VWA Runde 2

Von Freitag bis gestern haben an an unserer Schule zum zweiten Mal die Präsentationen der Vorwissenschaftlichen Arbeiten stattgefunden. Anlass zu einem weiteren Resümee. Zuerst die Hard Facts: 61 Schülerinnen und Schüler, die geforscht, geschrieben und präsentiert, 31 Lehrerinnen und Lehrer, die betreut und bewertet haben. Die Noten: 31 Sehr gut, 14 Gut, 9 Befriedigend, 4 Genügend, 2 Nicht genügend und eine Note wurde ausgesetzt. Ich muss erst noch nachfragen, warum. Schnitt 1,86. Erfolgsquote von 96,7%. Was will man mehr?

Die Themen sind breit gestreut. Von Kinderverschickung in der Nachkriegszeit im Raum Österreich, Ernährungsverhalten der Ringer des AC Wals vor Sportwettkämpfen, Aztekische Rituale der Gottesverehrung gesehen durch die Augen der spanischen Eroberer, Suffragetten im Kampf um die Gleichberechtigung,  Aktive Sterbehilfe und ihre Konsequenzen in den Niederlanden und Österreich, Plastikverbrauch am WRG Salzburg, Einsatzmöglichkeiten der Hypnose in der konventionellen Medizin bis zu Physik der Musik, Realitätsnahe 3D-Grafik oder Entwicklung des Helenakults vor und nach dem Trojanischen Krieg reichen die Interessen (+ 50 weitere). Im Idealfall finden die MaturantInnen Ende der sechsten Klasse oder im Wintersemester der siebten ein Thema, das sie WIRKLICH interessiert, in das sie sich einlesen und das im Lauf der Zeit immer spannender für sie wird. Dann gelingt, was mit der VWA beabsichtigt ist: Die Säule 1 der Neuen Reifeprüfung soll ein Interesse der Schülerin oder des Schülers repräsentieren und Folgendes zeigen:

ZieleVWAQuelle: bmbf.gv.at

Die beiden Themen, die ich betreut habe, lauteten Bushido –  vom Ehrenkodex zum Blockbuster und Selbstverletzendes Verhalten und dessen Aufarbeitung in drei Jugendbüchern. In beiden Fällen war echtes, persönliches Interesse vorhanden und nachdem wir einige Zeit an der Formulierung und Eingrenzung „herumgebastelt“ hatten, entstand doch große Zufriedenheit. Die Zeit muss man sich unbedingt nehmen und es können schon einige Wochen ins Land gehen, bis es soweit ist. Deshalb beginnen wir auch in der 6. Klasse, unsere SchülerInnen in unverbindlichen Übungen und im Unterricht immer wieder einmal zu animieren, obwohl die endgültige Entscheidung erst im Februar der 7. Klasse gefallen sein muss. Wie wir mit dem gesamten Prozess umgehen, kann hier nachgelesen werden.

An vier Präsentationen konnte ich teilnehmen und bei der Note in der Prüfungskommission mitstimmen. Alle KandidatInnen hatte sich zu ExpertInnen ihres Themas entwickelt. Präsentieren können bei uns alle, freundlich, mit gut gegliederten Vorträgen, das Wesentliche aus 15 bis 20 gedruckten Seiten in sieben Minuten herausstreichend. In der anschließenden Diskussion (ja, wie an der Uni!) vergessen sie auf jede Nervosität und verteidigen ihre Thesen und Ergebnisse souverän.

Auch nach dem zweiten Mal kann ich der VWA nur Positives abgewinnen: Die individuelle Zusammenarbeit mit den SchülerInnen schätze ich sehr.  Die Ergebnisse und Noten sprechen für sich. Bleibt nur die Frage, warum es bei einigen wenigen doch nicht funktioniert. Wenn ich mich erkundige, liegt es daran, dass manche doch zu spät mit der Arbeit beginnen und dann keine homogene VWA mehr entsteht und sie nicht mehr entsprechend überarbeitet werden kann. Hoffentlich können wir das für die kommende Matura ALLEN vermitteln. (juhudo)

Monikas Gedanken zu den Präsentationen des letzten Jahres finden sich hier.

VWA-Präsentationen oder Sternstunden eines KVs

Und da sind sie auch schon wieder vorbei, die VWA-Präsentationstage an unserer Schule. Als KV war ich bei allen Schülerinnen und Schülern meiner Klasse Teil der Prüfungskommission. Sieben Minuten Vortrag, sieben bis acht Minuten Diskussion. Danach eine kurze Beratung der Kommission, Mitteilung der Note an den Kandidaten – und weiter zur nächsten Präsentation. Natürlich habe ich mich darauf gefreut. Ich bin zu neugierig (sowohl auf die verschiedenen Arten der (Selbst-)Präsentation als auch auf die Arbeiten und deren Inhalte) und fühle mich meiner Klasse zu verbunden, als dass mich das alles kalt ließe. Ein wenig aber hatte ich schon auch die Befürchtung, dass die Präsentationen mühsam und – in Summe gesehen – ein bisschen langweilig werden würden.

Und dann das: 27 Präsentationen, von denen mich nicht eine – und schon gar nicht die Summe – langweilte. Ganz im Gegenteil. Ich war so stolz auf meine SchülerInnen und mit jeder Präsentation wurden die Freude und der Stolz größer. Jede und jeder Einzelne hat es geschafft, ihre bzw. seine VWA interessant vorzustellen und auf den Punkt zu bringen. Nicht eine Präsentation, wo man sich nicht ausgekannt hätte! Nicht ein Schüler, der die sieben Minuten nur mit heißer Luft gefüllt hätte, nicht eine Schülerin, die sich in den Details verzettelt hätte! Stattdessen Präsentationen, die so manchem Studenten zur Ehre gereicht hätten. Und nicht nur den Anfängern.

Das Allerschönste an den Präsentationen waren übrigens die Diskussionen. Nach den eigentlichen Präsentationen, bei denen die eine oder andere Stimme noch ein wenig zittrig war und sich ein paar der vorbereiteten Sätze doch als zu kompliziert für die aufregende Situation erwiesen, habe ich 27 junge Erwachsene erlebt, die über ihre Arbeit und über das von ihnen behandelte Thema diskutieren, die auf Fragen fachkundig Auskunft geben, ja, die einen kritischen Diskurs über ein Thema führen konnten. Das hatte nicht mehr viel mit einer üblichen Schulsituation zu tun, das war ein Initiationsritus für die Universität, da hatte der strapazierte Begriff „Reifeprüfung“ plötzlich einen wirklichen Inhalt.

Sicher, man könnte schon auch grundsätzlich Kritisches zur VWA an sich anmerken. Außerdem soll man bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben. Wir werden erst sehen, wie es nun mit der schriftlichen Matura weitergehen wird. Möglicherweise wird einigen die Übungs- und Lernzeit fehlen, die sie für die VWA und deren Präsentation aufgewendet haben. Dass es jedenfalls für viele eine wirkliche nervliche Zusatzbelastung war, steht außer Frage. Dennoch: Hier und heute will ich mich mit meinen SchülerInnen freuen dürfen und ihre beeindruckenden Leistungen erst einmal für sich stehen lassen.

Heute Vormittag im Unterricht musste ich das Ganze mit meiner Klasse natürlich schon noch ein wenig nachbesprechen. Und wie immer, wenn ich die Sichtweise und die Gedanken aller einholen will, habe ich sie um ein Freewriting gebeten. Zumindest ein paar dieser Gedanken möchte ich hier wiedergeben:

„Ich war so froh und erleichtert, die erste Hürde auf dem Weg zur Matura überwunden zu haben. Noch mehr habe ich mich allerdings gefreut, als ich gehört habe, wie gut die überdramatisierte VWA-Geschichte für alle anderen ausgegangen ist.“

„Das aufmunternde Lächeln der Prüfenden hilft einem die ganze Sache irgendwie durchzustehen.“

„Auch die Diskussion hat mir im Vorhinein zu viele Sorgen bereitet. Ich bin ungerne in einer unvorbereiteten Situation. Aber ehrlich gesagt, so unvorbereitet war ich gar nicht. Jeder, der seine VWA selbst verfasst hat, ist für die Diskussion vorbereitet.“

„In der Diskussion wurden durchwegs ernsthafte, auch herausfordernde Fragen gestellt, sodass einem das Gefühl gegeben wurde, eine ernstzunehmende Arbeit geschrieben zu haben.“

„Immer wieder habe ich meine Klassenvorständin angesehen, meinen ‚Fels in der Brandung‘ :), bis mir aufgefallen ist: ‚Hoppla, ich muss ja die anderen auch noch ansehen.'“

„Es war wirklich so, dass ich unbedingt alles erzählen wollte, was ich geschrieben habe, und auch bei der Diskussion hätte ich noch ewig weiterreden können. Ich habe mich so gefreut über die Fragen.“

„Besonders gefallen hat mir, dass ich während der Präsentation gemerkt habe, dass das Interesse auch auf die Kommission übergesprungen ist. (…) Als ich dann gemerkt habe, dass es bei den Fragen gar nicht um richtig oder falsch ging, schmolz das Eis und ich konnte voll in meinem Enthusiasmus aufblühen, über mein Thema zu reflektieren, neue Ansätze und Perspektiven zu betrachten und sich auf einer Ebene mit der Kommission zu unterhalten, die ich mir nie erträumen lassen hätte können.“

„Schade ist, dass manche Schüler mehr Unterstützung durch ihre Betreuungslehrer bekamen als andere. Aber ich bin froh und zufrieden damit, wie meine Präsentation geendet hat.“

„Ich bin stolz, dass ich das Ganze so gut gemeistert habe und mein Fleiß und Ehrgeiz haben sich voll und ganz ausgezahlt.“

„Die Präsentation, aber vor allem die Diskussion haben mich selbst noch einmal über mein Thema reflektieren lassen und auch andere Gesichtspunkte des Themas für mich sichtbar gemacht.“

„Während der Präsentation gefiel mir, dass von der Kommission positive Blicke kamen, was leicht auflockerte und sicherer machte. (…) Alles zusammen war es eine sehr interessante Erfahrung, welche aber auch mit viel Arbeit verbunden ist.“

„Ich empfand die Stimmung im Raum als sehr positiv, vor allem, weil mir die Anwesenden nett zugelächelt haben.“

„Mittwochabend – schnell noch die Präsentation vorbereiten. (…) Um ehrlich zu sein, muss ich zugeben, dass ich doch sechs Stunden an der Präsentation arbeitete.“

„Und das ist auch wichtig für die künftigen Maturanten. Die sollten wissen, dass sie das können.“

Ja, auch so kann Schule sein. (nemo)

Ferialarbeit II

Naja, eigentlich hat es sich nicht um „Arbeit“ gehandelt. Da heute, am Mittwoch nach den Osterferien die VWA-Präsentationen beginnen, haben wir gestern zweieinhalb Stunden mit dem Ausprobieren der Computer, Beamer, USB-Sticks, Festplatten und Onlineressourcen verbracht, die die Maturantinnen verwenden wollen. Das gehört zu einer Präsentation dazu. 25 Schülerinnen, Schüler und zwei Hunde kamen und überprüften, ob sich ihren Plänen auch keine technischen Probleme entgegenstellen würden. Fast alles klappte und die drei, vier kleineren Schwierigkeiten waren schnell behoben. Alles lief in sehr entspannter Atmosphäre ab und hat den Mädchen und Burschen hoffentlich zumindest die Sorge abnehmen können, dass vielleicht ihre Vorbereitung umsonst war. Die digitalen Medien funktionierten, aber mit den analogen ist es nicht mehr so einfach: Im ganzen Schulhaus konnten wir keinen Zeigestab mehr finden… (juhudo)