung & Co). Nur mehr den Empfehlungen der OECD zu folgen aber würde bedeuten, unserer pädagogischen Wirkungsabsicht auch noch den letzten Rest an Machbarkeit auszutreiben. Das mag der OECD egal oder vielleicht sogar recht sein, vielen von uns LehrerInnen ist es das nicht! (nemo)

Resonanzpädagogik

Noch in der Hängematte las ich kürzlich ein interessantes und wohltuendes Interview mit dem Soziologen Hartmut Rosa, das in diesem Blog nicht unerwähnt bleiben darf. „Aktive Bezugnahme“, „Berührt werden“, „In-Beziehung-treten“ sind Schlüsselwörter für Rosas Verständnis von Bildung, das sich mit dem Begriff „Resonanzpädagogik“ zusammenfassen lässt. Diese Form der Bildung ziele nicht primär auf den Erwerb von Kompetenzen ab, sondern darauf, dass sich die beteiligten Menschen und Dinge wechselseitig „zum Sprechen“ bringen, heißt es da. Ich bin ehrlich davon überzeugt, dass es in der Schule genau darum geht bzw. gehen sollte.

Im Übrigen freu ich mich schon auf das erneute In-Beziehung-Treten ab Montag. Selbst beim Radfahren in Korsika kamen mir Ideen, was ich mit meinen SchülerInnen im kommenden Schuljahr machen könnte. Ferien, die so lang sind, dass man 1. sich profund erholen kann, 2. das über das Jahr Liegengebliebene verräumen und ordnen kann, 3. selbst neue Inhalte (und nicht nur pädagogische, sondern insbesondere fachliche!)  aufnehmen kann, 4. didaktisch kreativ und innovativ werden kann UND 5. in gespannter Vorfreude an die SchülerInnen und die Schule denken kann, sind einfach ein Traum. Und ich würde meinen, die beste Voraussetzung für Resonanzpädagogik. Guten Schulstart allerseits! (nemo)

Schulschlussbonus

So eine letzte Schulwoche hat’s in sich. Wer glaubt, da würde nichts mehr stattfinden, der irrt gewaltig. Denn: Wir schließen ab, räumen auf, putzen, schmeißen weg, sprechen uns ab, organisieren und planen. Wir machen Ausflüge, übernachten in der Schule, blicken auf ein Schuljahr zurück, resümieren, geben einander gute Wünsche mit, lachen, weinen, feiern und beschenken einander. Wir begehen vielerlei Abschluss- und Abschiedsrituale.

So eine letzte Schulwoche ist gleichzeitig eine der schönsten, aber auch eine der anstrengendsten Wochen im Jahr. Und nur weil sie beides gleichzeitig ist, ist sie so schön (aber eben auch so anstrengend). Wer diesen Zusammenhang nicht versteht, versteht nichts von der Schule und auch nichts vom Lehrerberuf.

Wir LehrerInnen bekommen am Ende eines Schuljahres ehrlichen Dank von unseren Schülern und deren Eltern. Dieser Dank ist unser Bonus. Ich hab das irgendwann schon einmal in diesem Blog gesagt: Manager bekommen Boni in Form von Geld, wir bekommen Boni in Form von Dank. Nicht, dass ich mich nicht über Geld freuen könnte, aber ich zumindest möchte nicht mit den Managern tauschen.

Meine Klasse hat mich gestern mit einer Textesammlung überrascht. Während des Schuljahres haben wir immer wieder Freewritings durchgeführt. Manch einer hat bisweilen ein bisschen die Augen verdreht, wenn ich die Klasse wieder einmal gebeten habe, einen Stift sowie das Freewritingheft zur Hand zu nehmen und im „Freischreibmodus“ Lerninhalte, Phasen, Befindlichkeiten oder Ereignisse zu reflektieren. Viele haben es aber auch gerne gemacht und auch diejenigen, die sich ein bisschen dazu aufraffen mussten, haben schlussendlich immer Texte produziert, die genau richtig waren. Denn das ist ja das Schöne am Freewriting, man muss sich nur aufraffen und loslegen. Nach zehn Minuten kommt etwas dabei raus, das genau dem entspricht, was gefordert war: ein Text. Aus diesen Texten haben wir dann selbst ausgesuchte Passagen vorgelesen oder jeder hat seinen Text zu Hause überarbeiten müssen, oder wir haben die Texte in der Klasse aufgelegt und die anderen durften Kommentare dazuschreiben. Ich bin überzeugt, dass bei dieser Art des schriftlichen Nachdenkens viel passiert und dass es den Schülern gut tut.

Und gestern, am letzten Schultag, hat mich meine Klasse also mit einer eigenständig durchgeführten und selbst zusammengestellten Reflexion über das Schuljahr überrascht. Im Vorwort heißt es:

Mit diesem Heft wollen wir den Faden der Freewritings wieder aufnehmen und uns herzlich bei Ihnen für Ihr Engagement in diesem Schuljahr bedanken. Sie haben dieses Jahr mit Ihrer Motivation und Ihrer guten Laune bereichert und davon wollen wir Ihnen nun ein Stück zurückgeben. Auf den folgenden Seiten finden Sie unsere Eindrücke zum ersten Schuljahr in der Oberstufe – mit Ihnen. Also, viel Spaß beim Lesen und erholsame Ferien wünscht Ihnen Ihre 5ak.

Was genau die Schüler und Schülerinnen auf den folgenden Seiten geschrieben haben, das bleibt bei mir. Sie haben Ihre Texte nämlich mir ganz persönlich geschenkt. Aber das viele Lob, der Dank, die ehrlichen, berührenden und persönlichen Gedanken und die dahinter spürbare Zuneigung sowie die Wertschätzung, die mir meine Klasse entgegenbringt, machen mich zutiefst glücklich und zufrieden. Die Texte geben mir Kraft und Freude – und motivieren und beflügeln mich schon jetzt für das nächste Schuljahr.

Ich bin an diesem heutigen ersten Feriensamstag echt erschöpft und freue mich gleichzeitig schon wieder darauf, meine Schülerinnen und Schüler im September wieder zu sehen. Davor aber brauche ich Erholung und Ferien. Ich muss meine SchülerInnen über den Sommer ein Stück weit vergessen dürfen, damit ich danach wieder bereit sein kann, mich in das Abenteuer Schule und die Beziehungsarbeit mit ihnen zu stürzen. Was für einen wunderbaren Beruf ich doch habe! Schöne Ferien allerseits! (nemo)

 

 

 

Sommersportwoche

Mit 73 Jugendlichen, 6 BegleitlehrerInnen und 2 Reisebussen sind wir letzten Sonntag nach Kärnten aufgebrochen. Sommersportwoche – allein der Name klingt für mich ja wie die ultimative Geschmacksverbindung aus Twinni und Jolly gemeinsam. Das Schuljahr fast um und du fährst mit deinen MitschülerInnen aus der Klasse (und den Parallelklassen) auf Sportwoche: Baden gehen, am See liegen, neue Sportarten ausprobieren, Volleyball spielen bis es dunkel wird, Lagerfeuerromantik und so weiter und so fort … Nostalgische Erinnerungen an die eigene Schulzeit werden wach. Fast jedem, der selbst so eine Woche als Schüler oder Schülerin miterlebt hat, fällt eine Geschichte dazu ein. Das kann kein Zufall sein.

Was aber braucht es aus LehrerInnensicht, damit eine Sommersportwoche ihrem Namen gerecht wird? Nachfolgend die wichtigsten Ingredienzien in 5 Punkten:

  1. einen See und schönes Wetter: Sommersportwoche ohne See und Sonne ginge gar nicht. Der Millstätter See in Oberkärnten aber ist bestens zu diesem Behufe geeignet. Kajak, surfen, segeln und natürlich schwimmen, baden und Tretboot fahren. Viel Sonne und wunderbare Landschaft. DSC03938
  2. eine ordentliche Unterkunft und gutes Essen: Man erinnert sich selbst ja noch an so manches muffige Stockbettzimmer im Landschulheim mit, sagen wir, mittelmäßiger Küche. Mir scheint, früher war das den SchülerInnen nicht so wichtig, heute aber sind die meisten gehobenere Standards gewöhnt. Wir jedenfalls waren im Seehotel Steiner in Seeboden untergebracht und dieses Haus bietet alles, was das Herz begehrt: eine tolle Anlage direkt am See mit großer Terrasse und eigenem Badestrand, freundliches Personal, schöne Zimmer mit Bad und Balkon, richtig gutes Essen. Empfehlung!
  3. ein vielfältiges Sportprogramm mit professionellen Sporttrainern. Ich kann nicht für alle sprechen, aber bei dem, was ich gesehen und wo ich selbst mitgeschwitzt habe, war genau das der Fall. Das gebuchte Sportprogramm und die Uhrzeiten wurden ausgehängt, die Kids konnten selbständig hinmarschieren und kamen jedes Mal rundum zufrieden wieder zurück. Camp Royal X machte es möglich. (Ich war übrigens tanzen und Tennis spielen, falls es jemanden interessiert.) DSC03937
  4. nette KollegInnen: Man verbringt schon viel Zeit miteinander, wenn man von Sonntag bis Freitag gemeinsam auf Sportwoche ist. Da schadet es nicht, wenn man mit den KollegInnen harmoniert, Spaß haben und sich aufeinander verlassen kann. Wir, sechs durchaus unterschiedliche Typen, hatten es fein miteinander: Wir konnten Probleme im Team besprechen und lösen, wir übernahmen verschiedene Aufgaben und Rollen, und wir hatten bei all dem ziemlich viel Spaß miteinander. Die Angelegenheit ist nämlich weniger einfach, als man meinen könnte: Aufgrund eines strengen Aufsichtserlasses steht man ziemlich schnell mit einem Fuß „im Gefängnis“. Beispielsweise muss immer ein Sportlehrer zugegen sein, wenn 15-Jährige mit Allround-Schwimmabzeichen ins Wasser wollen. Zwar gehen dieselben Jugendlichen auch in ihrer Freizeit alleine mit ihren Freunden und ganz ohne elterliche Begleitung baden. Wenn es sich jedoch um eine Schulveranstaltung handelt, sind die Lehrer verantwortlich, sollte etwas passieren. Der Aufsichtspflicht bei 73 Jugendlichen solcherart nachzukommen, dass so eine Woche trotzdem für alle Beteiligten zu einem positiven und außergewöhnlichen Erlebnis wird, ist schon nicht ganz einfach – vor allem, wenn man die Leitung und damit die Gesamtverantwortung innehat. Deshalb: Hut ab vor den SportlehrerInnen, die Sportwochen organisieren, durchführen und diese Verantwortung übernehmen. DSC03943
  5. last but not least – SchülerInnen, wie wir sie haben: Ach, es ist einfach immer wieder eine Freude, wie normal, nett und freundlich unsere SchülerInnen sind. Insbesondere auf Reisen erweist sich das als Non plus ultra, um gemeinsam schöne und lustige Tage zu verbringen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen halten sich alle an die Regeln und rechtfertigen das Vertrauen, das wir ihnen entgegenbringen. Die Sporttrainer ebenso wie die Leute vom Hotel bestätigten uns einmal mehr, was für nette SchülerInnen wir haben. Ich weiß nicht, wie’s anderen geht, aber mich macht das jedes Mal stolz und glücklich. Und als Klassenvorständin genieße ich es ganz besonders, soviel (Frei)-Zeit mit meinen SchülerInnen zu verbringen. Man lernt sich einfach anders kennen, wenn man von morgens bis abends (bzw. nachts) gemeinsam sportelt, redet und zusammen ist. Insgesamt gilt: Kann man echt nur empfehlen so eine Sommersportwoche. Auch aus LehrerInnensicht! (nemo)

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Eine Schulwoche der besonderen Art

Und schon wieder ein Monat her, unsere Reise nach La Rochelle. Auf der Rückfahrt haben wir, wie ich schon erwähnte, die „Schulwoche der besonderen Art“ Revue passieren lassen. Aus den Rückmeldungen der SchülerInnen habe ich nun einen kleinen Reisebericht gebastelt:

Unsere Reise begann um 3 Uhr 20 in der Früh am Salzburger Hauptbahnhof. Die 16-stündige Zugfahrt mit einem Aufenthalt in Paris war erstaunlich lustig. Schon allein wegen der Zugfahrt würde ich die Reise jederzeit wieder antreten. Wir hatten so viel Spaß!

Ich war echt aufgeregt und auch etwas besorgt, dass ich meine Austauschpartnerin vielleicht nicht mögen würde. Aber nach dieser Woche kann ich sagen, dass wir sogar Freundinnen geworden sind.

Am Anfang war ich mir ziemlich unsicher, was die Verständigung betraf, doch ich habe bald bemerkt, dass das überhaupt kein Problem war.

Sie haben im Haus die Schuhe angelassen, das war ziemlich ungewohnt. Mir ist auch aufgefallen, dass in Frankreich viel mehr Menschen rauchen. In meiner Familie haben zum Beispiel ausnahmslos alle geraucht. Naja, außer der Hund.

Ich weiß nicht, ob es die Kochkünste meiner Gastmutter waren oder generell das Essen, aber alles, was ich dort gegessen habe, war extrem gut.

Was noch ganz anders war als bei uns, war das Schulsystem. Alles ist viel strenger. Es wird genau kontrolliert, wer in die Schule rein- und rausgeht und im Unterricht redet kein einziger Schüler. Ich bin froh, dass wir ein anderes System haben.

Das Highlight der Woche war der Tagesausflug auf die Île d’Aix, gemeinsam mit den Franzosen. Es war richtig schön dort und ich hatte sogar beim Sandburgenwettbewerb Spaß.

Was ich auch schön fand: Obwohl wir von den Lehrern die Erlaubnis bekommen hatten zu tun, was wir wollten, machten wir alle gemeinsam eine Radtour um die kleine Insel.

Die Insel ist wirklich einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe.

Für mich war die Landschaft im Marais Poitevin am coolsten. Manchmal hatte man ein richtiges ‚Dschungelfeeling‘, weil alles so grün und verwachsen war. Am Anfang gab es Startschwierigkeiten beim Rudern, aber irgendwann hatten wir den Dreh raus und fuhren nicht mehr alle drei Meter gegen die Bäume und ins Dickicht.

Ich hab richtig viel gelernt und meine Französischkenntnisse verbessert. C’était magnifique.

Die Reise war wirklich super. Ich finde, dass es so am sinnvollsten ist, eine Sprache zu lernen, und ich würde es sofort noch einmal machen.

Für mich war es eine tolle Erfahrung und ein echt cooles Abenteuer. Ich hoffe, dass ich irgendwann wieder nach La Rochelle komme und den Kontakt zu meiner Austauschpartnerin nicht verliere.

Nachdem ich die vielen Rückmeldungen, denen die Zitate entstammen, gelesen hatte, habe ich den SchülerInnen gleich im Zug einen Brief als Antwort geschrieben. Wer will, kann diesen Brief hier nachlesen: Auf der Fahrt

Und noch eine Rückmeldung, über die ich mich ganz besonders gefreut habe, möchte ich anfügen. Sie lautete: „Vielen Dank für die Zeit und die Energie, die Sie in die Organisation dieser phänomenalen Reise investiert haben.“ 🙂

(nemo)