Wenn es schneit: Winterspaß in der Schule

Juhu, es hat geschneit. Tagelang sind weiße Flocken vom Himmel gefallen und haben die Landschaft verzaubert …

Dieser Winter verwöhnt uns mit ganz viel Schnee – sogar mitten in der Stadt. Die weiße Pracht ist nicht nur schön anzusehen, sie bietet etwas, was ich selbst ganz stark mit der eigenen Kindheit verbinde (obwohl es angeblich bereits damals auch schneearme Winter gegeben haben soll): Rodeln, Ski fahren, Schneeballschlacht(en), Spaß und Möglichkeiten zum Herumtollen im Freien. img_3407

Die Sportlehrerinnen und -lehrer an unserer Schule nützen die Gelegenheit und gehen mit den Kindern und Jugendlichen hinaus in den Schnee. In jeder Turnstunde pilgern sie derzeit mit den Kleinen zum nächsten Hügel und rutschen auf Plastiktellern hinunter. Mit den Größeren gehen sie langlaufen oder skaten. Auf sämtlichen Wiesen und freien Flächen in der näheren Umgebung, ja sogar im Schulhof (!) findet sich bereits die eine oder andere gewagte Spur. img_3408Aber auch eine einfache Schneeballschlacht, ein „Schneemannbattle“ oder eine in einen kleinen Abhang gebaute Bahn, auf der man Bälle hinunterrollen lassen kann, erfreuen Große wie Kleine.

In Turnsaalzeiten beneide ich meine Sport-Kolleginnen und Kollegen nicht um ihren Arbeitsplatz. In diesen Tagen jedoch kommt mir vor, es muss geradezu wunderbar sein, im Freien arbeiten zu dürfen und mit den Kindern und Jugendlichen die verschneite Landschaft zu bespielen. img_3406

Als Deutschlehrerin habe ich da vergleichsweise wenig zu bieten. Außer dass ich meine Begeisterung ob des Schneefalls kaum verbergen kann, findet in meinem Unterricht keine Programmänderung statt. Gut, gestern habe ich mit den ErstklässlerInnen wieder einmal ein Freewriting dazwischengeschaltet: „Wenn es schneit, …“, lautete das Thema. Heute wurden die Texte vorgelesen. „Wenn es schneit, hüpft mein Herz vor Freude“, hat ein Mädchen geschrieben. Ja, ich gebe zu, meines auch. (nemo)

PS: Und weil’s so schön ist, füge ich dem noch das Gedicht „Neuschnee“ von Christian Morgenstern hinzu:

Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen
mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,
einen ersten schmalen Pfad zu schrägen
durch des Schneefelds jungfräuliche Flur –

kindisch ist und köstlich solch Beginnen,
wenn der Wald dir um die Stirne rauscht
oder mit bestrahlten Gletscherzinnen
deine Seele leuchtende Grüße tauscht.

 

Handball- und andere Turniere

tableHandballMehrere Klassen gleichzeitig im Turnsaal, lauter Jubel bei tollen Angriffen oder gar Toren, an den Tagen zuvor geprobte Schlachtrufe („1d Supergirls, hoi, hoi, hoi“ oder „Auf gehts, die Brennenden Bälle kämpfen und siegen“), mehr oder weniger kreative Teamnamen, Trubel den ganzen Tag lang. Im Vorfeld freudig erregte Kinder – besonders die der ersten Klassen -, die sich schon seit Tagen Aufstellungen und Spieltaktiken überlegen und ihre Gegner einzuschätzen versuchen. Wie die Großen halt.

Am Turniertag wurlt’s dann in der großen Turnhalle, die sonst nur gedrittelt zur Verfügung steht und alle sieben Minuten spielen zwei neue Mannschaften. Zuerst die Unterstufenmädchen und -buben, meistens geschlechtergetrennt, aber manchmal auch schon gemischt, weil Mädchentore doppelt zählen (Taktik, wie schon erwähnt ;-)), und da das Turnier jetzt schon seit ein paar Jahren abgehalten wird, kann auch jemand wie ich erkennen, dass das Niveau steigt. Alle kennen jetzt die Handballregeln und spielen um einiges besser. So ein Ereignis wirkt sich auf den Sportunterricht und die Motivation ganz schön aus. Das Gleiche lässt sich – was die Mädchen betrifft – auch vom ebenfalls jährlich stattfindenden Fußballturnier behaupten.

Anlässlich dieser Events kann man einiges beobachten, was den Klassen- oder auch Gruppenzusammenhalt betrifft. Die Mädchen, die sich sonst deutlich von den Burschen ihrer Klasse abgrenzen wollen, feuern diese lautstark an – und umgekehrt („Letztes Mal haben sie uns sooo gepusht, das machen wir jetzt auch!“). Gruppen, die aus zwei oder mehreren Klassenteilen bestehen, schreien für die, die im Alltag ihre „Gegner“ sind. LehrerInnen befinden sich im Interessenskonflikt ;-).

Was ich noch erwähnen möchte: Die Organisation und Durchführung dieses Turniers bedarf so zwischen Matura, Abschlussprüfungen und Schulschluss noch eines ziemlichen Kraftaufwandes. Es ist nicht selbstverständlich und der Kollege, der es übernommen hat, hat schon auch überlegt, ob er es wieder machen soll. Aber wenn er hört, wie die SchülerInnen es schätzen, kann er einfach nicht anders. Danke! (juhudo)