Und warum jetzt eigentlich dieser Blog?

Mit unserem Blog bemühen wir uns um einen dreifachen Ansatz:

Hingehört: auf SchülerInnen, auf KollegInnen und Eltern, auf die Meinung über LehrerInnen und Schule in der Gesellschaft und in den Medien

Draufgeschaut: auf den Schulalltag, aufs Bildungssystem, auf Weiterbildung, auf Kuriositäten und Absonderlichkeiten, die uns täglich begegnen, aber auch auf Theater und Literatur und all das, was uns sonst noch interessiert

Nachgedacht: über neue Entwicklungen, Diskurse, Ideen und Visionen, wie Bildung auch noch funktionieren könnte

Wir verstehen uns als Wissensarbeiterinnen und möchten diesen Blog auch dazu benutzen, unser Wissen besser zu organisieren und es mit Interessierten zu teilen. Wir sehen „Wissensarbeit“ so, wie Gabi Reinmann diese beschreibt, nämlich als Tätigkeiten, die

komplex und wenig planbar sind, immer wieder neue Anforderungen stellen und einen hohen Grad an Informiertheit, Koordination und Kooperation, aber auch Entwicklung und andere kreative Leistungen erfordern. In der Wissensarbeit begreift man Wissen als einen Prozess, der niemals abgeschlossen ist, der kontinuierlich erneuert werden muss, der nicht als Wahrheit, sondern als Ressource gilt und darüber hinaus untrennbar mit dem Nichtwissen verbunden ist.1

Den Blog betreiben wir selbstverständlich in unserer Freizeit – und dann, wenn es uns drängt, etwas mitzuteilen und loszuwerden. Wir wollen versuchen, halbwegs regelmäßig in Erscheinung zu treten, aber wenn es einmal nichts zu sagen bzw. zu schreiben gibt, dann lassen wir es halt. Wir sind zwar LehrerInnen, aber manchmal können wir uns auch zurückhalten. Unser Blog hat informellen Charakter und ist nicht immer und überall todernst zu nehmen. Gelegentlich wird hoffentlich auch der eine Kollege oder die andere Kollegin etwas posten. Unser Ziel ist es, dass auf diese Weise ein abgerundetes, wahrhaftiges Bild über unsere Arbeitswelt entsteht.

Anfang Juli 2015, ein paar Monate nach unserem  Start, haben wir Bestätigung durch eine Forderung Konrad Paul Liessmanns  erfahren. Sein Buch Geisterstunde ist zwar schon im September 2014 erschienen, aber wir fanden erst in den letzten Tagen Zeit, es zu lesen. Liessmann schreibt, dass im Bildungsdiskurs die Bereitschaft benötigt werde, einmal an den Orten genau hinzusehen, an denen sich Lernen abspielt, in Klassenzimmern, während der Pausen, auf den Schulhöfen.

Ein erster Ansatz wäre, einmal denen zuzuhören, die täglich mit den Fragen der Erziehung und Bildung befasst sind: den Lehrern zum Beispiel. Dazu wäre es aber notwendig, sie zu ermutigen, ihre Erfahrungen und ihr Wissen zu publizieren, ohne sofort mit dem Verweis rechnen zu müssen, dass sie ohnehin nur ihre Standesinteressen vertreten.2

Sollten Sie (oder sind wir per Du?) den Wunsch haben mitzudiskutieren – wir freuen uns über jeden Kommentar.

Dazu passt auch unser Resümee nach dem ersten Jahr: Ansprache zum 1. Geburtstag

 

1 Gabi Reinmann: Lehren als Wissensarbeit? Persönliches Wissensmanagement mit Weblogs (2008), URL: http://www.dabis.org:4000/!bbfa!2008/02/Wissensmanagement_Weblogs.pdf (abgerufen am: 22.2.2015)

2 Konrad Paul Liessmann: Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift, Wien: Zsolnay 2014, S. 44.

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